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Der Bahnpreis-Check ergibt 30 Prozent falsche Auskünfte am Schalter

Deutsche Bahn

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat gemeinsam mit dem Magazin stern das neue Preissystem der Deutschen Bahn AG in einem umfassenden Praxistest überprüft. Im Auftrag von VCD und stern ermittelte das Qualitätsforschungsinstitut Quotas in 250 deutschlandweiten Tests, dass 30,7 Prozent der Kunden bei der Beratung am Schalter nicht das beste Angebot erhalten: Zu teure Fahrkarten, zu lange Reisedauer oder zu häufiges Umsteigen wurden den Reisenden empfohlen. So verlangte die Deutsche Bahn AG bis zu 60 Euro zu viel, empfahl eine maximal drei Stunden längere Reisezeit oder sieben zusätzliche Umstiege bei Hin- und Rückfahrt. Dennoch fühlten sich die Tester am Schalter kompetent und engagiert beraten und gaben dem Personal im Durchschnitt annähernd die Schulnote "gut".

René Waßmer, VCD-Bundesgeschäftsführer: "Das Bahn-Personal am Schalter bemüht sich zwar redlich, trotzdem bekommen die Reisenden nach fast 100 Tagen neues Preissystem nicht die günstigsten Preise und die besten Verbindungen. Dieser Widerspruch zeigt: Der Fehler liegt im System. Deshalb muss das Management der Bahn jetzt aus der Defensive kommen und das Preissystem genau so einfach machen, wie es die Werbebotschaften versprechen."

Der VCD fordert die Deutsche Bahn AG auf, die komplizierten Bedingungen für die Plan&Spar-Tarife radikal zu vereinfachen, die viel zu hohen Stornogebühren zu senken und den Kunden ab sofort wieder eine BahnCard mit 50 Prozent Ermäßigung anzubieten. Nur so könne die Bahn den sinkenden Fahrgastzahlen wirksam begegnen und die selbst gesteckten Ziele erreichen.

Annette Volkens, Verkehrsreferentin des VCD: "Dass die Logik von Plan&Spar nicht aufgeht, zeigt ein weiteres Ergebnis unserer Untersuchung. In 98 Prozent der Fälle waren die Frühbucherplätze bei Nachfrage am Schalter noch verfügbar. Gleichzeitig gaben nur 24 Prozent der befragten Reisenden an, mit Plan&Spar unterwegs zu sein. Das zeigt: Die Leute wollen flexibel reisen und sich nicht im Vorhinein festlegen. Diesen Kundinnen und Kunden der Bahn fehlen jetzt attraktive Angebote.

Dies betreffe vor allem kürzere Fernverkehrsstrecken bis 200 Kilometer, die im Alltagsverkehr knapp 90 Prozent der Fahrten ausmachten und mit dem neuen Preissystem teilweise erheblich teurer geworden seien. Hier konkurriere die Bahn eben nicht mit dem Flugzeug, sondern mit dem Auto, das jederzeit flexibel zur Verfügung stehe. Um nicht noch mehr Bahnreisende abzuschrecken und auf das deutlich umweltbelastendere Auto abzudrängen, müsse die Bahn deshalb schnell die Angebotslücke schließen, die auch durch den Wegfall des preisgünstigen InterRegios entstanden sei.

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