Bildungssystem
PISA-E-II-Studie bestätigt GEW-Forderung: Fördern statt Auslesen
Migrantenkinder für das schlechte Abschneiden bei PISA verantwortlich zu machen, bezeichnete Stange als unzulässigen Versuch, die PISA-Ergebnisse zu instrumentalisieren. „Migrantenkinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien sind die Opfer des gegliederten Schulsystems – und nicht die Ursache dessen mangelnder Leistungsfähigkeit“, betonte die GEW-Vorsitzende.
„Zensuren sind offenbar ein denkbar ungeeignetes Mittel, um die Leistungen der Schülerinnen und Schüler in einem hochselektiven Schulsystem gerecht zu bewerten“, unterstrich Stange. Die PISA-Ergebnisse zeigten, dass Noten im Wesentlichen von subjektiven Kriterien wie dem Durchschnittsniveau der Lerngruppe und Schule sowie der sozialen Herkunft der Schüler abhängen. Anders ließen sich die großen Bewertungsunterschiede innerhalb und zwischen den Schulformen sowie von Bundesland zu Bundesland nicht erklären.
„Offenbar gibt es in Deutschland keine halbwegs einheitliche Vorstellung davon, was in der Schule gelernt und wie es bewertet werden soll“, stellte Stange fest. „Deshalb fordert die GEW ‚nationale Bildungsstandards’.“ Diese sollten kompetenzorientiert und schulformübergreifend sein – und nicht die Auslese unterstützen. „Wir müssen endlich von der kontraproduktiven föderalen Kleinstaaterei wegkommen. Den Schülerinnen und Schülern ist nicht damit geholfen, wenn jedes Bundesland seine eigenen Standards entwickelt.“
Stange appellierte, sich mit der Studie in Gänze und ohne ideologische Scheuklappen auseinander zu setzen. „Wir müssen die Ergebnisse endlich ernst nehmen und die tatsächlichen Probleme der Schulen wie mangelnde Chancengleichheit angehen“, sagte die GEW-Chefin.
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