Bahn-Tarifstreit

Donnerstag sollen Bahnen bundesweit stehen

Die Streikaktionen im Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn sind am Dienstag erneut ausgeweitet worden. Arbeitsniederlegungen in den bayerischen Verkehrsknotenpunkten München, Nürnberg und Regensburg brachten die bislang massivsten Warnstreiks bei der Bahn, wie Unternehmen und Gewerkschaften übereinstimmend berichteten. Zwischen 5.45 und 9.15 Uhr beteiligten sich insgesamt 400 Beschäftigte an den Aktionen zur Durchsetzung der Gehaltsforderungen, teilten die Gewerkschaften Transnet und GDBA mit. Sie wollten damit vor den am Donnerstag weiter gehenden Tarifverhandlungen Druck auf den Bahn-Vorstand ausüben. An diesem Tag soll nach "Tagesspiegel"-Informationen nach den regional begrenzten Warnstreiks der Bahnverkehr in Deutschland flächendeckend lahmgelegt werden. Die Aktion solle während des Früh-Berufsverkehrs stattfinden, teilte das Berliner Blatt am Dienstag mit.

Etwa 45 Minuten werde kein Zug fahren. Die Lokomotivführer sollten nach Möglichkeit aber bis zu einem Bahnhof fahren und auf jeden Fall einen Stopp in Tunnels und auf Brücken

vermeiden.

Am Dienstag waren von den Warnstreiks nach Gewerkschaftsangaben über 220 Züge betroffen. In Nürnberg wurde am Morgen für rund zwei Stunden der Fern- und Nahverkehr am Hauptbahnhof komplett lahmgelegt. In der bayerischen Landeshauptstadt war der S-Bahn-Verkehr auf einer Stammstrecke für eine Stunde durch einen Lokführerstreik blockiert, gab die Bahn bekannt. Dadurch sei es zu zahlreichen Ausfällen und Verspätungen von insgesamt 70 Zügen gekommen. Betroffen waren nach Bahnangaben insgesamt rund 300 000 Fahrgäste und bayernweit 160 Nah- und Fernverkehrzüge.

Transnet-Chef Norbert Hansen betonte, die befristeten Warnstreiks würden fortgesetzt, bis die Bahn auf die Gewerkschaftsforderungen eingehe. Die bislang über die Medien transportierten Bahn-Offerten müssten auf dem Verhandlungstisch vorliegen. Dann könne darüber diskutiert werden. Auch die Drohung eines weiteren Arbeitsplatzabbaus schrecke nicht von Streiks ab, sagte Hansen am Morgen im Deutschlandradio Berlin.

Die Gewerkschaften fordern unverändert fünf Prozent mehr Einkommen für rund 160 000 Beschäftigte und die Angleichung von 50 000 Ost-Gehältern an das Westniveau. Hansen unterstrich, nur deutliche Gehaltserhöhungen könnten den Tarifstreit beenden.

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