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Kleine Kinder sprechen zu wenig

Sprachstörungen

Kleine Kinder werden nach Auffassung der Chemnitzer Germanistin Ruth Geier zu wenig zum Sprechen ermuntert. Immer mehr Schulanfänger wiesen Sprachstörungen auf, sagte die Mitarbeiterin der Professur Medienkommunikation der Technischen Universität Chemnitz. Nach Untersuchungen in Berlin könne jedes siebte Kind in dieser Altersgruppe keinen ganzen Satz sprechen. Es seien starke Begriffs- und Benennungslücken für ganz alltägliche Dinge zu verzeichnen.

Solch Defizite hätten negative Auswirkungen auf die Kommunikationsfähigkeit bis hin zu psychischen Störungen im Jugend- und Erwachsenenalter, stellte Geier fest. Die Kindern nahezu angeborene Freude am Kommunizieren müsse durch Eltern und Pädagogen stärker unterstützt werden.

Eine Ursache für die "Maulfaulheit" sieht Geier in der stärkeren Individualisierung durch Nutzung moderner Medien bereits im Vorschulalter. In einem von Leistungsdruck und sozialen Problemen geprägten Umfeld fehle Eltern oft die Kraft, mit ihren Kindern zu reden. Häufig werde der Fernseher als Ersatz vorgesetzt. Dabei gerieten bewährte Rituale wie das abendliche Vorlesen oder gemeinsame Spiele ins Hintertreffen. Überhaupt spiele der Umgang mit Büchern eine große Rolle für richtiges Sprechen.

Jedoch sei dem Fernsehen nicht generell der "Schwarze Peter" zuzuschieben, sagte Geier. Die Angebote an Kindersendungen seien besser denn je, müssten aber altersgerecht und zeitlich begrenzt ausgewählt werden. Notwendig für den Erhalt des Kommunikationsbedürfnisses sei die sofortige Beantwortung daraus entstehender Fragen.

Falsch sei es auch, den Computer aus dem Kinderzimmer zu verbannen. Wichtig sei vielmehr, dass diese Tendenz auch in den Kindertagesstätten aufgegriffen werde. Mit geeigneten Spielen könne der Rechner eine Bereicherung für die Sprachbildung sein. Beispielsweise hätten Kinder fast keine Probleme mit der englischen Computersprache.

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