Irak-Konflikt

USA machen dicht - CIA informiert deutsche Verbündete nicht mehr

"Closed shop" - geschlossener Laden. So umreißen die deutschen Geheimdienste die gegenwärtige Lage in ihrem Verhältnis zu den amerikanischen Nachrichtendiensten. "Wir erfahren über die Vorbereitungen der US-Armee für einen möglichen Angriff auf den Irak so gut wie gar nichts - null", bedauert ein hochrangiger Vertreter der deutschen Sicherheitsbehörden. Aus Kreisen des CIA war in Washington dazu "lapidar" zu erfahren: "Das haben die Deutschen jetzt davon". Damit meinte ein CIA-Mann die "hartnäckige Anti-Haltung der Bundesregierung in Sachen Irak-Krieg".

Bisher waren die deutschen Dienste nach ihren Angaben "recht zufrieden mit den Informationen, die sie von CIA und anderen US-Partnern über die Tätigkeit der UN-Inspektoren im Irak" erhalten haben. Aber seit sich die "Angriffsszenarien" der Amerikaner verdichten, "kommen bei unseren Sicherheitsbehörden keinerlei Informationen mehr an", berichtet ein deutscher Geheimdienstexperte. "Wir sind stinksauer", schildert er. Im gleichen Atemzug unterstreicht er allerdings: "Wir können wohl keine Informationen in der Irak-Frage erwarten, wenn wir nicht mitmischen wollen." Den deutschen Diensten bleibe nur übrig, "in angespannter Stille zu warten, was auf uns zukommt".

Besondere Sorgen bereitet die Situation der Bundeswehrsoldaten in Kuwait und in Afghanistan. In Kuwait sind die Soldaten mit ihren Spürpanzern "Fuchs" für einen Zwischenfall mit chemischen oder biologischen Waffen stationiert. Für die deutschen Soldaten bei ihrem Einsatz in der afghanischen Hauptstadt Kabul gibt es Evakuierungspläne. "Aber wird das funktionieren?", wird in den Geheimdiensten in der Heimat gefragt.

Es wird nämlich befürchtet, dass die Soldaten der Bundeswehr in Afghanistan "spontanen Angriffen" der Taliban ausgesetzt sein könnten, wenn die Amerikaner im Irak losschlagen. Erst am 10. Februar schlugen in der Nähe von "Camp Warehouse", dem deutschen Lager in Kabul, Raketen chinesischer Bauart des Kalibers 107 mm ein. Verteidigungsminister Peter Struck (SPD), der zur Übernahme des ISAF-Kommandos durch Deutschland und die Niederlande nach Kabul geflogen war, kam wie seine Soldaten mit dem Schrecken davon.

Aus CIA-Kreisen wurde bestätigt, dass sich die Bush-Administration genau so wie die Blair-Regierung in London "grundsätzlich nicht von ihren Plänen zum militärischen Vorgehen gegen den irakischen Diktator Saddam Hussein abbringen lassen werden". Der Einmarsch mit Bodentruppen aus Kuwait "kann aus dem Stand begonnen werden", erklärt ein CIA-Vertreter. Das "Problem Türkei", dessen Parlament den Aufmarsch amerikanischer Truppen auf türkischem Gebiet zum Angriff auf den Nordirak verweigert hat, werde "bestimmt in absehbarer Zeit gelöst", betont er.

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