Naturopfer für Containerriesen?
WWF präsentiert Studie zu den Folgen einer Flussvertiefung an Elbe und Weser
"Angesichts der massiven ökologischen Auswirkungen sowie der Gefahr für den Küstenschutz muss auf einen weiteren Ausbau von Elbe und Weser verzichtet werden. Ein weiterer Eingriff in die Flusslandschaften ist mit nationalem und internationalem Naturschutzrecht nicht vereinbar", sagte Beatrice Claus vom WWF. Der WWF fordert Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe auf, keine weitere Vertiefung dieser Flüsse in den neuen Bundesverkehrswegeplan aufzunehmen, dessen Entwurf in Kürze vorgelegt wird.
Elbe und Weser wurden in den Vergangenheit jeweils sechsmal und fünfmal für die Schifffahrt vertieft. Das hat dazu beigetragen, dass viele der dort lebenden Fische wie Alse, Schnäpel oder Stör bereits ausgestorben oder ihre Bestände zusammengebrochen sind wie bei Finte, Quappe und Ukelei. Durch einen weiteren Sauerstoffabfall im Wasser im Falle einer erneuten Vertiefung, droht an der Elbe ein Massensterben von Fischen.
Durch die Erhöhung des Tidehochwassers gehen wertvolle Röhrichtbestände verloren - mit schwerwiegenden Folgen für vom Aussterben bedrohte Vögel wie die Rohrdommel und stark gefährdete Vögel wie den Schilfrohsänger. Empfindliche Naturräume in Ufernähe werden häufig überschwemmt, was den Bruterfolg von vom Aussterben bedrohten Vögeln wie die Lachseeschwalbe gefährdet.
Seltene Süßwasserwatten und Röhrichte werden versalzen, Seehunde und Nahrung suchende Vögel während der Bauphase gestört, Tiere am und im Gewässerboden werden durch Baggern und Verklappung geschädigt. Die Flussvertiefungen beeinflussen nicht nur Tiere und Pflanzen, sondern fördern auch das Eindringen von Nordseewasser in die Flussmündungen und tragen so zu einem Ansteigen der Wasserstände bei Sturmfluten bei, wodurch die Gefahr einer Hochwasserkatastrophe wächst.
Von 1950-1980 sind in Hamburg die höchsten Sturmflutwasserstände um mindestens 70 cm angestiegen und dies ist zu 20-30 % auf Flussvertiefungen zurückzuführen. Im Falle der Weser ist die Erhöhung der Wasserstände auf Grund der Vertiefungen mindesten so groß. "Angesichts der Häufung von Überschwemmungen und Sturmfluten ist es unverantwortlich, die Flüsse weiter zu vertiefen und so den Küstenschutz zu gefährden", so Claus.
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Am 12. Mär. 2003 unter:
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