Irak
Bundesregierung beteiligt sich an Nachkriegsplanungen
Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte am Freitagabend auf die Frage nach deutscher Beteiligung an einem "Wiederaufbau" eines zerstörten Irak gesagt: "Die Vereinten Nationen werden auf Deutschland immer zählen können. Das war so, und das bleibt so." Für den bevorstehenden Krieg sicherte er den USA Überflugrechte für deren Militärflugzeuge zu.
Mit Blick auf den sogenannten "Krieg gegen den Terrorismus" sagte Schröder, dass Deutschland nur in begrenztem Umfang Soldaten zur Verfügung stellen könne. Nach Angaben der Bundeswehr ist Deutschland derzeit mit rund 9000 Soldaten weltweit einer der größten "Truppensteller".
Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) bot im Falle eines Irak-Kriegs medizinische Hilfe aus Deutschland an. Wenn diese angefordert werde, "um verletzte amerikanische Soldaten oder verletzte geflohene Iraker aus Kuwait auszufliegen und zu versorgen, werden wir dem entsprechen", sagte er.
Die deutschen "Fuchs"-Spürpanzer blieben zudem bei einem Krieg mit Besatzung in Kuwait, um der Bevölkerung oder auch amerikanischen Soldaten Hilfe zu leisten. "Sie gehen aber nicht in den Irak", sagte Struck klar.
Deutschland, Frankreich und Russland bemühten sich unterdessen mit einem neuen Vorstoß, den drohenden Irak-Krieg in letzter Minute zu verhindern. In einer am Wochenende veröffentlichten Erklärung schlagen die drei Staaten eine Zusammenkunft des UN-Sicherheitsrates auf Ministerebene vor. Ziel soll ein neuer Zeitplan für die Entwaffnung des Irak sein.
Die Zusammenkunft des UN-Sicherheitsrates auf Ministerebene solle "sofort" nach Vorlage des Arbeitsprogramms der Irak-Abrüstungskommission (UNMOVIC) am Montag im Sicherheitsrat stattfinden. Dabei sollten "die vorrangigen Abrüstungsaufgaben" gebilligt und ein "Zeitplan zur Implementierung" festgelegt werden, "der hohe Anforderungen stellt und zugleich realistisch ist", heißt es in der Erklärung.
In mehreren deutschen Städten protestierten am Wochenende Zehntausende Menschen gegen einen Irak-Krieg. In Berlin beteiligten sich rund 100.000 Kriegsgegner an einer 35 Kilometer langen "Lichterkette für den Frieden". In Frankfurt am Main fand eine Sitzblockade vor dem Haupttor der US-Luftwaffenbasis statt. Die Aktion wurde von der Polizei aufgelöst. Auch in München und Nürnberg kam es zu Demonstrationen.
Das Auswärtige Amt wies unterdessen einen Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" zurück, wonach Deutschland die Isolierung Amerikas im UN-Sicherheitsrat geplant habe, letzte Versuche für einen Konsens mit Amerika verhindern und Washington zu einem Alleingang gegen den Irak zwingen wollte. Der Bericht sei "unzutreffend", sagte ein Sprecher. Deutschland sei "zusammen mit anderen Mitgliedern des Sicherheitsrates vielmehr seit Wochen bei der Suche nach einem Kompromiss zur Irak-Frage unter Einbindung aller Sicherheitsratsmitglieder engagiert".
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Am 17. Mär. 2003 unter:
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