Abgasnorm gefälscht

Automobilunternehmen machen falsche Angaben über Abgaswerte

Die drei deutschen Automobilunternehmen Volkswagen, DaimlerChrysler und BMW haben ihre Edel- Off-Roader Dieselmotoren wegen zu hoher Abgaswerte beim Kraftfahrtbundesamt als "leichte Nutzfahrzeuge" zugelassen und machen dennoch in Ihren Printunterlagen, Verkaufsprospekten, sowie in Ihrem Internetauftritt falsche Angaben zur Abgasnorm Euro-3. Das hat nach eigenen Angaben die Deutsche Umwelthilfe aufgedeckt. BMW, DaimlerChrysler und Volkswagen versprächen für den X5, die M- Klasse oder den Touareg mit Dieselmotor die Einhaltung der Abgasnorm Euro-3. Tatsächlich wären diese Edel-Off-Roader aber wegen zu hohen Schadstoffemissionen bereits seit drei Jahren nicht mehr erstzulassungsfähig - zumindest nicht als Pkw.

Um beim Kraftfahrt- Bundesamt in Flensburg dennoch die Typenzulassung zu erhalten, hätten Sie diesen Pkw - weil schwerer als 2.500 kg - nach den Abgasgrenzwerten für Kleinlaster (98/69/ EG III;A) angemeldet. Dies entspreche der für Pkw nur bis 1999 gültigen Euro-2-Norm.

Für Jürgen Resch, den Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe e. V. ist hiermit der Tatbestand der "arglistigen Täuschung" erfüllt. Kunden, die ihren X5 korrekt als Pkw zulassen, würden den Schwindel spätestens beim Zahlen der Kfz-Steuer merken. Die Schlüssel-Nr. 51 im Kfz- Brief verrate, dass sie nach Euro-2 besteuert würden und daher (wegen des hohen Schadstoffausstoßes) eine erhöhte Kfz-Steuer zahlten.

"Der Schaden für den geprellten Fahrzeughalter kann sich insgesamt auf mehrere tausend Euro pro Pkw addieren", so Resch. Nach Ansicht der Deutschen Umwelthilfe haben Besitzer dieser Fahrzeuge nach dem Inkraft-treten des neuen Kaufrechts zum 1. Januar 2002 einen Rechtsanspruch auf "Nacherfüllung". Dr. Remo Klinger vom Berliner Rechtsanwaltsbüro Geulen & Klinger fordert die Käufer dieser Fahrzeuge auf, ihre Verkaufsprospekte zu studieren. Sollte ihnen mündlich oder schriftlich die Einhaltung der Euro 3 Abgasnorm versprochen worden sein, hätten sie Anspruch auf kostenlose Nachbesserung: Volkswagen, DaimlerChrysler und BMW müssten ihre nicht den Zusagen entsprechenden Fahrzeuge so umrüsten, dass sie die EURO-3 Norm einhielten. Alle damit verbundenen Kosten seien dann von Volkswagen, DaimlerChrysler oder BMW zu tragen. Die Unternehmen könnten die Maßnahme nur dann verweigern, wenn die Nachrüstung unverhältnismäßige Kosten verursachen würde. Davon sei aber nicht auszugehen.

Nach Aussagen von VW-Konzernchef Pischetsrieder betrügen die durch den Rußfilter verursachten Mehrkosten - je nach Fahrzeugtyp, zwischen 200 und 600 Euro. "Die Nachrüstung eines modernen Mercedes Diesel-Pkw ist Greenpeace problemlos geglückt - wir sind zuversichtlich, dass es auch den Automobilunternehmen gelingen wird, die fehlerhaften Edel-Offroader mit Dieselrußfilter und Stickoxidreduktion auszustatten", so Jürgen Resch.

Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!