Warnstreik

Bahn will ihren Mitarbeitern entgegenkommen

Die Deutsche Bahn hat nach weiteren Warnstreiks der Bahnbeschäftigten Entgegenkommen im festgefahrenen Tarifstreit signalisiert. Sie werde bei der Fortsetzung der Tarifverhandlungen "am Donnerstag ihr Angebot konkretisieren", kündigte Personalvorstand Norbert Bensel am Montag in Berlin an. Das Ende der Sanierungsphase bei der Bahn sei "erstmals konkret absehbar", fuhr der Personalchef fort. Die Bahn erkläre sich daher "heute schon bereit, die Mitarbeiter dann angemessen am Unternehmenserfolg zu beteiligen", wiederholte er einen Vorschlag von Bahnchef Hartmut Mehdorn.

Die Bahngewerkschaften Transnet und GDBA wollen nach den 90-minütigen Warnstreiks am Montagmorgen in Sachsen-Anhalt ihre Aktionen am Nachmittag in Sachsen fortsetzen. Auch dort sei mit Behinderungen im Nah- und Fernverkehr zu rechnen, kündigten sie am Mittag in Berlin an.

Am Dienstag sei nach Angaben aus bayerischen Gewerkschaftskreisen eine Ausdehnung der Warnstreiks auf den Freistaat zu erwarten. Schon am Vormittag hatten sich in Magdeburg rund 120 Eisenbahner an den befristeten punktuellen Arbeitskampfmaßnahmen beteiligt. Aufgerufen dazu hatten die Gewerkschaften angesichts der festgefahrenen Tarifverhandlungen. Ein Transnet-Sprecher sagte, das angekündigte Bahn-Angebot ändere an der Streikplanung zunächst nichts. Man müsse abwarten, wie es konkret aussehe.

Die Bahn-Führung äußerte erneut ihr Unverständnis über die Warnstreiks zum jetzigen Zeitpunkt. Die Lage sei schwierig genug. Die schlechte Konjunktur mache wie allen anderen Unternehmen auch der Bahn schwer zu schaffen. Bei Tarifabschlüssen müsse in dieser schwierigen konjunkturellen Lage die Beschäftigungssicherung Vorrang haben, hieß es. Dieses gelte umso mehr, als die Arbeitslosenzahlen auf ein Rekordniveau zu steuerten.

Die Bahn könne aber nur Beschäftigung sichern, wenn sie sowohl im Nah- und Fernverkehr als auch im Güterverkehr wettbewerbsfähig sei. "Das ist aber trotz der Sanierungserfolge der vergangenen Jahre noch nicht der Fall", so Bensel.

Man müsse die Bahnreform jetzt zu Ende bringen und dürfe das bisher Erreichte nicht durch ein falsches Tarifsignal wieder gefährden. Fünf Prozent höhere Entgelttarife wie gefordert würden die Bahn pro Jahr mit 250 Millionen Euro zusätzlich belasten, was aus Sicht der Bahn nicht möglich sei.

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