Flucht vor dem Krieg
Hilfe für kurdische Flüchtlinge im Nordirak
Mit der in Kürze erwarteten Intensivierung der Kampfhandlungen im Nordirak ist mit einer Zunahme der Flüchtlingsbewegungen zu rechnen. Medico international und Haukari e.V. arbeiten nach eigenen Angaben seit vielen Jahren mit der Kurdistan Health Foundation zusammen. Angesichts des Kriegsausbruchs hätten beide Organisationen zusätzliche Mittel zur Verfügung gestellt, um mobile Gesundheitsteams zur Versorgung von Flüchtlingen auszurüsten. Auch zwei Ambulanzen wurden zusätzlich angeschafft, in denen Notoperationen durchgeführt werden können.
Die Gesundheitsteams arbeiteten normalerweise in entlegenen Dörfern an der Demarkationslinie oder in Flüchtlingslager für irakische Binnenflüchtlinge. Ein Schwerpunkt der Arbeit der KHF seien die in den letzten Jahren wiederaufgebauten Gebiete, die 1988 von der irakischen Armee vollständig zerstört wurden, und deren Bevölkerung deportiert oder ermordet wurde.
Den Hilfsorganisationen sei bewusst, dass ihre kurdischen Partner im Irak mit dem Krieg die Hoffnung auf die langersehnte Befreiung vom Baath-Regime verbinden. Sie sehen aber die Gefahr, dass gerade die kurdische Bevölkerung zwischen den Fronten zerrieben werde. Daher halten sie es gerade in dieser Situation für wichtig, die Unterstützung der lokalen Partner zu verstärken. Sie seien in der Lage, eine dezentrale Hilfe dort zu leisten, wo Menschen sie benötigen. Die Kurdistan Health Foundation, aber auch das von Haukari seit vielen Jahren unterstützte Frauenzentrum Khanzad teilten die traumatischen Erfahrungen und Erinnerungen der kurdischen Bevölkerung, die nun in diesen Wochen des Krieges wieder ins Bewusstsein dringen.
Die lokalen Strukturen würden unabhängig vom Ausgang des Krieges langfristig benötigt, um die verheerenden gesellschaftlichen Folgen der Diktatur zu überwinden und den Weg hin zur Partizipation der Bevölkerung und zur Demokratisierung zu öffnen.
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