Überfischung

Dorschbestand in Neufundland erholt sich nicht

Trotz zehnjähriger Pause hat sich der Bestand an Dorschen in den Fischgründen vor der Küste Neufundlands und im Golf von St. Lawrence nicht erholt. Die Regierung in Ottawa hat aus diesem Grund einen weiteren Fangstopp angekündigt, berichtet das Magazin Enviromnent News Service. Die Fischgründe stellten im Jahr 2000 einen wirtschaftlichen Wert von rund 14,5 Millionen Euro dar, zehn Jahre zuvor lieferten sie noch Erträge von mehr als 102 Millionen Euro. Die kanadische Regierung hat daher angekündigt, dass sie mit einem Hilfsfonds den Gemeinden, die vom Ende der Dorschfischerei betroffen sind, helfen werde. Knapp 28 Millionen Euro wolle die Regierung in den kommenden zwei Jahren an Entwicklungshilfe zahlen. Unter anderem sollen arbeitslos gewordene Fischer umgeschult werden. Darüber hinaus würden Wissenschaftler die Gründe für den massiven Schwund der Dorschbestände erforschen. Umweltschützer kritisierten den Entschluss als „zu spät gefasst".

Rückschlag für Wettbewerb

Regulierungsbehörde erhöht Telefonpreise im Ortsnetz

Die Reglierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) hat dem Wettbewerb im Telefonsektor am Dienstagabend einen schweren Schlag versetzt: Konkurrenten der Deutschen Telekom müssen ab 1. Juli für die Zuführung von Ortsnetz-Gesprächen zu ihrem Netz bis zu 45,5 Prozent mehr bezahlen als bisher. Damit sind zumindest in der Nebenzeit keine Angebote mehr möglich, die billiger sind als die Telekom-Tarife. Alleine die so genannten Interconnection-Entgelte und die Mehrwertsteuer sind mindestens so hoch wie die Endkunden-Tarife der Telekom. Die Regulierungsbehörde setzte sich damit über in großer Zahl vorgetragene Bedenken hinweg, eine solche Regelung widerspreche sowohl dem deutschen, als auch dem europäischen Recht.

Life Sciences

Bedarf an Wissenschaftsjournalisten steigt

In Zukunft wird der Bedarf an wissenschaftsjournalistischer Berichterstattung stark steigen. Das prognostiziert eine Studie der Bertelsmann Stiftung. Über 60 Prozent der befragten Journalisten rechneten mit einem weiteren Anstieg des Publikum-Interesses, insbesondere für die so genannten "Life Sciences". Mehr als 90 Prozent der Journalisten seien der Überzeugung, dass "Life-Sciences"-Themen wie Ernährung, Gesundheit, Medizin, Gen- und Biotechnologie künftig zentrale Themenfelder würden. Diese würden für die Leser-Blatt-Bindung als wichtig eingeschätzt.

Keine Entspannung in China

Über eine Million Dollar gegen SARS

Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao rechnet im Kampf gegen SARS mit keiner baldigen Entwarnung. "Die Lage in China ist noch immer ernst", zitiert die BBC Wen anlässlich des Treffens der zehn südostasiatischen ASEAN-Staaten mit Vertretern Chinas und Japans in Bangkok. Der Ministerpräsident schlug einen Fonds zur Bekämpfung von SARS vor. Peking wolle dafür rund 1,2 Millionen Dollar bereitstellen, Thailand ist bereit, 250.000 Dollar zur Verfügung zu stellen. Die genaue Höhe des Fonds wurde noch nicht festgelegt. Zudem wolle man künftig Informationen über die Ausbreitung von SARS und Gegenmaßnahmen besser austauschen.

Kinderarbeit

Mädchen in Indien noch immer benachteiligt

Die indische Kampagne gegen Kinderarbeit hat in der Hauptstadt Neu Delhi das Jahr gegen die Ausbeutung von Mädchen ausgerufen. 26 indische Mädchen aus verschiedenen Landesteilen überreichten heute Premierminister Vajpayee eine Deklaration, in der die Zentralregierung und die Regierungen der Bundesstaaten aufgefordert werden, für die Umsetzung der Schulpflicht zu sorgen und das Verbot von Kinderarbeit wirksam durchzusetzen. In Indien gehen 85 Millionen Kinder zwischen fünf und 14 Jahren nicht zur Schule, davon rund 50 Millionen Mädchen. Auch zwei Drittel der etwa 50 Millionen arbeitenden Kinder sind Mädchen.

Allianz regionaler Agenturen

Konkurrenz für Reuters und Co

Die auf Wirtschafts- und Finanznachrichten spezialisierten Agenturen AFX News, Xinhua Financial Networks und CBS MarketWatch wollen gemeinsam den internationalen Größen Reuters, Bloomberg und Dow Jones Konkurrenz machen. Die drei regional starken Nachrichtenagenturen haben sich unter dem Namen World Business News (WBN) zu einer globalen Allianz zusammengeschlossen, berichtet das Wall Street Journal (WSJ). Damit hofften sie den Kunden ein deutlich billigeres Angebot für professionelle Wirtschafts- und Finanznachrichten liefern zu können als die etablierte Konkurrenz. Die drei Allianzpartner sollen als eigenständige Unternehmen erhalten bleiben.

Verreisen

Online-Tourismus gewinnt

Der Online Tourismus entwickelt sich positiv. Trotz des insgesamt schwachen Jahres können Reiseveranstalter Umsatzsteigerungen von 100 Prozent verzeichnen. Der Vorteil der Online-Angebote liege nach Angaben des Münchner Unternehmensberaters Ulysses in der raschen Änderung von Kundenwünschen. Das Unternehmen hatte Online-Tourismusreport 2002 Reiseveranstalter, Anbieter und Transportunternehmen in 65 Staaten befragt. Online-Reiseveranstalter waren damit die klaren Gewinner der gesamten Reisebranche.

Internet

Starkes Ost-West-Gefälle bei Domains

Bei den sechs Millionen deutschen de-Domains gibt es nach wie vor ein starkes West-Ost-Gefälle. Wie die deutsche Registrierungsstelle DENIC mitteilte, liegt die Domainzahl im Osten nur bei etwa der Hälfte des Bundesdurchschnitts. Die neuen Bundesländer verzeichnen laut der Erhebung zwar immer noch hohe Zuwachsraten von mehr als 20 Prozent, dies allerdings von einem deutlich niedrigeren Niveau aus als im Westen. Insgesamt sei die Zahl der .de-Domains im vergangenen Jahr um 17 Prozent angestiegen.

Strafe bei blauem Dunst

Rauchen in New York wird teuer

Für Raucher und Bar- beziehungsweise Restaurantbetreiber in der Stadt New York, die diese nach wie vor zur Zigarette greifen lassen, könnte es ab dem heutigen Mittwoch teuer werden. Ab dem Zeitpunkt ist mit saftigen Strafen zu rechnen. Wurden in der ersten Phase nach dem Inkraft-Treten des Rauchverbots im März noch Routine-Checks durchgeführt, wird es ab jetzt für die Betreiber bei einer erstmaligen Übertretung eine Strafe von 200 bis 400 Dollar geben. Bei einem zweiten Verstoß heiße es 500 bis 1.000 Dollar zahlen, bei einem dritten Verstoß werde die Strafe mit 1.000 bis 2.000 Dollar noch saftiger. Erfolge der dritte Verstoß innerhalb eines Jahres, könne der Besitzer sogar seine Lizenz verlieren. Im Vergleich dazu würden Ratten in Betriebsküchen mit 200 bis 2.000 Dollar geahndet.

Nach dem Weltgipfel

Kommission für Nachhaltige Entwicklung sucht Konsequenzen aus Johannesburg

Acht Monate nach dem UN-Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg haben Regierungsvertreter und Aktivisten mit Beratungen über die Verwirklichung der Beschlüsse begonnen. Auf der 11. Sitzung des CSD, der Kommission für Nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen wollen die Teilnehmer die Realisierung und Überwachung der Weltgipfel-Beschlüsse in Angriff nehmen. Die wichtigste Ziele seien die Beseitigung von Hunger und Armut, der Schutz der Umwelt und ihrer Ressourcen sowie das Ende des Raubbaus an der Natur durch umweltschädliche Produktion und Konsum. Deutschland ist unter anderen neben den USA, Japan, Frankreich und Großbritannien eines von 53 Mitgliedsländern der Kommission.

Terrorismus

65 Tage Ungewissheit über 31 entführte Sahara-Touristen

31 europäische Touristen sind in der südalgerischen Sahara verschwundenen. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen stehe die algerische Regierung in "äußerst schwierigen und langwierigen Verhandlungen" mit den Entführern über die Freilassung der Geiseln. Algier und Berlin würden aber "aus Prinzip" kein Lösegeld zahlen oder "irgendwelche anderen Zugeständnisse machen", versicherten Sicherheitsexperten. Es sei auch nach wie vor nicht klar, ob die Entführer - wahrscheinlich terroristische Islamisten - tatsächlich Lösegeld oder möglicherweise die Freilassung von beispielsweise in Deutschland inhaftierten Gesinnungsgenossen verlangen.

EU-Verteidigungspolitik

Vierer-Gipfel will europäische Sicherheits- und Verteidigungsunion

Deutschland will gemeinsam mit Frankreich, Belgien und Luxemburg die Bildung einer europäischen Sicherheits- und Verteidigungsunion vorantreiben. Auf entsprechende konkrete Vorschläge verständigten sich die Staats- und Regierungschefs der vier Länder am Dienstag bei einem Treffen in Brüssel. Die vier Staaten schlagen konkret die Schaffung eines europäischen Lufttransportkommandos bis Juni 2004 vor. Gemeinsame europäische Fähigkeiten sollen zum Schutz vor atomaren, biologischen und chemischen Angriffen sowie auch zur Ausbildung entwickelt werden. Zudem sollen eine Kriseneingreiftruppe, eigene Planungskapazitäten sowie militärische Teams geschaffen werden, die innerhalb 24 Stunden bei humanitären Katastrophen zum Einsatz kommen können.

Fremdenfeindlichkeit

Internet-Plattform Mut-gegen-rechte-gewalt gestartet

Die neue Internet-Plattform will die Zivilcourage gegen Fremdenfeindlichkeit in Deutschland stärken. Beim Start der Website des Magazins "Stern" und der Amadeu Antonio Stiftung am Dienstag in Berlin sagte Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (SPD), der Kampf gegen rechte Gewalt müsse ein ständiges Anliegen der Gesellschaft sein. Entsprechende Projekte dürften "keine Eintagsfliege" sein, warnte die Ministerin, unter deren Federführung das Aktionsprogramm der Bundesregierung "Jugend für Toleranz und Demokratie" läuft.

Bundesverfassungsgericht

Karlsruhe: Rechte leiblicher Väter per Gesetz stärken

Das Bundesverfassungsgericht fordert den Gesetzgeber zur Stärkung der Rechte leiblicher Väter auf. Nach einem am Dienstag vom Ersten Senat in Karlsruhe veröffentlichten Beschluss ist der Ausschluss leiblicher, aber eben nicht rechtlicher Väter vom Umgangsrecht und von der Anfechtung einer Vaterschaftsanerkennung teilweise verfassungswidrig. Demnach muss ein leiblicher Vater den Umgang mit einem von ihm gezeugten Kind erstreiten können, wenn zwischen ihm und dem Kind eine sozial-familiäre Beziehung zeitweise bestanden hat. (Az: 1 BvR 1493/96 und 1 BvR 1724/01)

Tag gegen Lärm

VCD und BUND fordern Verkehrsbeschränkungen und Lärmsanierung

Anlässlich des Internationalen Tags gegen Lärm am Mittwoch haben der Verkehrsclub Deutschland (VCD) und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) heute in Berlin wirksame Maßnahmen zur Eindämmung des Verkehrslärms angemahnt. Obwohl sich in Deutschland weit über die Hälfte aller Menschen vom Straßenverkehrslärm belästigt fühlten, gebe es nach Ansicht der beiden Umweltverbände zu wenig Aufmerksamkeit für das Thema und eine mangelhafte Aufklärung über die krankmachenden Folgen des Lärms.

1. Mai

Attac ruft zu Demonstrationen gegen die Agenda 2010 der Bundesregierung auf

Das globalisierungskritische Netzwerk Attac ruft zur massenhaften Beteiligung an den diesjährigen Demonstrationen am 1. Mai auf. "Die Bundesregierung bläst zu einem beispiellosen Angriff auf den Sozialstaat", sagte Peter Wahl vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis zur Begründung. Die Verwirklichung der so genannten "Agenda 2010" wäre nach Ansicht von Attac eine neue Qualität bei der Demontage sozialer Errungenschaften. Die Bundesregierung betreibe in einem Maße den Systemwechsel, wie sich das keine ihrer Vorgängerinnen getraut habe, sagte Wahl. "Die Vorschläge der Hartz- und der Rürup-Kommissionen, Kürzungen bei Arbeitslosengeld, Arbeitslosenhilfe, Sozialhilfe und Krankengeld sind keine Modernisierung, sondern der Rückfall in den Manchesterkapitalismus. Das sind keine Reformen, das ist Klassenkampf von oben."

Irak

Hilfsorganisationen bauen Gesundheitsversorgung wieder auf

Die in der Aktion Deutschland Hilft (ADH) zusammengeschlossenen Hilfsorganisationen weiten ihren humanitären Einsatz im Irak aus. "Vorrangiges Ziel der Hilfsorganisationen ist es jetzt, die irakische Gesundheitsversorgung zu stabilisieren und weiter auszubauen", so Janina Niemietz-Walter, Sprecherin der ADH. "Noch immer ist das Infektionsrisiko durch verschmutztes Trinkwasser, fehlende Impfstoffe und Desinfektionsmittel für die Bevölkerung, besonders auch für die Kinder, außerordentlich hoch."

Umweltschützer reichen Beschwerde ein

Kaspisches Ölpipelineprojekt verletzt OECD-Leitsätze

Der Konzern BP steht im Zentrum einer Beschwerde, die Umwelt- und Entwicklungsorganisationen aus sechs Ländern wegen Verstoßes gegen die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen einreichen. Beim jährlichen Forum der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erklärt Heike Drillisch von der Entwicklungsorganisation WEED in Paris: "BP und seine Konsortialpartner beim Pipelineprojekt Baku-Tbilisi-Ceyhan (BTC) verstoßen klar gegen Grundregeln der Unternehmensverantwortung." In Deutschland reichen urgewald, WEED, Germanwatch und der BUND bei der "Nationalen Kontaktstelle" im Bundeswirtschaftsministerium die OECD-Beschwerde gegen die Deutsche BP als Teil des BP-Konzerns ein.

Allergiker

Tipps für Heuschnupfenopfer

Jetzt kommt wieder die Heuschnupfenzeit. An warmen sonnigen Tagen produzieren Buchen, Birken sowie Gräser und Getreide extrem große Pollenmengen, die vom Wind kilometerweit getragen werden. Diese Pollen rufen bei sensibilisierten Menschen allergische Reaktionen hervor. Rund 17 Prozent der Deutschen leiden unter Pollenallergie. Und viele wissen gar nicht, dass hinter dem jährlichen Frühsommerschnupfen eine ernstzunehmende Erkrankung steckt.

Bund der Energieverbraucher

Bilanz von fünf Jahren Stromwettbewerb: Verbraucher sind betrogen worden

Der Bund der Energieverbraucher hat nach fünf Jahren Wettbewerb auf dem Strommarkt Bilanz gezogen. Die Energieversorger hätten die Liberalisierung missbraucht, um den Wettbewerb zu verhindern und den Haushaltskunden überhöhte Preise abzuverlangen. Zusammenschlüsse der grossen Stromversorger zu E.on, RWE und EnBW und Vattenfall hätten den Wettbewerb behindert. Zahlreiche Beteiligungen an Stadtwerken hätten deren Eigenständigkeit beschnitten. Und die Stadtwerke selbst hätten wettbewerbsbedingte Einkaufsvorteile nicht an ihre Kunden weitergegeben.

Solarenergie

Einweihung der weltgrößten Photovoltaikanlage im bayerischen Hemau

Auf einer ehemaligen Militärfläche wird die neue Solarenergieanlage eingeweiht. "Mit Solaranlagen, wie der bislang weltgrößten in Hemau, werden die Erfolge des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) immer offensichtlicher", so Hans-Josef Fell, MdB von Bündnis90/Die Grünen. Das Wachstum der Photovoltaik werde immer stärker. Allein im ersten Quartal 2003 wurden im Rahmen des Hunderttausend-Dächer-Programms Kredite für 3200 Anlagen beantragt. Das ist der höchste Wert seit Einführung der jetzt geltenden Förderinstrumente.

Saale-Elbe-Kanal

Bundestagsabgeordnete kommen zum Picknick an die Saalemündung

Informationen und Aktionen zum geplanten Saale-Elbe-Kanal gibt es am 1. Mai ab 15 Uhr direkt an der Saalemündung bei Barby, 1 km südlich der Elbfähre. Zu Gast sind u.a. die Bundestagsabgeordneten Undine Kurth (Bündnis 90/ Grüne) und Ulrich Kasparick (SPD). Beide Abgeordnete sprachen sich klar gegen die Kanalbaupläne aus und stehen den Bürgern für Gespräche zur Verfügung.

Leben nach dem Krieg

Zwei Drittel der irakischen Ernte vernichtet

Nur rund ein Drittel der Frühjahrsernte im Irak sollen durch den Krieg unversehrt geblieben sein. Zu diesem Ergebnis kommt eine erste Erhebung der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO). Wie die Organisation am heutigen Montag bekanntgibt, basieren die Daten auf Berichten von Mitarbeitern im Irak. Die FAO warnt in einer Stellungnahme aber, dass das Schicksal der Winter-Getreideernte - rund 1,2 Millionen Tonnen Weizen und Gerste - weiterhin ungewiss ist.

HIV

Aids-Medikament für Entwicklungsländer billiger

Der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline wird die Preise für Aids-Medikamente in Entwicklungsländern halbieren. Der Preis für die bekannteste Aids-Therapie, das Kombi-Medikament Combivir, soll nach eigenen Angaben um 47 Prozent reduziert werden. Damit sei es zu einem ähnlichen Preis wie einige Aids-Generika erhältlich. Von der Preisreduktion betroffen sind 63 Entwicklungsländer, darunter alle Länder südlich der Sahara.

Gesundheitsschäden

Schadensersatz für verstrahlte NVA-Soldaten

Ehemalige Soldaten der Nationalen Volksarmee der DDR (NVA), die Radarstrahlen ausgesetzt waren, haben nach Informationen des "Spiegel" gute Aussichten, doch noch Schadensersatz von der Bundesrepublik zu erhalten. In einem sogenannten Hinweisbeschluss stellte das Landgericht Frankfurt (Oder) fest, dass die Bundesrepublik grundsätzlich verpflichtet sei, ehemalige NVA-Soldaten zu entschädigen.

Bundeswehrreform

Kriegsdienst für vier Monate

Die SPD-Verteidigungsexpertin Verena Wohlleben spricht sich für eine radikale Verkürzung und Verkleinerung der Bundeswehr aus. Wohlleben verlangte eine "Reform der Reform". Nach ihren Vorstellungen soll die Bundeswehr auf 240.000 Soldaten reduziert und der Wehrdienst auf drei bis vier Monate begrenzt werden. Damit könnten Einsparungen von rund einer Milliarde Euro erreicht werden. Damit würden die jungen Männer "im Rahmen einer zumutbaren zeitlichen Belastung" eingezogen. Eine zeitlich aufwendige Massenpräsenz sei mit dem Wegfall der Abschreckungsdoktrin des Kalten Kriegs nicht mehr nötig.

Atomkraft

Greenpeace protestiert vor dem AKW Biblis

Greenpeace-Aktivisten haben am frühen Sonntagmorgen am Atomkraftwerk Biblis den Aufsichtsbehörden mit einer Protestaktion Schlamperei und Fahrlässigkeit vorgeworfen. Auf den Kühlturm des abgeschalteten südhessischen Meilers projizierten sie ein Großbilddia mit dem Spruch „AKW Biblis: 28 Jahre Russisch-Roulette!“ Damit wollte die Organisation darauf hinweisen, dass das Notkühlsystem bereits seit der Inbetriebnahme des AKWs 1975 unzureichend ist und nicht der Betriebsgenehmigung entspricht. Greenpeace forderte, den Betreiber RWE und die politisch Verantwortlichen in den Atomaufsichtsbehörden von Land und Bund zur Rechenschaft zu ziehen.

G8-Treffen

Umweltminister wollen mehr Sicherheit bei Tankern

Die Umweltminister der G8-Staaten haben eine Verbesserung der Ausstattung für Tankschiffe gefordert. Grund für die seit Jahren diskutierte Maßnahme war der Untergang der "Prestige" vor der spanischen Atlantikküste im Vorjahr. Aus dem Wrack treten immer noch Tonnen von Öl aus, berichtet BBC-Online. Nach Angaben von Korrespondenten seien bei den Gesprächen erneut die unterschiedlichen Auffassungen zwischen Europa und den USA über das Kyoto-Protokoll zu Tage getreten. Die Politiker forderten die International Maritime Organisation (IMO) auf, zusätzliche Fonds zu schaffen, um die Opfer der Ölkatastrophen zu entschädigen.

Internetmüll

Neues Projekt Lumos soll Identität von Spam-Versendern aufdecken

Die "E-Mail Service Provider Coalition" (ESPC) will mit einem eigenen Projekt dem Problem von Spam-Mails Herr werden. Project Lumos will verhindern, dass Aussender von Massenmails ihre Identität hinter falschen Absender-Adressen verbergen. Die Grundlage dazu ist nach den Vorstellungen von ESPC ein veränderter E-Mail-Header, der alle wichtigen Informationen über den Massenaussender enthält, sowie ein sicheres Authentifizierungssystem für dessen eindeutige Identifikation. In den Header muss auch eine URL integriert werden, die ein Abmelden von der Aussender-Liste ermöglicht. Die Marketingunternehmen, die Massenmails versenden, müssen sich zu einem korrekten Verhalten verpflichten und einer Überwachung ihrer Aussendungs-Praxis zustimmen. "Die Abwehr von Spam erfordert, dass wir die E-Mail-Architektur ändern", erklärte Hans Peter Brondmo, Vorsitzender der ESPC-Arbeitsgruppe für technische Angelegenheiten.

Biomassetagung in Aachen

Perspektiven der Bioenergie in Stadt und Region

Erneuerbare Energien werden in der Zukunft eine immer größere Rolle bei der Energieversorgung spielen. Als nachwachsender und klimafreundlicher Rohstoff wird insbesondere die Biomasse - wie Biomasse, Biogas, Holz und Pflanzenöl - eine interessante Perspektive für Kommunen, Landwirte, Ingenieurbüros und Energieversorger bieten. Vom 28. bis 29. April 2003 findet deshalb in Aachen das 1. Aachener Anwenderforum für Bioenergienutzung in Stadt und Region statt, eine Biomasse-Tagung, die von der Stadtwerke Aachen AG, STAWAG, und EUROSOLAR e.V. veranstaltet wird.

Zeichen für Kreditunwürdigkeit

Rating-Agentur stellt Zahlungen für WestLB-Pipeline in Ecuador ein

Die renommierte internationale Rating-Agentur Moody's gab jetzt bekannt, dass sie ab sofort ihr Rating für die von der Düsseldorfer WestLB finanzierte OCP-Pipeline einstellt. Als Begründung führt Moody's "die unzureichenden finanziellen und operativen Informationen" von OCP an. "Dies ist ein höchst ungewöhnlicher Vorgang", kommentierte Heffa Schücking von der Umwelt- und Menschenrechtsorganisation Urgewald. "Es kommt fast nie vor, dass Rating-Agenturen ihre Ratings einstellen, es sei denn, ihnen liegen Hinweise auf schwerwiegende Ungereimtheiten vor." Für die Finanzierer des OCP-Projekts - allen voran die WestLB - ist der Wegfall des Ratings für ihre 900 Millionen US-Dollar Investition auf jeden Fall ein Desaster. Die Rating-Agenturen sind die wichtigste unabhängige Überprüfungsinstanz im internationalen Kredit- und Anleihengeschäft. Wenn sie das Vertrauen in eine Firma verlieren, gilt sie nicht mehr als kreditwürdig.

Schwierige Umweltsituation

Neues Wassersystem und Kanalisationsnetz gegen Epidemiegefahr im Irak benötigt

Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) warnt, dass die kriegsbedingten Schäden im Abwasser- und Elektrizitätssystem gepaart mit der zunehmenden Verschmutzung die Umweltsituation im Irak verschlechtert haben. Auch die Gesundheit der Bevölkerung wurde in Mitleidenschaft gezogen. Anhand der ersten Erhebungen empfiehlt die UNEP sofortige und langfristige Maßnahmen: Das Wassersystem und das Kanalisationsnetz muss dringend wieder hergestellt werden. Ebenso ist es umgehend notwendig, stark verschmutzte Regionen zu säubern sowie Müllberge und medizinischen Abfall zu entfernen. Nur so könne das Risiko einer Epidemie reduziert werden.

Rechtsstreit soll beigelegt werden

100-Milliarden-Treuhänderfonds für Asbest-Geschädigte in den USA

Unter dem wachsenden Druck, die Asbest-Rechtsstreitkrise in den USA zu lösen, arbeiten Klägeranwälte, Unternehmen, Versicherungsgesellschaften, Gewerkschaften und Senatoren einen Plan für einen nationalen 100 Milliarden-Dollar-Treuhänderfonds aus. Mit diesem sollen die Schadensansprüche jener Arbeiter getilgt werden, die nach dem Hantieren mit krebsauslösenden asbesthaltigen Materialien krank wurden. Asbest wurde jahrelang in der Industrie und vom Militär eingesetzt. Wird das aus langen dünnen Fasern bestehende Mineral Asbest eingeatmet, kann dies zu Rippenfell- und Lungenkrebs sowie zur Asbeststaublunge führen. Nachdem diese gesundheitlichen Risiken bekannt wurden, kam es zu einer Klageflut, die 60 US-Unternehmen in den Bankrott getrieben hat.

Medizin

EU plant Ausweitung der Embryonenforschung

Ungeachtet ethischer Bedenken in zahlreichen europäischen Ländern plant die EU-Kommission langfristig offenbar eine deutliche Ausweitung der Embryonenforschung. In einem internen Gutachten, das der "Berliner Zeitung" (Freitagausgabe) vorliegt, verweist die Kommission auf die Potenziale der Forschung mit menschlichen embryonalen Stammzellen und spricht sich für eine stärkere Förderung des umstrittenen Wissenschaftszweiges aus. Das Papier wurde am Donnerstag erstmals in Brüssel von Vertretern der Kommission, den Mitgliedsstaaten und des Europäischen Parlaments diskutiert. Es dient als Grundlage für die bevorstehenden EU-Verhandlungen zur Zukunft der Embryonenforschung.

Dreiländer-Umfrage zeigt Auswirkungen der Wirtschaftsflaute

Journalismus setzt mehr auf Presse- und Agenturmeldungen als Ersatz

In Zeiten von Sparmaßnahmen in Unternehmen und Medien nimmt der Einfluss von Pressemitteilungen und PR-Agenturen auf von Journalisten produzierte Medieninhalte zu. Gleichzeitig sinkt aber auch die Chance einer Pressemitteilung die Aufmerksamkeit eines Journalisten zu erhaschen, wenn sie nicht qualitativ einwandfrei und übersichtlich aufgearbeitet ist. Das sind zwei Ergebnisse einer schriftlichen Dreiländer-Umfrage des PR-Agenturnetzwerks ECCO Public Relations in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Für die Analyse wurden insgesamt 485 Journalisten (von 2.700 versandten Fragebögen; Rücklaufquote 18 Prozent) von einer deutschen, österreichischen und schweizerischen Agentur befragt. Die Umfrage begibt sich auf die Spur der Beziehung zwischen Öffentlichkeitsarbeit und Journalismus in Zeiten der wirtschaftlichen Sparzwänge.

Gegen Papier aus finnischen Urwäldern

Greenpeace-Protest gegen Papierfrachter aus Finnland

Gegen den Import von Papier aus bedrohten finnischen Urwäldern protestieren am Freitagnachmittag Greenpeace-Aktivisten an dem Papierfrachter "Finnhawk" auf der Ostsee bei Lübeck. Mit vier Schlauchbooten sind sie bei der Travemündung auf das Schiff getroffen und haben die Bordwand mit dem Spruch "Forest Crime in Europe" bemalt. Das aus dem Ostsee-Hafen Oulu kommende Schiff liefert Papier der finnischen Papierhersteller Storänso, UPM Kymmene und M-Real für den deutschen Markt. Das Papier stammt anteilig aus Einschlägen in ungeschützten Urwäldern im Nordosten Finnlands.

Sozialpolitik

Die Rentenvorschläge der Rürup-Kommission

Bei den Renten-Vorschlägen der Rürup-Kommission stehen vor allem zwei Vorschläge im Mittelpunkt: eine neue Altersgrenze und eine neue Rentenformel. Die Regelaltersgrenze soll ab 2011 stufenweise von 65 auf 67 Jahre angehoben werden. Für den Geburtsjahrgang 1946 beträgt das Eintrittsalter 65 Jahre und einen Monat. Für jeden weiteren Geburtsjahrgang folgt eine Anhebung um einen Monat. Nach 24 Jahren liegt die Altersgrenze schließlich bei 67 Jahren. Auch künftig soll ein vorgezogener Rentenbezug unter Hinnahme von Abschlägen möglich sein. Allerdings wird er parallel zur Altersgrenze verschoben. Die Gewerkschaftsvertreter der Kommission kritisieren, dass künftig nur noch ab 64 Jahren ein vorzeitiger Renteneintritt möglich wird. Zudem werde die jetzige Altersgrenze von 65 Jahren schon jetzt selten erreicht. Vielmehr liege das reale Rentenalter bei 60 Jahren.

Billiges Medikament wirkt nicht mehr

Täglich sterben in Afrika 3.000 Kinder an Malaria

Chloroquin, das billigste und meistgenutzte Medikament gegen Malaria, hat in den meisten Teilen Afrikas seine Wirksamkeit verloren. Die Kindersterblichkeit durch Malaria steigt in vielen besonders schwer betroffenen Regionen an. Durchschnittlich 3.000 afrikanische Kinder sterben täglich an der Tropenkrankheit. Zu diesen alarmierenden Ergebnissen kommt der erste umfassende Bericht zu Malaria in Afrika, den das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF am Freitag gemeinsam mit der WHO vorstellen wird.

Deutsche Früchte umweltfreundlicher und gesünder

Pestizid-Rückstände in fast allen importierten Erdbeeren

Wer im Frühling Lust auf süße, leckere Erdbeeren bekommt, sollte lieber warten, bis die roten Leckerbissen aus heimischen Gefilden im Angebot sind. Das ist besser für den Geschmack und wohl auch für das Wohlbefinden: In fast allen importierten Erdbeeren fand die Stiftung Warentest Rückstände von Pflanzenschutzmitteln. Früchte aus Marokko waren dabei stets deutlich bis stark belastet, berichtet die Zeitschrift test in ihrer Mai-Ausgabe.

Kauf ohne Auflagen genehmigt

Weg frei für Kirch-Übernahme durch US-Milliardär Saban

Der Weg für die Übernahme der ehemaligen Kirch-Gruppe durch den US-Milliardär Haim Saban ist frei. Das Bundeskartellamt hat das Geschäft erwartungsgemäß ohne Auflagen genehmigt. Das bedeutet grünes Licht für die Übernahme der ProSiebenSat.1 Media AG sowie des Film- und TV-Rechtehandels der KirchMedia durch die Saban Capital Group. Da Saban noch nicht auf dem deutschen Markt aktiv ist, sei eine "Entstehung oder Verstärkung marktbeherrschender Stellungen" durch die Übernahme nicht zu erwarten, so das Bundeskartellamt.

1200 bis 1300 Jahre alte Eiche

Ältester Baum Europas wieder grün

Der älteste Baum Europas zeigt noch Lebenslust. Der zwischen 1200 und 1300 Jahre zählende Baum-Methusalem im mecklenburgischen Ivenack (Landkreis Demmin) treibe derzeit schön grün aus, sagte der Leiter des zuständigen Forstamtes Stavenhagen, Ralf Hecker, am Donnerstag. Die etwa 35 Meter hohe Stieleiche mit einem Stammdurchmesser von knapp 3,5 Metern erweist sich auch sonst als recht vital: Sie zeige immer noch Zuwachs, teilte der Experte mit. In einer Studie wird das weitere Wachstum derzeit von Wissenschaftlern untersucht. Im Sommer rechnet Hecker mit den Ergebnissen.

Konjunkturforscher gegen Agenda 2010

Sozialabbau kostet 100 000 Arbeitsplätze

Die Reformagenda 2010 der Bundesregierung führt nach Schätzung des Konjunkturforschers Gustav Adolf Horn zum Verlust von 100 000 Arbeitsplätzen in diesem und im nächsten Jahr. Nach Horns Berechnungen schwächten die Einschränkungen in den sozialen Sicherungssystemen die Binnennachfrage.

Umweltbundesamt bestätigt

Bei Vollgas wird der Katalysator abgeschaltet

Bei vielen Automodellen werden Drei-Wege-Katalysatoren bei höherer Geschwindigkeit oder starker Beschleunigung elektronisch abgeschaltet - die Abgase werden also nicht mehr entsprechend gereinigt. Diese gängige Praxis der Hersteller bestätigte jetzt das Umweltbundesamt (UBA). Vor allem bei schwächer motorisierten Kleinwagen und Mittelklasse-Pkw sei dies häufig der Fall, wenn sie schneller als 120 Stundenkilometer fahren oder mit mehr als 70 Prozent ihrer PS-Leistung laufen. "Die Praxis ist weit verbreitet", sagt UBA-Experte Axel Friedrich. "Auch Automodelle, die nach Herstellerangaben die derzeit schärfste Abgasnorm Euro IV einhalten, verwandeln sich so in gefährliche Dreckschleudern." Messungen ergaben, dass ohne Abgasreinigung durch einen Katalysator deutlich mehr giftige und Krebs erregende Substanzen wie Benzol oder Ammoniak aus dem Auspuff quellen. Bei den gesetzlich vorgeschriebenen Abgastests wird dies aber nicht entdeckt - der Prüfzyklus reicht nur bis 120 km/h.

Aufhebung der Irak-Sanktionen erst nach Blix-Bericht

UN-Waffeninspektor Blix fordert Rüstungskontrollen in Israel

Eine Aufhebung der Sanktionen gegen den Irak kann es nach Auffassung von UN-Chefinspektor Hans Blix zur Zeit nicht geben. "Immer noch gilt die UN-Resolution, dass wir von UNMOVIC zunächst offiziell feststellen müssten, das es im Irak keine Massenvernichtungswaffen mehr gibt", sagte der Leiter der UN-Abrüstungskommission für den Irak. Dies sei unter den gegenwärtigen Umständen nicht möglich. "Eigentlich müsste der Weltsicherheitsrat unsere Meinung dazu hören. Da bin in wirklich gespannt", sagte Blix. Auch im Atomwaffen besitzenden Israel müsse es Waffenkontrollen geben.

Zwei Jahre nach Genua

Globalisierungskritiker schicken Sonderzug zum G8-Gipfel

Mit einem Sonderzug durch Deutschland mobilisieren zahlreiche Gruppen, darunter das globalisierungskritische Netzwerk Attac, zu Protesten gegen den nächsten G8-Gipfel, der vom 1. bis 3. Juni im französischen Evian stattfindet. Der Zug soll am 28. Mai in Berlin starten und über Magdeburg, Hannover, Bielefeld, Dortmund, Bochum, Essen, Düsseldorf, Köln, Bonn, Koblenz, Frankfurt/M., Heidelberg, Karlsruhe und Freiburg und Genf fahren; die Rückfahrt ist für den 2. Juni vorgesehen.

EU gefährdet gentechnikfreie Landwirtschaft

Schröder und SPD sollen Verbraucher vor Gentechnik schützen

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und seine Partnerverbände von Friends of the Earth Europe haben die Europäische Kommission scharf kritisiert, weil sie mit Gentechnik-Lobbyisten Runde Tische organisiere, anstatt Bauern und Verbraucher zu schützen. Es müsse eine Regelung beschlossen werde, die klar regele, wer für Verschmutzungen mit gentechnisch verändertem Saatgut hafte. Bundeskanzler Gerhard Schröder und die SPD sollten ihre industriefreundliche Haltung aufgeben und Verbraucher und Umwelt schützen.

Finnischer Urwald in Papier und Verpackungen

Protest bei Hewlett Packard und Papiergroßhändlern

Gegen die Verwendung von finnischem Urwaldholz in Papier und Pappe protestierte die Umweltschutzorganisation Greenpeace am Donnerstag vor der Zentrale der Firma Hewlett Packard (HP) in Böblingen sowie vor Filialen deutscher Papiergroßhändler. Vor der HP-Zentrale forderten Aktivisten in drei Meter hohen Baum-Kostümen auf einem Transparent "Hewlett Packard: Sag Nein zur Urwaldzerstörung". Denn die Verpackungen von HP-Druckern enthielten Holz aus gefährdeten Urwäldern. Bereits am Mittwoch begannen Proteste der Greenpeace-Aktivisten beim Papierhändler Schneider + Söhne, die am Donnerstag bei Papier Union und Deutsche Papier in mehreren deutschen Städten fortgesetzt wurden. Alle drei Händler kaufen nach Angaben von Greenpeace von dem Konzern Stora Enso in Finnland Papier, für das die letzten Urwälder des Landes zerstört würden. Bundesverbraucherministerin Renate Künast soll auf der Forstminister-Konferenz Ende des Monats für den Schutz der Urwälder einsetzen.

Teils erhebliche Einsparungen

Call by Call im Ortsnetz startet Freitag

Am Freitag fällt das letzte Monopol im deutschen Telefonmarkt: Das Ortsnetz. Hier konnte der Verbraucher - außer über den Umweg mit frei tarifierbaren 0190-0-"Mehrwertdienste"-Nummern - bislang noch nicht vom beliebten Call-by-Call-Verfahren profitieren. Beim Call-by-Call wählt der Anrufer vor der Rufnummer eine meist fünfstellige Call-by-Call-Vorwahl und führt das Gespräch so über einen alternativen Anbieter statt über die Deutsche Telekom. Verbraucher dürfen sich auf spürbare Einsparungen freuen.

Arten ohne Schutz

1.600 Arten vom Aussterben bedroht

Die ökologische Vielfalt des Fünften Kontinents steht vor ihrer Ausrottung. 1.600 heimische Tiere und Pflanzen sind massiv vom Aussterben bedroht, berichtet der Sydney Morning Herald unter Berufung auf Experten der Australian Conservation Foundation. Schuld an der ökologischen Katastrophe hätten die Menschen. Landrodungen zur Gewinnung von Wohnraum und zur Nutzung als landwirtschaftliche Anbauflächen hätten ihren Tribut gefordert. Die Kosten, die nun zur Wiederherstellung der verwüsteten Regionen aufgewendet werden müssten, liegen nach Schätzungen der Experten bei rund drei Milliarden Dollar. Damit könnten aber nur die am schlimmsten betroffenen Gebiete wiederhergestellt werden. "Ein Drittel aller seit dem Jahr 1600 ausgestorbenen Säugetiere waren in Australien beheimatet", so ein Bericht des National Land and Water Resources Audit. Eine solche Zahl gebe es in keinem anderen Kontinent.

Kein Handelsstop bei eBay

Proteste gegen Internethandel mit geschützen Arten

Der Naturschutzbund NABU hat eine Internet-Protestaktion gegen das Online-Auktionshaus ebay gestartet. Die Organisation will damit auf den Handel mit geschützen Arten und Tierprodukten aufmerksam machen. Die Umweltschützer hatten eBay bereits im Dezember 2002 aufgefordert, alle Verkaufsangebote geschützter Tiere und Pflanzen, sowie den Produkten daraus, umgehend von seiner Webseite zu entfernen und solche Angebote künftig nicht mehr zu platzieren. Bis heute habe das Unternehmen aber weder die Forderungen des NABU und anderer Artenschützer erfüllt, noch auf Gesprächsangebote reagiert.

Neue Reservate in China

Mehr Schutz für Pandas

Die chinesische Regierung hat fünf neue Schutzgebiete für Pandas im Qinling Gebirge ausgewiesen. Durch die neuen Reservate im Zentrum des Landes stehen den seltenen Bambusbären dort jetzt mit 334.000 Hektar annähernd doppelt so große Rückzugsgebiete zur Verfügung, berichtet die Tierschutzorganisation WWF. Dadurch steige die Überlebenschance für die seltenen Pandas, erläutert Susanne Honnef vom WWF Deutschland. Der WWF schätzt den Bestand an wild lebenden Pandas auf etwas mehr als 1.000 Tiere. Sie lebten isoliert voneinander in einem halben Dutzend Bergwäldern, zwischen denen es für die Tiere keine Verbindung gebe.

Meinungsforschung

Bevölkerung hat kein Vertrauen in die Politik

Deutschlands Institutionen genießen einer Umfrage zufolge wenig Ansehen in der Bevölkerung. Nur drei Prozent der Bürger vertrauen danach den politischen Parteien. Lediglich jeder zehnte Deutsche bewertet Einrichtungen wie Arbeitsamt, Kirchen, Gewerkschaften sowie Kranken- und Rentenversicherung als gut. Positiv beurteilten die Befragten dagegen Institutionen wie Greenpeace, den ADAC, Diakonie und Caritas. Bis zu 64 Prozent der Teilnehmer sprachen ihnen ein hohes Vertrauen aus.

Konsum ohne Grenzen

Immer mehr Privathaushalte verschuldet

Der Anteil der Haushalte mit Kreditverpflichtungen ist von 1997 bis 2001 gestiegen. Im gesamten Bundesgebiet hatte im Jahre 2001 fast jeder vierte Haushalt Konsumkredite abzuzahlen, vier Jahre zuvor sei es nicht einmal jeder fünfte Haushalt gewesen. Das zeigten Analysen auf Basis des vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin in Zusammenarbeit mit Infratest Sozialforschung erhobenen Sozio-ökonomischen Panels (SOEP). Dabei gebe es bei den Verschuldungsquoten und der Verschuldungsentwicklung zwischen Ost- und Westdeutschland wesentliche Unterschiede.

Öko-Siegel

Ratgeber zum urwaldfreundlichen Papierkauf

Mit dem Ratgeber "Holz & Papier 2003" stellt Greenpeace einen Leitfaden für den "urwaldfreundlichen" Einkauf von Holz- und Papierprodukten vor. Er beschreibt die wichtigsten in Deutschland gehandelten Hölzer und unterscheidet zwischen Holz- und Papierprodukten aus ökologischer Waldnutzung und solchen von Raubbau an Urwäldern. So könne der Verbraucher im Baumarkt, im Möbelladen und im Papiergeschäft die Herkunft von Waren erkennen und seriöse Gütesiegel von Scheinzertifikaten unterscheiden, berichtet die Organisation.

Gesundheitswesen

Kassen könnten Millionen sparen

Im Gesundheitswesen könnten nach Ansicht von Experten durch die Verschreibung gleichwertiger billiger Medikamente Millionenbeträge eingespart werden. Wie eine am Mittwoch in Berlin vorgestellte Studie des Kölner Gesundheitsökonomen Karl Lauterbach ergab, könnte eine Kasse auf diese Weise allein bei Patienten mit Bluthochdruck 80 Millionen Euro einsparen. Auf sämtliche gesetzliche Krankenkassen hochgerechnet mache dies 720 Millionen Euro aus, so die Studie.

DNA und SNP

Schwierige Identifizierung der Opfer vom 11. September

Rund 19 Monate nach dem Anschlag auf das World Trade Center kämpfen US-Forscher nun vor allem mit der Identifizierung der Opfer. Forensische Forscher wurden gezwungen, neue Tests zu entwickeln und Wege zu finden, die Daten zu interpretieren, wie das Fachmagazin Theoretical Population Biology berichtet. Die neuen Methoden sollten auch in Kriegsgebieten wie dem Irak, Bosnien und Ruanda angewendet werden und so die Identifikation von verwesten Mordopfern erleichtern. Bislang habe das Forscherteam 1.484 Opfer identifiziert.

Globale Erwärmung

Regenwald emittiert CO2

Die globale Erwärmung hat auf den tropischen Regenwald eine Auswirkung, die den Forschern bislang verborgen geblieben ist. Ein US-Forscherteam berichtet in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS), dass der Regenwald CO2 ausstößt. Die Forscher hatten in der Vergangenheit stets festgestellt, dass die großen Dschungel effektiv Kohlendioxid abbauen.

Gebackene Lebensmittel

Kein Grenzwert für Acrylamid

Die Gefahr durch Acrylamid in Lebensmitteln ist nach Ansicht des Bundesverbraucherministeriums noch immer ungelöst. Zwar sei es inzwischen gelungen, die Werte in einigen Produkten deutlich zu senken. Dennoch hätten bei 340 von 3.320 Untersuchungsergebnissen die Werte über dem Signalwert gelegen. Bis die Forschung einen festgeschriebenen Grenzwert wissenschaftlich begründen könne, könnten jedoch noch Jahre vergehen. Die Festsetzung eines Grenzwertes zum jetzigen Zeitpunkt lehnt das Ministerium daher ab.

Gesundheit

Gesunde Ernährung gegen chronische Krankheiten

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat am heutigen Mittwoch, gemeinsam mit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FAO die Zusammenarbeit bei einem unabhängigen Experten-Bericht zum Thema Ernährung, Nahrung und Prävention von chronischen Erkrankungen besiegelt. Der Bericht werde der Entwicklung einer weltweiten Strategie im Kampf gegen permanent steigende chronische Erkrankungen als Basis dienen, so die Organisationen. Den Erfahrungen der WHO zufolge sollen bereits moderate Eingriffe in die Ernährungsgewohnheiten und das Bewegungsverhalten der Bevölkerung zu deutlichen Veränderungen hinsichtlich chronischer Erkrankungen führen.

Höhn

Übergreifen der Geflügelpest weiter nicht auszuschließen

Nach dem Tod eines niederländischen Tierarztes durch die dort grassierende Geflügelpest mahnt die nordrhein-westfälische Umweltministerin Bärbel Höhn (Grüne) entsprechende Vorsichtsmaßnahmen an. Offensichtlich sei der Tierarzt "mit einer Menge Viren in Berührung gekommen", sagte Höhn am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin". Zwar sei bekannt gewesen, dass bestimmte Geflügelpest-Viren auch für Menschen eine Gefahr darstellen könnten, doch habe dies nicht für das in den Niederlanden vorliegende Virus gegolten.

Gentechnik

Verbraucherministerium sieht noch offene Punkte bei Gen-Food-Regeln

Das Bundesverbraucherministerium sieht bei den EU-Vorschriften zur Nutzung gentechnisch veränderter Lebensmittel noch Regelungsbedarf. So gebe es hinsichtlich der "Koexistenz" gentechnisch veränderter und "normaler" Pflanzen noch keine zufriedenstellende Regelung, sagte der Staatssekretär im Verbraucherministerium, Alexander Müller, am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin". Bauern und Verbraucher müssten sich aber darauf verlassen können, dass gentechnisch veränderte Pflanzen "nicht auf das Nachbarfeld hinüberwandern".

SPD

Lafontaine wirft Schröder Wählerbetrug vor

Ex-SPD-Chef Oskar Lafontaine wirft Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) vor, die Wähler "für dumm" zu verkaufen. Schröder verlange von seiner Partei und der Bundestagsfraktion bei Arbeitslosengeld, Arbeitslosenhilfe Kündigungsschutz und Krankengeld "Wortbruch" zu begehen, schrieb Lafontaine in einem Beitrag für die "Bild"-Zeitung. Lafontaine unterstützte ausdrücklich die Bundestagsabgeordneten, die über Schröders Reformpläne ein Mitgliederbegehren herbeiführen wollen. Er betonte: "Wer darauf besteht, Wahlversprechen einzuhalten, ist kein Verräter. Den Schuh anziehen müssen sich Politiker, die das Vertrauen der Menschen missbrauchen."

900.000 Unterschriften nötig

Volksbegehren gegen Menschenklonen in Bayern

In Bayern wird es ein Volksbegehren über die Frage geben, ob ein generelles Klonverbot in der Verfassung verankert werden soll. Die zweiwöchige Eintragungsfrist beginnt am 22. Mai. Zum ersten Mal in Deutschland soll damit die Frage der gentechnischer Eingriffe am Menschen dem Volk zur Entscheidung vorgelegt werden.

Urabstimmung hat begonnen

Grüne stimmen über Trennung von Amt und Mandat ab

Im Dauerstreit um die Trennung von Amt und Mandat bei den Grünen sind jetzt die Mitglieder am Zuge. Am Dienstag begann die im Dezember 2002 vom Grünen-Parteitag in Hamburg beschlossene Urabstimmung über diesen Grundsatz der Partei. Bis zum 13. Mai können die 43 391 Mitglieder entscheiden, ob es bei der strikten Trennung bleibt oder die Satzung gelockert wird. Das Ergebnis der Auszählung wird am 23. Mai erwartet. Dem Vorschlag zur Satzungsänderung zufolge soll es künftig einem Drittel der Mitglieder des Bundesvorstandes möglich sein, trotz Parteiamt ein Abgeordnetenmandat auszuüben. Bisher ist dies Mitgliedern des Bundesvorstandes und somit auch den Parteivorsitzenden nicht erlaubt.

Gewerkschaften

1. Mai wird Protesttag gegen rot-grünen Sozialabbau

Der Konflikt zwischen der Bundesregierung und den Gewerkschaften um die geplanten Kürzungen in den Sozialsystemen weitet sich aus. Die IG Metall ruft ihre 2,8 Millionen Mitglieder in einer Sonderausgabe der Mitgliederzeitung "metall" dazu auf, den 1. Mai zum "Protesttag" gegen die Pläne der Bundesregierung zu machen. Der Tag der Arbeit werde in diesem Jahr "zusätzliche Bedeutung" wegen der Auseinandersetzung um die Sozialreformen bekommen, sagte IG-Metall-Sprecher Claus Eilrich. DGB-Vizechefin Ursula Engelen-Kefer lehnte am Dienstag Einschnitte beim Kündigungsschutz und bei den Renten in scharfer Form ab.

Trennung von Amt und Mandat

Grünes Prinzip und Streitobjekt

Sie ist ein Grünen-Grundsatzprinzip und jahreslanges Streitobjekt zugleich: die Trennung von Amt und Mandat. Im Dezember vergangenen Jahres kostete sie den Parteivorsitzenden Claudia Roth und Fritz Kuhn das Amt. Am Dienstag starteten die Grünen unter ihren knapp 43 400 Mitgliedern eine Urabstimmung zu der umstrittenen Frage.

EU-Richtlinie

Hersteller zahlen ab 2005 Elektroschrott-Entsorgung

Verbraucher sollen ab Mitte August 2005 ausgediente Elektro- und Elektronikgeräte kostenlos zurückgeben können. Das Bundesumweltministerium kündigte dazu am Montag die möglichst rasche Umsetzung einer seit Februar 2003 gültigen europäischen Richtlinie in deutsches Recht an. Die Hersteller werden danach zur Rücknahme der Geräte bei kommunalen Sammelstellen verpflichtet. "Die Rücknahmepflicht soll sich auf alle Altgeräte beziehen, also auch auf solche, die vor In-Kraft-Treten der geplanten Verordnung in Verkehr gebracht wurden."

PDS-Spitzenpolitiker

Bush soll vor internationales Gericht

Als erster deutscher Spitzenpolitiker hat der stellvertretende Ministerpräsident Mecklenburg-Vorpommerns, Wolfgang Methling (PDS), wegen des Irak-Krieges juristische Konsequenzen für US-Präsident George W. Bush gefordert. Bush müsse "wie Milosevic und Saddam Hussein vor ein internationales Gericht" gestellt werden, sagte der PDS-Politiker am Sonntag bei einem Ostermarsch im brandenburgischen Fretzdorf.

Super-GAU droht

Atomkraftwerk Biblis A wegen schwerer Sicherheitsmängel vom Netz

Der Block A des südhessischen Atomkraftwerks Biblis darf wegen Sicherheitsproblemen vorerst nicht wieder angefahren werden. Wie das Bundesumweltministerium am Freitag in Berlin mitteilte, sind Öffnungen von Notkühlpumpen dieses Blocks nur gut halb so groß wie vorgeschrieben (3 statt 5,9 Quadratmeter). Ob diese Ansaugflächen schon seit Betriebsbeginn vor 29 Jahren so klein sind oder durch spätere Einbauten verkleinert wurden, ist den Angaben zufolge unklar. Das Defizit kann nach Einschätzung des Umweltministeriums "von großer sicherheitstechnischer Bedeutung sein". Das Notkühlsystem muss im Falle einer Leckage die Kühlung des Reaktors gewährleisten. Sind die betroffenen Ansaugflächen verstopft, droht eine Kernschmelze und damit ein Super-GAU. Biblis A als ältestes deutsches Atomkraftwerk gilt als "Schrottreaktor" und fällt regelmäßig durch Sicherheitsmängel auf.

Spektakel durch "grüne Lunge" Berlins

Landeseigene Messe Berlin zahlt für Love Parade

Die Berliner Love Parade am 12. Juli ist gesichert. Die landeseigene Messe Berlin wolle sich zu einem Drittel an den Gesamtkosten des Techno-Spektakels beteiligen, sagte der Geschäftsführer der Loveparade GmbH, Fabian Lenz, in der Samstagausgabe des "Berliner Kurier". Das Spektakel kostet jährlich rund 1,5 Millionen Euro und ist insbesondere wegen der großen Schäden, die die Besucher in Berlins "grüner Lunge", dem Tiergarten, anrichten, schwer umstritten.

"UNO darf keine Unterbehörde der USA werden"

UN-Diplomat fordert Anklage gegen Bush und Blair

Für den langjährigen UN-Diplomaten Hans Graf von Sponeck bleibt es dabei: Der Krieg gegen den Irak war völkerrechtswidrig und ist auch durch den schnellen Sturz des Saddam-Regimes nicht zu rechtfertigen. Die angreifenden Regierungen müssten angeklagt werden, nicht nur die Verlierer. Mehr als 30 Jahre stand Sponeck in den Diensten der UNO, war stellvertretender UN-Generalsekretär und leitete ab 1998 das Programm "Öl für Lebensmittel" in Bagdad. Schon kurz nach seinem Amtsantritt geriet er mit den Regierungen der USA und Großbritanniens in Konflikt. Sponeck war zudem einer der ersten Kriegsdienstverweigerer im Nachkriegsdeutschland. Thorsten Severin, Korrespondent der Nachrichtenagentur ddp, sprach mit dem 63-Jährigen in Genf über die Lage im Irak, die Nachkriegsordnung und die künftige Rolle der Vereinten Nationen.

Verjüngter Protest

Mehrere Zehntausend auf Ostermärschen für Frieden

Mehrere zehntausend Menschen haben am Osterwochenende bei den traditionellen Friedensmärschen ein Zeichen gegen Krieg und Gewalt gesetzt. In 105 deutschen Städten fanden von Samstag bis Montag Aktionen der Ostermarschierer statt, zu denen Friedensgruppen, Globalisierungskritiker, Kirchen und Gewerkschaften aufgerufen hatten. Im Zentrum der Proteste standen der Irak-Krieg und seine Folgen. Die Veranstalter werteten die Demonstrationen trotz der relativ geringen Teilnehmerzahlen als "ermutigend" für eine wiedererstarkende Friedensbewegung.

Olympia-Bewerbung Leipzig

Olympia bringt Naturzerstörung, aber keine Jobs

Eine Woche nach der Kür Leipzigs zum deutschen Bewerber für die olympischen Sommerspiele 2012 reißen die Diskussionen um die Entscheidung nicht ab. Leipzigs Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee (SPD) erklärte, für Olympia wichtige Bauprojekte vorziehen zu wollen. Gleichzeitig räumte er ein, eine rasche Belebung des regionalen Arbeitsmarktes sei von der Entscheidung nicht zu erwarten. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) kündigte an, umweltzerstörende Bauvorhaben für die Spiele verhindern zu wollen.

Behindertengleichstellungsgesetz ein Jahr alt

Weiterhin viele Barrieren für Behinderte

Ein Jahr nach Inkrafttreten des Behindertengleichstellungsgesetzes ziehen Betroffene eine überwiegend nüchterne Bilanz. Behindertenbeauftragte und Verbände würdigten am Samstag zwar die Fortschritte durch die Neuregelung. Zugleich mahnten sie aber weitere Anstrengungen zur konkreten Umsetzung des am 1. Mai 2002 wirksam gewordenen Behindertengleichstellungsgesetzes an. Außerdem forderten sie zusätzliche Landesregelungen und ein Anti-Diskriminierungsgesetz.

Behindertengleichstellungsgesetz

Ziel barrierefreie Behörde

Das am 1. Mai vor einem Jahr in Kraft getretene Gleichstellungsgesetz soll den 6,6 Millionen schwerbehinderten Menschen in Deutschland den Alltag erleichtern. Es sieht vor allem eine uneingeschränkte, barrierefreie Nutzung von Behörden, Verkehrsmitteln, technischen Gebrauchsgegenständen und Kommunikationseinrichtungen des Bundes vor. Das Gesetz enthält vor allem folgende Punkte:

Klonen

Forscher und Kirche gegen Schaffung neuer Menschen durch Gentechnologie

Die Katholische Kirche und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) wenden sich zu Ostern gegen überzogene Bestrebungen der Medizin und Gentechnologie. Der Limburger Bischof Franz Kamphaus kritisierte am Ostersonntag Teile der Ärzteschaft, die versuchten, "mit Skalpell und Silikon den Menschen nach Moden und Trends" zu formen. DFG-Präsident Ernst-Ludwig Winnacker, erteilte dem therapeutischen Klonen zu Heilungszwecken eine Absage und sprach sich gegen die Herstellung menschlicher Embryonen zu Forschungszwecken aus.

Schwerpunkt Mathematik

PISA-Folgestudie startet

Nach der ersten PISA-Bildungsstudie werden Schüler nunmehr in einer Folgeuntersuchung gezielt auf ihre mathematischen Fähigkeiten hin überprüft. An der OECD-Erhebung für PISA-2003 ("Programme für International Student Assessment"), die am Dienstag begann, nehmen 15-jährige Schüler in weltweit über 40 Staaten teil.

0,27 statt 0,7 Prozent

Deutschland drittbester in Entwicklungshilfe - aber deutlich unter eigenem Ziel

Deutschland liegt nach Darstellung der Bundesregierung bei den Leistungen für Entwicklungsländer im internationalen Maßstab weit vorn. So sei 2002 die finanzielle Unterstützung für diese Länder um gut sieben Prozent erhöht worden, teilte das Bundesentwicklungsministerium am Dienstag in Berlin mit. Nach neuen Schätzungen der OECD in Paris für das Jahr 2002 habe sich das Volumen der deutschen Hilfe um 369 Millionen US-Dollar auf jetzt rund 5,36 Milliarden Dollar erhöht. Die OECD schätze den Wert für 2002 auf 0,27 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNP). Das liegt allerdings immer noch weit unter den 0,7 Prozent, die sich die internationale Gemeinschaft im Jahr 1970 als Ziel setzte.

Trotz Warnungen nichts getan

"Geballtes Unverständnis" über fehlenden Schutz irakischer Kulturgüter

Für sofortige Maßnahmen zum Schutz des kulturellen Erbes des Iraks haben sich Experten der Staatlichen Museen zu Berlin ausgesprochen. Angesichts massiver Plünderungen in irakischen Museen sollten die Grenzen sofort gesichert und ein weltweites Importverbot verhängt werden, sagte die Direktorin des Vorderasiatischen Museums in Berlin, Beate Salje, am Dienstag. Nach Darstellung des Direktors des Museums für Islamische Kunst Berlin, Claus-Peter Haase, gibt es unter den Fachleuten "ein geballtes Unverständnis", dass den Plünderungen nicht rechtzeitig begegnet wurde. Insbesondere in Bagdad seien die Museen nicht geschützt worden. Dabei habe es Warnungen gegeben, dass Gefahr für die irakischen Kulturgüter bestehe.

Datenvernichtung im Bundeskanzleramt

Ermittlungen gegen CDU-Regierung werden eingestellt

Die Ermittlungen wegen angeblicher Datenvernichtung im Bundeskanzleramt kurz vor dem Regierungswechsel 1998 sollen nach Darstellung des "Spiegel" eingestellt werden. Nach fast dreijährigen Ermittlungen hätten die Bonner Staatsanwälte keinen Beleg für den Verdacht gefunden, dass im Kanzleramt in der Endphase der Regierung unter Helmut Kohl (CDU) Daten systematisch gelöscht und Akten zur Privatisierung der ostdeutschen Leuna-Werke vernichtet worden seien, berichtete das Nachrichtenmagazin am Donnerstag vorab. Daher plane die Anklagebehörde, das Verfahren jetzt einzustellen.

Ansteckung

Kein Impfstoff gegen SARS

Trotz der endgültigen Identifizierung des SARS-Erregers ist nach Experten-Ansicht kurzfristig kein Impfstoff gegen die Lungenerkrankung zu erwarten. Eine derartiger Impfschutz werde auch "in ein oder zwei Jahren wahrscheinlich noch nicht verfügbar sein", sagte die Virologin Brunhilde Schweiger vom Berliner Robert-Koch-Institut (RKI). Es bleibe daher die wichtigste Aufgabe, durch die Isolierung von Patienten und Vorsichtsmaßnahmen die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen. Dies sei mit den inzwischen entwickelten Schnellnachweisverfahren noch effektiver möglich.

Bedrohung USA

Ströbele befürchtet neuen Krieg im Nahen Osten

Der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele befürchtet den Ausbruch eines neuen Krieges im Nahen Osten. Es könne sein, "dass wir im nächsten Monat oder in einem Jahr den nächsten Krieg haben", so Ströbele. Dass nach dem Irak noch mehr auf der Agenda der Amerikaner stehe, sei deutlich. Im Augenblick zeichne sich ein Angriff gegen Syrien ab, sagte Ströbele. Aber auch die US-Drohungen gegen den Iran gäben Anlass zu Befürchtungen.

Uran im Irak

Kontroverse um Uran als Waffe

Großbritanniens führende Forschungsinstitution, die Royal Society, setzt sich für die Entfernung von abgereichertem Uran im Irak ein, das von US- und britischen Streitkräften verwendet wurde. Damit widerspricht die Royal Society der Behauptung des Pentagons, die eine Entfernung für unnötig hält und bislang von der Unterstützung durch die Royal Society ausging. Die Stellungnahme der Forschungsstätte heizt die Kontroverse über den Einsatz von abgereichertem Uran als effektive Waffe für die Zerstörung von Bunkern und Panzern erneut an. Es gebe zahlreiche Indizien, dass abgereichertes Uran Krebs und schwere Krankheiten auslösen könne. Abgereichertes Uran galt in den USA bereits als effektivste neue Waffe des Militärs gegen den Irak während des Golfkriegs 1991. Mehr als die Hälfte der zerstörten Panzer im Irak wurden mit Uranmunition beschossen.

Öko-Landbau

Bio-Siegel mit Herkunftsangabe

Bio-Lebensmittel aus heimischer Landwirtschaft stehen derzeit unter enormem Preisdruck. Eine Ursache seien die Kriterien des Bio-Siegels, das auch kostengünstigere Importe aus Ländern mit niedrigen Anforderungen und Standards kennzeichne, so dass die Verbraucher sie im Angebot gleichrangig mit den einheimischen Produkten bewerten, die unter höheren Standards aufwändiger erzeugt werden. Das kritisiert der Deutsche Bauernverband (DBV) und fordert deshalb, das Bio-Siegel um die Angabe des Herkunftslandes des jeweiligen Erzeugnisses zu ergänzen.

Umweltschutz

Ausbau des Elbe-Saale-Kanals unter Kritik

Anlässlich der darzeit stattfindenden Elbe-Tagung des Landesverkehrsministeriums in Magdeburg, kritisiert der Vorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Volker Lüderitz den geplanten Ausbau der Elbe-Saale-Kanals. Die Entwicklung der letzten vier Jahrzehnte habe gezeigt, dass die Saale schiffbar sei, dass aber die reale Nachfrage nach Transporten auf dem Wasser dramatisch zurückgehe. Dies hänge vor allem mit dem Strukturwandel der Wirtschaft zusammen. "Der geplante Bau des Saale - Elbe - Kanals wäre die Fortsetzung einer Reihe von Fehlinvestitionen im Lande Sachsen-Anhalt, wo mit dem Flughafen Cochstedt und dem Hafen Halle bereits mehrere, herausragende Beispiele' vorhanden sind", erklärte Lüderitz.

Vorbeugung

Zecken übertragen Krankheiten

Mit den frühlingshaften Temperaturen sind auch die Zecken wieder da. Am Wegrand, an Grashalmen und im Unterholz warten sie auf ihre Mahlzeit, denn für ihre Entwicklung brauchen Zecken Blut. Sie befallen Mäuse, Igel, Vögel, herumstreunende Katzen und Hunde ebenso wie Menschen. Eigentlich sind Zeckenstiche nicht gefährlich, problematisch seien aber die Krankheitserreger, die die Zecken übertragen können, warnt die Verbraucher Initiative e.V.

Übernahme von KirchMedia

Gläubigerbanken drohen KirchMedia-Käufer

Die Gläubigerbanken der insolventen KirchMedia sehen sich durch einen neuen Geschäftsplan benachteiligt. Die Kreditbedingungen seien für sie verschlechtert worden. Dies sei aus Sicht der Banken "in keiner Weise akzeptabel". Die DZ Bank droht daher stellvertretend für alle Gläubigerbanken damit, den Deal noch platzen zu lassen. Die Gläubigerbanken der insolventen KirchMedia werfen dem künftigen Eigentümer, dem US-Milliardär Haim Saban, vor, vom ursprünglichen Kaufvertrag und Geschäftsplan abzuweichen. Dies wird in einem zweiseitigen Brief der DZ Bank an Sabans Chefverhandler Adam Chesnoff deutlich, berichtet die Financial Times Deutschland (FTD) am Donnerstag.

Irak

Annan will schnellen Wiederaufbau unter dem Dach der UNO

Unter dem Eindruck des Irak-Krieges hat UN-Generalsekretär Kofi Annan die Staatengemeinschaft aufgerufen, rasch praktikable Lösungen für den Wiederaufbau zu finden. „Die Welt kann sich eine lange Zeitspanne gegenseitiger Schuldzuweisungen nicht leisten“, sagte Annan auf der Europa-Konferenz in Athen. Er fügte hinzu, dass kein Ereignis die Welt „seit dem Ende des Kalten Krieges so gespalten“ habe. Doch eine Einigung sei nötig und möglich. Dafür unterbreitete Annan Eckpunkte einer Friedenslösung im Irak unter dem Dach der UNO. Weiter gehende Hilfen für den Irak müssen laut Annan von fünf Prinzipien ausgehen. Dazu gehörten die politische Unabhängigkeit und territoriale Integrität des Landes, die Freiheit des irakischen Volkes zur Wahl seines Regierungssystems, sowie die volle Verfügung über die natürlichen Ressourcen.

Humanitäre Hilfe

Mangelhafte Infrastruktur verhindert Versorgung der Kriegsopfer

Trotz Gewalt und Chaos haben Mitarbeiter von Hilfsorganisationen in Bagdad gestern die Stromversorgung des Al Yarmuk Hospitals, eines der größten Krankenhäuser der Hauptstadt, wiederhergestellt. Gewalt und Zerstörung im gesamten Irak verhindern immer noch groß angelegte Hilfseinsätze. "Die Wiederherstellung von Recht und Ordnung und ziviler Gesellschaftsstrukturen ist für die Grundversorgung der Bevölkerung genauso essenziell wie der Schutz zentraler Einrichtungen, wie Krankenhäuser und Wasserwerke", so Margaret Hassan, Büroleiterin der Hilfsorganisation Care in Bagdad.

Interview mit Tobias Pflüger

"Deutschland spielte im Irak-Krieg eine erfolgreiche Doppelstrategie"

Nach Auffassung von Tobias Pflüger, einem der Vordenker der deutschen Friedensbewegung, spielte Deutschland vor und während des Irak-Krieges eine erfolgreiche Doppelstrategie. Einerseits habe Deutschland den Krieg "umfassend militärisch unterstützt". Andererseits habe Deutschland auf diplomatischer Ebene erfolgreich seinen "weltpolitischen Aufstieg" betrieben, sagte Pflüger im Gespräch mit ngo-online. Der Geschäftsführer der Tübinger "Informationsstelle Militarisierung" sieht eine parteiübergreifende Einigkeit in der Frage der Militarisierung der deutschen Außenpolitik. Das Präventivkriegskonzept im Irak-Krieg diene als Modell für künftige Kriege um Ressourcen. Eines der "Interessengebiete" sei der Kaukasus. Die Friedensbewegung sollte sich daher eingehend mit den neuen "Verteidigungspolitischen Richtlinien" von Verteididungsminister Struck beschäftigen.

Rück-Züchtung

Ur-Rinder sollen Salzwiesen schützen

"Lambrusco" scharrt mit den Hufen. Der Bulle sieht besonders wild aus und ist deshalb der ganze Stolz der ostfriesischen Regionalgruppe des Naturschutzbundes Deutschland (NABU). "Er ist einer der fünf besten Rückzüchtungen", sagt Regionalgeschäftsführer Matthias Bergmann. Dank "Lambrusco" kommt der Umweltverband seinem Ziel ein großes Stück näher, möglichst detailgenaue Abbilder der Jahrtausende alten Auerochsen zu erschaffen. In der Nähe von Freepsum bei Emden hält der NABU eine Herde mit sieben solcher Ur-Rinder und vier Kälbern.

Die neuen Auerochsen

Ur-Rinder auf dem Weg in die Neuzeit

An bundesweit drei Standorten gibt es Projekte, um Rinder unter wissenschaftlicher Kontrolle zurückzuzüchten. In der Nähe von Freepsum in Niedersachsen, bei Soest in Nordrhein-Westfalen und bei Erfurt in Thüringen existieren Lebensräume für die "Nachfahren" der Jahrtausende alten Auerochsen.

Radio "powered by Pentagon"

US-Verteidigungsministerium übernimmt irakische Medien

Das US-Militär hat nach der Eroberung des Irak auch mit der Neuordnung der Medienlandschaft des Landes begonnen. Am Dienstag ging der erste Radiosender "powered by Pentagon" in der südlichen Grenzstadt Umm Kasr on air. Ein landesweiter TV-Sender und eine Zeitung sollen folgen. Hinter dem neuen Radiosender mit Namen "Voice of the New Iraq" steht das vom Pentagon organisierte und von US-Steuerzahlern bezahlte Iraq Media Network (IMN). Bisher sendete nur Commando Solo von einem modifizierten C-130-Flugzeug des Pentagons.

Zweite UN-Dekade gefordert

Bundesregierung soll sich für Menschenrechtserziehung einsetzen

Die Bundesregierung soll sich bei der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen in Genf für eine zweite UN-Dekade zur Menschenrechtserziehung einsetzen. Das fordert das Forum Menschenrechte, ein Netzwerk von mehr als 40 deutschen Nichtregierungsorganisationen. Die erste Dekade endet mit dem Jahr 2004 und umfasst Richtlinien und Aktionsvorschläge, um die Menschenrechte verstärkt ins Bewusstsein der Bevölkerung und wichtiger Institutionen wie Polizei und Justiz zu bringen.

Zitronensäure oder E 330

Internetdatenbank informiert über E-Nummern

Sie konservieren, färben und stabilisieren: Lebensmittelzusatzstoffe werden wegen ihrer vielfältigen Funktionen in den unterschiedlichsten Produkten eingesetzt. Bei Verbraucherinnen und Verbrauchern haben sie oftmals einen schlechten Ruf. So werden Zusatzstoffe häufig mit Allergien oder anderen Erkrankungen in Verbindung gebracht. Die Verbraucher Initiative bietet deshalb im Internet kostenlose Informationen zum Thema an.

Lungenerkrankung

SARS-Erreger nach WHO-Angaben endgültig identifiziert

Der Erreger der lebensbedrohlichen Lungenerkrankung SARS ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) endgültig identifiziert. Es handele sich dabei um eine beim Menschen bislang unbekannte Art aus der Gruppe der Coronaviren, teilte die WHO am Mittwoch in Genf mit. Letzte noch bestehende Unsicherheiten über die Art des Erregers seien zweifelsfrei ausgeräumt. Die weltweit auf diesem Gebiet kooperierenden Laboratorien könnten nun ihre Untersuchungen beispielsweise über die genetische Struktur des SARS-Virus weiter vorantreiben, hieß es.

Zehn neue Mitglieder aufgenommen

Europäische Union wird größer

Mit der Unterzeichnung des Beitrittsvertrages ist in der griechischen Hauptstadt Athen die größte Erweiterungsrunde in der Geschichte der Europäischen Union besiegelt worden. In der Stoa von Attalos, einer wieder aufgebauten antiken Säulenhalle am Fuße der Akropolis, setzten die Staats- und Regierungschefs sowie die Außenminister der künftig 25 EU-Mitglieder am Mittwoch ihren Namenszug unter das rund 5000 Seiten starke Vertragswerk. Die zehn Beitrittsländer - Polen, Tschechien, Estland, Lettland, Litauen, Zypern, Ungarn, Malta, Slowenien und die Slowakei - sollen zum 1. Mai 2004 Mitglieder der EU werden, die damit ihre Grenzen bis nach Russland und bis zum östlichen Mittelmeer ausdehnt.

Schutz gefordert

Bald vorbei mit dem weißen Hai?

Nach neuesten Untersuchungen sind die Bestände einiger Hai-Arten im Nordwestatlantik um bis zu 89 Prozent eingebrochen. Der Naturschutzbund NABU und die Deutsche Elasmobranchier-Gesellschaft (D.E.G.), die sich speziell für den Schutz von Haien und Rochen einsetzt, haben daher einen umfassenden weltweiten Schutz bedrohter Haie durch das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) gefordert. "Selbst so gefürchtete Räuber wie der Weiße Hai werden zunehmend zum Opfer menschlicher Profitgier", sagte der amtierende NABU-Präsident Christian Unselt. Hauptursache für die besorgniserregende Entwicklung seien der unregulierte Fischfang und Handel mit Haien, Rochen und Produkten aus diesen Tieren. Die langlebigen und langsam wachsenden Räuber mit sehr wenigen Nachkommen seien wegen ihrer Biologie extrem anfällig für Überfischung.

Fördermittel nach ökologischen Kriterien

Agrarwende soll den Osterhasen retten

Das Osterfest hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zum Anlass genommen, Bundesagrarministerin Renate Künast aufzufordern, die Reformen im Agrarbereich "zügig fortzusetzen". Agrarfördermittel etwa sollten künftig nur noch nach ökologischen Kriterien vergeben werden. Neben den Verbraucherinnen und Verbrauchern würden davon auch Feldhasen, Feldhamster und Feldmäuse profitieren. Die Nebenwirkungen der industriellen Landwirtschaft seien ursächlich für das Aussterben vieler seltener Tierarten. Ausgeräumte Landschaften, die Verwendung von Agrarchemikalien und der Einsatz landwirtschaftlicher Großmaschinen bedrohten den Bestand dieser Tiere. Beispielsweise sei der Bestand des Osterhasen (eigentlich Feldhasen) in den zurück liegenden Jahrzehnten in Deutschland auf ein Sechstel gesunken.

Auch Bundesverkehrsplan kritisiert

EU-Beitrittsländer sollen aus verkehrspolitischen Fehlern Westeuropas lernen

Die neuen EU-Mitglieder entfernen sich in rasantem Tempo vom EU-Ziel einer nachhaltigen Verkehrsentwicklung. Die Europäische Umweltagentur analysiert in ihrem jüngsten Bericht "Den Weg für die EU-Erweiterung ebnen: Indikatoren zur Integration von Verkehr und Umwelt", dass der wachsende Straßenverkehr in den Beitrittsländern zu einem rasanten Anstieg von Energieverbrauch, CO2-Emissionen und Flächenverbrauch führt. Darüber hinaus sterben in den osteuropäischen Ländern rund 21.000 Menschen jährlich bei Autounfällen, so dass die Todesrate in Bezug auf die Anzahl der PKWs dreimal höher ist als in der EU. Die Allianz pro Schiene, ein Zusammenschluss von 16 Non-Profit-Organisationen und 31 Wirtschaftsunternehmen, forderte daher die EU auf, die Beitrittsländer dabei zu unterstützen, die verkehrspolitischen Fehler zu vermeiden, die in Westeuropa gemacht wurden. "Auch der deutsche Bundesverkehrswegeplan versagt vor dieser Herausforderung - obwohl Deutschland mit der längsten Ostgrenze besonders empfindlich betroffen ist", kritisierte Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, auch die Bundesregierung.

Forschungsreaktor Garching

Weg frei für neuen Atomreaktor mit waffenfähigem Uran

Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) hat am Dienstag den Weg für die Betriebsgenehmigung eines neuen Atomreaktors frei gemacht. Er erteilte dem bayerischen Umweltministerium als Genehmigungsbehörde einige Auflagen, unter denen der Forschungsreaktor FRM-II in Garching bei München in Betrieb gehen kann. Bis zum Jahr 2010 darf der als Neutronenquelle für die Materialforschung vorgesehene Reaktor noch mit hochangereichertem Uran betrieben werden. FRM-II sei damit außerhalb von China und Libyen weltweit der einzige neue Reaktor, der mit waffentauglichem Uran betrieben werde, kritisierten Atomkraftgegner und auch Umweltminister Trittin.

Suchtbekämpfung

Abbau von Substitutionsbehandlungen in Gefängnissen

Die zwangsweise Beendigung von Substitutionsbehandlungen, fehlende Prävention gegen Infektionen durch Spritzentausch sowie fehlende Therapieangebote würden zu Lasten der Gesundheit der suchtkranken Gefangenen geführt. Die GAL legt am Dienstag im Gesundheitsausschuss ein Petitum vor, das darauf abzielt, die Grundsätze der Gesundheitsfürsorge in den Justizvollzugsanstalten abzusichern. Unter anderem wird sie nachfragen, wie die Beendigung der Substitution im Strafvollzug konkret erfolgen soll.

Atomanlage Geesthacht

Entwarnung des Bremer Institutsleiters wissenschaftlich unseriös

Am Dienstagabend werden in Geesthacht im Beisein von Umweltminister Klaus Müller die Ergebnisse der Leukämiestudie des Bremer Instituts für Sozialmedizin und Prävention (BIPS) der Bevölkerung vorgestellt. Die Studie könne bedingt durch ihre Konzeption keine Aussage zu Ursachen der kleinräumigen, anhaltenden Leukämieerkrankungsserie bei Kindern im Nahbereich der Geesthachter Atomanlagen treffen, so Dr. Sebastian Pflugbeil, Präsident der Gesellschaft für Strahlenschutz. Gleichwohl wird Institutsleiter Prof. Greiser in einer Pressemitteilung des BIPS vom 9. April 2003 zitiert, die Studie habe ergeben, dass "das Kernkraftwerk als Verursacher der Leukämie-Häufung in der Elbmarsch ausscheide".

Zum Schutz von Delfinen

Einschränkung des Thunfisch-Imports in die USA

Thunfisch darf weiterhin nicht in die USA eingeführt werden, wenn er durch Einkreisen von Delfinschulen gefangen wurde. Das entschied mit einer einstweiligen Verfügung das Bezirksgericht San Francisco. Das amerikanische Earth Island Institute (EII) hatte gemeinsam mit weiteren Organisationen eine Klage angestrengt, als im letzten Dezember der US-Handelsminister Donald Evans wider besseren Wissens entschied, die Anforderungen zu lockern. Bei der Methode des Einkreisens werden im tropischen Ostpazifik Delfine mit Rinwadennetze eingekreist, um die etwa 150 Meter unter ihnen schwimmenden Gelbflossentunfische zu fangen. In der Zeit von 1950 bis 1990 kamen dabei über 6 Millionen Delfine ums Leben. Die betroffenen Bestände haben sich davon noch immer nicht erholt.

Bundeswehr

Neue Einberufungsregeln führen zu Ungerechtigkeiten und Benachteiligung

Das Verteidigungsministerium hat neue Einberufungsregeln erlassen. Mehrere hunderttausend Wehrpflichtige fallen danach aus der Einberufungsreserve heraus, so zum Beispiel auf T3-Gemusterte, Verheiratete und über 23-Jährige. Auf T3-Gemusterte sollen dann nur noch "bei Bedarf" einberufen werden. Das jedoch sei unhaltbar. Wolfgang Menzel, Bundessprecher der Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) sagt dazu: "Wer mit 18 gemustert wird, muss wissen, ob er wehrpflichtig ist oder nicht. Die jungen Männer fünf Jahre lang im unklaren zu lassen, ob die Bundeswehr oder der Zivildienst noch Bedarf an ihnen haben werden, hindert sie an einer vernünftigen Lebensplanung und ist unzumutbar."

SARS

Schnelltest weist Seuche innerhalb kürzester Zeit nach

Fortschritt im Kampf gegen die gefährliche Lungenkrankheit SARS: Die Seuche kann jetzt weltweit erstmals mit einem kommerziellen Schnelltest innerhalb kürzester Zeit nachgewiesen werden. Am Dienstag seien die ersten etwa 1.000 Test-Sets nach Asien und Kanada verschickt worden, sagt der Molekularbiologe vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, Thomas Grewing. Das Biotech-Unternehmen stellt die diagnostischen Tests nach eigenen Angaben zunächst kostenlos den Kompetenzzentren in Singapur, Hongkong und Toronto zur Verfügung.

Kinder

Umweltengagement befreit aus Einsamkeitsfalle

Fast die Hälfte aller Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren hat Schwierigkeiten, Freunde zu finden und soziale Kontakte aufzubauen. Stattdessen verbringt über ein Drittel der deutschen Grundschulkinder viel Zeit alleine und muss seine Freizeit selbstständig gestalten. So lautet das erschreckende Ergebnis der aktuellen Umfrage "Kinder sind einsam!" der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), bei der mehr als 2.000 Eltern und Grundschullehrer vom Hamburger Meinungsforschungsinstitut GEWIS befragt wurden. Kinderfernsehen setzt nun verstärkt Akzente auf Umwelt-Sendungen, die Kinder animieren, sich für die Umwelt zu engagieren.

Gesundheit

Psychisch bedingte Krankenstände steigen

In Deutschland nimmt bei Krankschreibungen die Bedeutung psychischer Erkrankungen deutlich zu. Im Jahr 2002 betrug ihr Anteil an den Krankheitstagen 7,5 Prozent. Im Vergleich dazu belief sich ihr Anteil 1980 auf 2,5 Prozent, 1990 auf 3,7 Prozent. Zu einem deutlichen Anstieg kam es im Jahr 2000. Der Anteil psychischer Störungen an den Krankheitstagen betrug 6,9 Prozent, wie aus der Arbeitsunfähigkeitsstatistik des BKK Bundesverband hervorgeht.

Klärschlamm als Baustoff

Verarbeitung des Sondermülls mit neuem Verwertungskonzept

Klärschlamm aus der Abwasserreinigung soll in Zukunft nicht mehr als Sondermüll deponiert werden, sondern als hochwertiger Baustoff Verwendung finden. Wissenschaftler am Institut für Siedlungswasserwirtschaft (ISWW) an der Universität von Karlsruhe haben die neue Alternative bereits erfolgreich getestet.

Krebsforschung

Glühwürmchen unterstützen Zerstörung von Krebszellen

Londoner Wissenschaftler nehmen Glühwürmchen als mögliche Waffe gegen Krebs ins Visier. Forscher des University College London haben jenes Gen des Glühwürmchens in veränderte Krebszellen eingeschleust, das die chemische Produktion von Licht aktiviert. Durch das lichtproduzierende Substrat Luziferin leuchten die Krebszellen wie Glühwürmchen. "Die Zellen produzieren genug Licht, um ihren eigenen Tod auszulösen", erklärt Theodossis Theodossiou vom National Medical Laser Center am College. Die in Kooperation mit dem Ludwig Institute of Cancer Research durchgeführte Studie wird in der aktuellen Ausgabe von Cancer Research publiziert.

Südafrika

Maßnahmen gegen Aids-Verbreitung durch Lkw-Fahrer

Eine südafrikanische Gesundheitsbehörde hat erstmals spezielle Vorkehrungen für Lastwagenfahrer und Prostituierte in ihr HIV/Aids-Budget aufgenommen. Zwei Mio. Rand (ca. 238.000 Euro) des 8,4 Mio.-Euro-Budgets für 2003/04 werden für ein Programm zur Verhütung von Aids bei Lkw-Fahrern und Prostituierten eingesetzt. Laut dem Nachrichtendienst allAfrika.com gilt die Begegnung beider als eine Quelle der Ausbreitung von Aids in Südafrika.

Interview mit Dr. Hermann Scheer

"Die UNO darf sich nicht zum Hilfsorgan eines illegitimen Krieges machen"

Dr. Hermann Scheer, Präsident von EUROSOLAR und Abgeordneter des Deutschen Bundestages (SPD), spricht sich gegen eine UN-Truppe zur Friedenssicherung im Irak aus, wenn gleichzeitig der Irak von Amerikanern regiert wird. "Damit würde sich die UNO nachträglich zum Hilfsorgan eines illegitimen Krieges und einer illegitimen Konstellation machen." Der Träger des Alternativen Nobelpreises sagte im Gespräch mit ngo-online, der Zugang zu den globalen Ressourcen stehe im Zentrum der US-amerikanischen Sicherheitspolitik. Die USA wollten das irakische Erdöl unter ihre Kontrolle bringen und privatisieren. Hermann Scheer fordert eine europäische "Schwerpunktstrategie zur Mobilisierung Erneuerbarer Energien", um Kriege um Ressourcen künftig zu vermeiden.

Massenmedien

Doku "Krieg und Propaganda" im Netz

Das Informationszentrums Sozialwissenschaften in Bonn hat den Irak-Krieg zum Anlass genommen eine Dokumentation von Veröffentlichungen und Forschungsprojekten über "Krieg und Propaganda" ins Netz zu stellen. Der Irak-Krieg ist die bisher perfekteste Inszenierung eines Medienkrieges, gab das Informationszentrum bekannt. Neu seien derartige Inszenierungen, Fälschungen, Propaganda und Lügen aber keineswegs. In Zeiten des Krieges hatten sie schon immer Hochkonjunktur. Die aktuelle Dokumentation bietet einen Überblick über die jüngere sozialwissenschaftliche Forschung zur Kriegspropaganda in Gegenwart und neuerer Geschichte.

Genforschung

Der Mensch ist entschlüsselt

Zu 99 Prozent haben Genom-Forscher aus sechs Ländern das Erbgut des Menschen entziffert. Die Endversion der Abfolge aller drei Milliarden DNA-Bausteine im menschlichen Erbgut ist das Resultat von 15 Jahren Arbeit. Das Ergebnis des öffentlich finanzierten Humangenomprojekts (HGP) am heutigen Montag, offiziell in Washington präsentiert. Die Forscher überreichen die Daten anlässlich einer Feierstunde symbolisch an die Öffentlichkeit. Die Sequenz wird für der Öffentlichkeit im Internet frei zur Verfügung stehen. Die Daten sollen helfen, die Erbanlagen für Krankheiten zu identifizieren und wirksam zu bekämpfen.

Internet

US-Senatoren wollen Anti-Spam-Gesetz

Zwei US-Senatoren haben neuerlich ein Anti-Spam-Gesetz beantragt. Gegenwärtig gibt es Gesetze mit dem Ziel der Einschränkung unverlangter Werbemails in 27 US-Bundesstaaten. Der Republikaner Conrad Burns aus Montana und sein Demokratischer Kollege Ron Wyden aus Oregon wünschen sich ein Bundesgesetz, das Spam-Versender verpflichtet, eine gültige Absenderadresse anzugeben. Außerdem sollen die Absender Bitten um Streichung einzelner Adressen aus den Datenbanken nachkommen müssen. In diversen Online-Foren wird der Entwurf der beiden Abgeordneten für ein Anti-Spam-Bundesgesetz allerdings als wenig effektiv kritisiert.

Abrechnungs-Betrug

Mehr Ärzte haben Behandlungen über Verstorbene abgerechnet

Die Affäre um Ärzte, die Behandlungen bereits verstorbener Patienten abgerechnet haben sollen, weiter sich aus. Nach Informationen des „Tagesspiegel“ hat nun auch die AOK Berlin eine Liste mit Verdachtsfällen an die Kassenärztliche Vereinigung (KV) übergeben. Danach sollen Berliner Ärzte in den Jahren 2000 und 2001 in rund 200 Fällen Patienten „behandelt“ haben, die zum Zeitpunkt der Abrechnung bereits verstorben waren. Insgesamt seien 22 Ärzte auffällig geworden, zusätzlich zu den sechs, die die Kasse bereits im Februar an die KV gemeldet hatte.

Ölpest

Bruch der Ölpipeline in Ecuador

In Ecuador ist in der vergangenen Woche, die staatliche SOTE-Ölpipeline gebrochen. 8.000 bis 10.000 Barrel Rohöl seien durch das Leck über Flüsse bis in den Papallacta-See gelangt, der zu 40 Prozent mit Rohöl bedeckt ist, berichtet die Umweltorganisation Pro Regenwald. Auch die berühmten Thermalquellen von Papallacta seien verseucht worden. Darüber hinaus sei das Rohöl in das Trinkwasserwerk bei Papallacta geflossen. Die Anlage, die etwa 40 Prozent der Einwohner von Quito mit Trinkwasser versorgt, musste geschlossen werden. Die Bevölkerung der Haupstadt Quito wird nun mit Trinkwasser aus einen Stausee an einem anderen Ort notversorgt.

Wasserqualität

Untersuchung von Trinkwasser privatisiert

Laut Beschluss des Brandenburgischen Gesundheitsministeriums (MASGF) soll die amtliche Trinkwasser-Untersuchung jetzt privatwirtschaftlich arbeitenden Labors übergeben und damit aus der Landeshoheit entlassen werden. Hintergrund ist das Haushaltssicherungsgesetz (HsichG) 2003. Eine Überprüfung der Labore erfolgt nur noch durch eine von den Untersuchungsstellen unabhängige Stelle. Die Grüne Liga Berlin kritisiert die Entscheidung als „auf die Spitze getriebene Privatisierung“.

Tierschutz in Japan

Delfine beobachten statt töten

Die Whale and Dolphin Conservation Society (WDCS) meldet einen großen Erfolg ihrer Delfinschutzarbeit in Japan: In der diesjährigen Treibjagd-Saison sei es in Futo zu keinen Delfintötungen gekommen, stattdessen hätte der Ort den überaus erfolgreichen Start der Wal- und Delfinbeobachtung erlebt. Das im Frühjahr 2001 begonnene Kooperationsprojekt zwischen Bluevoice.org, unter Leitung des renommierten Naturfilmers Hardy Jones, und der WDCS hat zum Ziel, die Delfintreibjagden zu beenden. Seither war Jones mehrmals mit einem Filmteam in den Fischerdörfern vor Ort, um Öffentlichkeit herzustellen und mit Behörden zu verhandeln.

Schreiben für die Umwelt

Jugendumweltzeitung informiert rund um's Wasser

Die Berliner Jugendumweltzeitung Juckreiz feiert Jubiläum. Mit der am 15. April erscheinenden 34. Ausgabe engagieren sich Jugendliche nun schon 10 Jahre lang auf journalistischem Wege für die Umwelt. Passend zum diesjährigen "Jahr des Süßwassers" dreht sich im Schwerpunkt der Jubiläumsausgabe alles um das blaue Gold, berichtet die Redaktion. Die jungen AutorInnen machen auf Wasserknappheit und die drohende Privatisierung ebenso aufmerksam wie auf Kriege um Wasser und die ganz alltägliche Verschmutzung in den Industriestaaten. Auch wer sich immer schon fragte, warum in Berlins vor dem Wassersparen gewarnt wird, bekommt hier eine Antwort.

SARS

Peking wird desinfiziert

Pekings Gesundheitsbehörde hat zur Prävention der SARS-Ausbreitung umfassende Kontrollmaßnahmen angeordnet. Teil der Maßnahmen sei eine massive Desinfektion der Stadt, gibt die Behörde bekannt. 17.114 Fahrzeuge und große Teile des Flughafens seien bereits sterilisiert worden, nun solle auch an öffentlichen Plätzen wie Schulen, Märkten, Zugstationen und Unterhaltungszentren soll die Desinfektion verstärkt werden. Hinzu kämen Züge und Taxis.

Schadstoffe

Regionale Früchte sind gesünder

Durch den weltweiten Handel sind viele Obst- und Gemüsesorten sind das ganze Jahr über erhältlich. In den ersten Frühlingstagen sind auch wieder klassische Sommerfrüchte wie Erdbeeren, Pfirsiche oder Nektarinen im Angebot. Doch diese frühen Angebote sind nicht nur teuer, der weite Weg aus fernen Herkunftsländern beeinflusst auch Frische und Geschmack, kritisiert die Verbraucher Initiative. Zudem seien weit gereiste Früchte oft stärker mit Rückständen von Pflanzenschutzmitteln belastet. Der Verband rät deshalb, beim Früchtekauf auf die Saisonzeiten zu achten und Produkte aus hiesigem Anbau zu bevorzugen.

Linguistik

Zahlreiche Sprachen vom Aussterben bedroht

Chintang, Iwaidja, Hocank sind Sprachen, die nur noch von sehr wenigen Menschen beherrscht werden. In den kommenden Jahren drohen sie ganz zu verschwinden. Schon Ende dieses Jahrhunderts, werden rund zwei Drittel der derzeit weltweit gesprochenen 6.500 Sprachen verschwunden sein, nehmen Wissenschaftler an. Schon heute würden 90 Prozent der Sprachen von nicht einmal mehr 5.000 Menschen gesprochen, teilweise nur noch von einem Dutzend Personen.

Debatte um Müll

Kritik an geplanter Novelle der Verpackungsverordnung

Der Naturschutzbund NABU hat anlässlich der am Donnerstag stattfindenden Anhörung zur geplanten Novelle der Verpackungsverordnung die Festschreibung verbindlicher Umweltziele gefordert. Dazu bedürfe es der Ausweisung einer Mehrwegquote, der Festlegung eines verbindlichen Zieldatums sowie konsequenter Sanktionen bei Nicht-Erfüllung der Vorgaben. Ohne diese wesentlichen Elemente sei die Novelle umweltpolitisch wenig glaubwürdig und gewährleistee keine Umweltentlastung, so NABU-Geschäftsführer Gerd Billen.

Marktforschung

Kinder sollen Umweltschutz lernen

97 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass Kinder unbedingt lernen sollten, wie die Umwelt geschützt werden kann. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Nürnberger Marktforschungsunternehmens GfK im Auftrag des Grünen Punktes. Das Interesse an Umweltthemen sei vor allem bei den 14- bis 29-Jährigen besonders stark, so die Umfrage. 74 Prozent der Jugendlichen dieser Altersgruppe wünschten sich mehr Lern- und Spielmöglichkeiten, die ein umweltbewusstes Verhalten fördern.

Gentechnik

EU-Parlament für Klonverbot

Das EU-Parlament fordert ein umfassendes Verbot des Klonens menschlicher Embryonen. Dies soll nach dem Willen der EU-Volksvertretung auch für das so genannte therapeutische Klonen gelten. 234 Abgeordnete stimmten in erster Lesung einem diesbezüglichen Änderungsantrag zu, 217 sprachen sich dagegen aus. Knapp scheiterte ein Antrag, der auf ein totales Verbot der Forschung mit überzähligen menschlichen Embryonen aus IV-Befruchtungen abzielte. 232 EU-Abgeordnete befürworteten den Antrag, ebensoviele lehnten ihn jedoch ab. EU-Staaten können nun diese Frage eigenständig klären.

Minus statt Plus

Schlechte Zeiten für die Musikindustrie

Die weltweiten Umsätze mit Musik sind 2002 um sieben Prozent gefallen. Rund um den Globus wurden um acht Prozent weniger Tonträger verkauft. Das teilte der internationale Verband der Musikindustrie IFPI mit, der 1.500 Musikunternehmen in 76 Ländern vertritt. Weltweit wurden 2002 demnach 32 Milliarden Dollar für Musik ausgegeben. Wie schon im Jahr davor führte die IFPI den Einbruch des Musikgeschäfts auf die massenhafte Nutzung unautorisierter Musikangebote im Internet, die zunehmende Verbreitung von Breitband-Internet in den wichtigsten Märkten sowie die steigende Verfügbarkeit von CD-Brennern zurück. Als Reaktion darauf setzt die Industrie inzwischen neben dem Kampf gegen Online-Piraten auch schon auf den raschen Launch legaler Musikangebote im Web.

Bioterrorismus

Medizinische Fachblätter lieferten Zündstoff für Angriff auf Irak

Medizinische Fachblätter könnten eine wichtige Rolle dafür gespielt haben, Kritikern die politische Rechtfertigung für einen Angriff des Iraks zu liefern, vermutet Ian Roberts, Professor für Epidemiologie und öffentliche Gesundheit an der London School of Hygiene and Tropical Medicine. Die meisten Menschen in den USA und in Großbritannien seien gegen einen militärischen Einsatz gewesen. Um sie zu überzeugen, mussten sie glauben, dass sie selbst Ziel eines Angriffs sind. Das Schlagwort dafür laute Bioterrorismus. Um dies zu illustrieren, vergleicht der Experte die zwischen 1999 und 2002 in fünf großen medizinischen Zeitschriften veröffentlichten Artikel zum Thema Bioterrorismus mit jenen zum Thema Verkehrsunfälle.

Intranet statt Internet

Neues vom Urheberrecht

Der Bundestag die Neuregelung des Urheberschutzes bewilligt. Das Parlament stimmte am Freitag in Berlin einem Gesetzentwurf der Bundesregierung mit den Stimmen der rot-grünen Koalition und der Unions-Fraktion zu. Mit der Novelle soll das Urheberrecht der Entwicklung insbesondere an die digitale Technologie angepasst werden. Zudem gelte eine neue EU-Richtlinie.

Für Frieden

Attac kämpft weiter

Das globalisierungskritische Netzwerk Attac setzt die Proteste gegen Krieg und Besatzung im Irak auch nach dem Sturz des Regimes von Saddam Hussein in Bagdad fort. Das kündigte die Organisation am Freitag an. Ein völkerrechtswidriger Krieg werde auch durch einen militärischen Sieg nicht nachträglich legitimiert, so Barbara Fuchs von der Attac-AG Globalisierung und Krieg. Attac warnte davor, durch die Bilder jubelnder Menschen auf den Straßen in Bagdad die wahren Ziele des Angriffs der US- amerikanischen und britischen Truppen aus den Augen zu verlieren. Zwar sei ein brutaler Diktator gestürzt worden, doch zugleich hätten die US-Bombardements mit Streubomben im Sekundentakt tausende Zivilisten getötet, verwundet, obdachlos gemacht und die Infrastruktur des Landes zerstört.

Hühnerhaltung anzeigen

Verbraucherministerium will Geflügelpest verhindern

Mit einer Eilverordnung will das Bundesverbraucherministerium die Ausbreitung der klassischen Geflügelpest auf Deutschland verhindern. Wie das Ministerium mitteilte, gelten ab Sonntag verschärfte Vorschriften. Zusätzlich zu den bisher regional ergriffenen Maßnahmen werde die bereits bestehende Verpflichtung, die Haltung von Hühnern und Puten der Behörde anzuzeigen, auf Enten und Gänse ausgeweitet. Auch eine Hobby-Haltung müsse angezeigt werden.

Klimaforschung

Der Mensch erwärmt die Erde

2002 war nach 1998 das zweitwärmste Jahr in der Geschichte der Klimaforschung, der Planet Erde sei seit 1900 um 0,6 Grad Celsius wärmer geworden. Zu diesem Schluss sind internationale Experten beim Treffen der Europäischen und Amerikanischen Geophysiker gekommen, das derzeit in Nizza stattfindet. Die Forscher gehen davon aus, dass die Erwämung mit der Aktivität des Menschen in Zusammenhang steht. Die Gefahr dabei sei, dass bereits geringe Temperaturänderungen signifikante Konsequenzen für das Leben auf der Erde hätten. Die Forscher sagen für die Zukunft weitere Wetterkapriolen voraus, die auf die globale Erwärmung zurückzuführen wären. Es sei allerdings schwierig die Überschwemmungen und Trockenperioden unter dem Begriff "globale Erwärmung" zusammenzufassen, da die Klimamessungen dafür zu kurz seien. "100 Jahre reichen dazu nicht aus", erklärt Anne Waple, Wissenschaftlerin der US National Oceanographic and Atmospheric Administration (NOAA).

Arbeitslosigkeit

Jusos fordern Gesetz für mehr Ausbildungsplätze

Die Jungsozialisten (Jusos) fordern von Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) einen Gesetzentwurf zur Ausbildungsplatzabgabe. Die Ankündigung Schröders dazu „soll kein Papiertiger bleiben“, sagte der Juso- undesvorsitzende Niels Annen. Der Jusochef erinnerte zudem daran, dass im Koalitionsvertrag ein Ausbildungsprogramm für alle Jugendlichen festgelegt sei und nicht ausschließlich für Sozialhilfeempfänger.

Notversorgung

Humanitäre Hilfe im Irak

Hilfsorganisationen bauen ihre derzeitige Hilfe im Irak weiter aus. Wie die Hilfsorganisation Care Deutschland mitteilte, hat das Auswärtige Amt finanzielle Unterstützung für die Erweiterung der mobilen Trinkwasserversorgung, sowie für schnelle Notreparaturen zerstörter Wassersysteme im Irak zugesagt. Derzeit versorgen die 60 Mitarbeiter der Organisation in den Vororten Bagdads die Bevölkerung mit 62 mobilen Wassertanks, die jeweils bis zu 6.000 Liter Trinkwasser fassen. Die Unterstützung gehe an von der Wasserversorgung abgeschnittenen Krankenhäuser und Gemeinden. Mobile Reparaturteams führten Notreparaturen an beschädigten Wassersystemen durch und sorgen für die Instandsetzung und Installation von Notgeneratoren zur Strom- und Wasserversorgung der örtlichen Krankenhäuser.

Konsumententäuschung

EU will Werbung ehrlicher machen

Die Europäische Kommission plant weitere Einschränkungen für die Werbebranche. Wie das Handelsblatt berichtet, will Kommissar David Byrne die Produzenten von Nahrungs- und Genussmitteln dazu verpflichten, künftig nur noch mit Slogans zu werben, deren Aussage einer strengen wissenschaftlichen Prüfung standhalten. Byrne will damit die zahlreichen falschen Versprechungen der Werbung und die Täuschung der Konsumenten unterbinden. Sollte der dem Handelsblatt vorliegende Entwurf der Kommission so umgesetzt werden, so die Wirtschaftszeitung, bedeute dies das Aus für zahlreiche bekannte Werbeslogans.

PACE

Regenbogenfahnen sind Verkaufsschlager

Die in Italien weit verbreiteten Regenbogenfahnen mit dem Aufdruck „PACE“ (Frieden) werden vor dem Hintergrund der Demonstrationen gegen den Irak-Krieg in Deutschland immer beliebter. Wie die Organisation Attac Deutschland mitteilte, wurden in den vergangenen sechs Wochen rund 50.000 Fahnen verschickt. Deutschlandweit 200 Verkaufsstellen seien mit den Fahnen beliefert worden. Der Überschuss aus dem Verkauf soll nach Angaben der Organiation nach dem Abzug der Produktionskosten an eine Kinderhilfsaktion im Irak fließen.

Verbraucherschutz

Gesetzentwurf gegen Missbrauch von 0190-Nummern

Als wichtigen Schritt zu mehr Verbraucherschutz in der Telekommunikation hat der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) den Gesetzentwurf gegen den Missbrauch bei Mehrwertdienstenummern bewertet. Ein Durchbruch zu einem umfassenden Schutz der Telefon- und Internetkunden vor unseriösen Machenschaften sei der Regierungsentwurf jedoch noch nicht. So umfasse die vorgesehene Regelung lediglich 0190er- und 0900er-Nummern, nicht jedoch weitere Mehrwertdienstenummern, über die Missbrauch betrieben werde (etwa 0137er oder 0118er Nummerngassen). Außerdem wird der Mobilfunkbranche eine einjährige Schonfrist eingeräumt. Dadurch bestehe die Gefahr, dass Anbieter nun auf im Gesetz nicht geregelte Nummernbereiche und den Mobilfunk ausweichen. „In diesen beiden Punkten gibt es zwingenden Nachbesserungsbedarf“, so Edda Müller, au dem Vorstand des Verbandes.

"Tschernobyl der Wasserkraft"

Drei-Schluchten-Damm vor der Flutung

Am heutigen Donnerstag soll mit der Auffüllung des Stausees am umstrittenen Drei-Schluchten-Damm in China begonnen werden. Das Großprojekt, das in umwelt- und entwicklungspolitischen Fachkreisen auch als "Tschernobyl der Wasserkraft" bezeichnet wird, macht jedoch die Vertreibung von 1,2 bis 1,9 Millionen Menschen notwendig, kritisieren Menschenrechtsorganisation. Bislang seien allerdings erst 640.000 Menschen umgesiedelt worden, ein Teil von ihnen sei inzwischen in die Heimatregion zurückgekehrt, da die gezahlten Entschädigungen nicht ausreichten, um sich in der Umsiedlungsregion eine neue Existenz aufzubauen.

Sicherheit der Presse

Reporter ohne Grenzen fordert Aufklärung der Angriffe auf Journalisten

In einem Brief an den US-amerikanischen Verteidigungsminister Donald Rumsfeld fordert die Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen Beweise dafür, dass die Büros von Al Dschasira und das Hotel Palestine in Bagdad am 8. April nicht absichtlich ins Visier genommen wurden. Zugleich äußert sich die Organisation zur Verteidigung der Pressefreiheit besorgt über die wachsende Feindseligkeit der US-amerikanischen Armee gegenüber Journalisten. "Nach unseren Recherchen war die Lage zum Zeitpunkt des Geschehens in der Umgebung des Hotel Palestine ruhig und die US-amerikanische Panzerbesatzung hat sich Zeit genommen, um die Kanone auf das Hotel auszurichten und schließlich zu feuern.“, sagt Robert Ménard, Generalsekretär von Reporter ohne Grenzen in Paris.

Unsichere Auktionen

Mehr Betrug im Internet

Die Betrügereien im Internet haben sich in den USA im vergangenen Jahr verdreifacht. Wie das FBI am Donnerstag, mitteilte, ist die Zahl der dem Internet Fraud Complaint Center (IFCC) gemeldeten Beschwerden 2002 auf über 48.000 angestiegen. Ein Jahr zuvor hatte es lediglich 16.800 Beschwerden gegeben. Auch die Schadenssumme habe sich mehr als verdreifacht und kletterte auf 54 Millionen Dollar. Die meisten Betrügereien habe es bei Internetauktionen gegeben, die 46 Prozent aller Beschwerdefälle ausmachten.

Meeresforschung

Unbekanntes Ökosystem im Schwarzen Meer

Forscher des Bremer Max-Planck-Instituts für marine Mikrobiologie haben im Schwarzen Meer ein bislang unbekanntes Ökosystem unter dem Meeresboden entdeckt. In Millionen Jahre alten Sedimenten entdeckten die deutschen Wissenschaftler in Kooperation mit Forschern der niederländischen Delft Universität lebende Einzeller. Es handele sich um bisher unbekannte Bakterien. Sie besitzen die Fähigkeit, das für das Algenwachstum lebenswichtige Ammonium in atmosphärischen Stickstoff umzuwandeln und damit als Nährstoff unzugänglich zu machen. Der neu entdeckte Prozess laufe ohne Sauerstoff ab.

Projekte nach Irak

Friedensbewegung gibt keine Ruhe

Der Bundesausschuss Friedensratschlag hält ein baldiges Abflauen der Kämpfe im Irak für absehbar. Zwar sei es noch etwas voreilig, das Ende des Irakkriegs zu verheißen, jedoch habe kaum jemand bezweifelt, dass der Irakkrieg von den USA und Großbritannien militärisch "gewonnen" würde. Entgegen der bei den „Siegern" sich ausbreitenden Euphorie müsse nun daran erinnert werden, dass es für die Nachkriegsordnung im Irak keine zufriedenstellenden Konzepte gibt. Jede Planung, an der die "Siegermächte" federführend beteiligt seien, werde sich an der harten Realität stoßen.

"Generation Golfkrieg"

Protestforscher hält Schülerengagement für kurzfristig

Die "Generation Golfkrieg" ist im Wesentlichen ein Medienphänomen, weniger eine grundlegende Politisierung der Jugend. Nur eine Minderheit der gegen den Krieg protestierenden Schüler werde sich auch langfristig politisch engagieren, so der Protestforscher Dieter Rucht vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). Rucht hat die Motive von Jugendlichen zwischen 14 und 19 Jahren in einer repräsentativen Telefonumfrage sowie einer Befragung auf Basis einer Zufallsauswahl bei der Anti-Kriegsdemonstration am 15. Februar in Berlin untersucht. Dabei kommt er zum Schluss, dass keine politisierte und protestwillige"Generation heranwachsen werde, obwohl 34 Prozent der befragten Schüler angaben , sich an Demonstrationen und Protestkundgebungen zu beteiligen.

Kriegsfolgen

Unesco will irakisches Weltkulturerbe sichern

Die Unesco will nach dem Ende des Irak-Krieges rasch mögliche Schäden an Kulturgütern untersuchen. Die UN-Organisation habe den Alliierten vor den Kampfhandlungen eine Liste der schützenswerten Stätten übergeben, sagte der Sprecher der deutschen Unesco-Kommission, Dieter Offenhäußer. Nun müsse geprüft werden, wie groß die Zerstörungen an Kulturgütern und den Tausenden von archäologischen Stätten seien. Plünderungen etwa in Museen könnten ebenfalls ein Problem darstellen. Auch um den Bildungsbereich werde sich die Unesco kümmern.

Artenschutz

Deutsche Unternehmen an Zerstörung des indonesischen Regenwaldes beteiligt

Die Wälder von Tesso Nilo, auf der indonesischen Insel Sumatra sind eines der wichtigsten Rückzugsgebiete der selten gewordenen Sumatra-Elefanten. Hier wurde die weltweit größte Pflanzenvielfalt nachgewiesen. Doch in Indonesien und damit auch in Tesso Nilo wird der Regenwald schneller vernichtet als überall sonst auf der Welt. Deutsche Finanzinstitute wie Deutsche Bank und Hermes Kreditversicherung haben diese Entwicklung durch Kredite und Bürgschaften mit zu verantworten. Der WWF weist in seiner aktuellen Studie "Elefantenwald im Ausverkauf" nach, dass europäische Unternehmen und Finanzinstitute an der Zerstörung dieses Regenwalds beteiligt sind.

Saatgutkonzerne

Biopiraten in der Bundesrepublik: Bauern sollen Nachbaugebühren für Saatgut zahl

Mit einer Protestaktion vor dem Sitz des Bundesverbandes Deutscher Pflanzenzüchter (BDP) in Bonn startet die BUKO Kampagne gegen Biopiraterie am 10. April ihren Protest gegen Nachbaugebühren in Deutschland. Um 11 Uhr werden Mitarbeiter der Kampagne mit Transparenten und einem Traktor vor dem Sitz des BDP auffahren, einen Brief übergeben und gegen Nachbaugebühren und Auskunftspflicht demonstrieren. Zeitgleich verkündet der Europäische Gerichtshof in Luxemburg sein Urteil zur umstrittenen Auskunftspflicht. Der BDP und seine Tochter Saatgut-Treuhand-Verwaltungs-GmbH zwingen damit Bauern in Deutschland zu umfassenden Angaben darüber, was sie auf ihren Feldern anbauen. Dann erheben die Pflanzenzüchter sogenannte Nachbaugebühren.

Irak-Krieg

Seit Kriegsbeginn schon zehn getötete Journalisten

Der Dienstag forderte zwei neue Todesopfer unter den Journalisten. Der Kameramann Tarek Ajub wurde bei einem Bombenangriff der US-Luftwaffe auf die Büros der beiden arabischen Fernsehsender Al Dschasira und Abu Dhabi TV tödlich verletzt, wie Al Dschasira mitteilte. Beim Angriff von US-Truppen auf das Hotel "Palestine" in Bagdad, in dem derzeit fast alle ausländischen Medienvertreter untergebracht sind, starb nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters der ukranische Kameramann Tats Protsyuk.

Altkleidersammlung

Karitative Verbände sollen Verwertung von Kleiderspenden offenlegen

Mit Frühlingsbeginn nimmt die Zahl der Altkleidersammlungen wieder deutlich zu. Für die Spenderinnen und Spender der Altkleider wird es in den meisten Fällen nicht möglich sein herauszufinden, wo ihre Altkleider eigentlich landen. Viele Sammler erweckten den Eindruck, es ginge um eine direkte Spende für Bedürftige, doch in der Regel würden die Altkleider nach rein kommerziellen Gesichtspunkten vermarktet. Das entwicklungspolitische Institut SÜDWIND fordert daher gerade von karitativen Altkleidersammlern Transparenz über die Weitervermarktung der Spenden.

Atomanlagen Geesthacht

Norddeutsche Leukämiestudie widerlegt nicht den Verdacht des Atomunfalls

Am Dienstag diskutierte ein Experten-Workshop in Kiel die Ergebnisse einer epidemiologischen Studie, die Anfang der neunziger Jahre von den Landesregierungen Niedersachsen und Schleswig-Holstein in Auftrag gegeben wurde. Mit dieser Untersuchung sollten auslösende Faktoren der extremen Leukämiehäufung im Nahbereich der Geesthachter Atomanlagen (Kernkraftwerk Krümmel und nukleare Forschungseinrichtung GKSS) untersucht werden. IPPNW fordert die Landesregierungen auf, endlich konsequent die Ursachen aufzuklären und die Bevölkerung wahrheitsgetreu zu informieren. Durch Umweltmessungen ist zu klären, wo Maßnahmen zur Dekontamination erforderlich sind, um die Gesundheit der Anwohner wirksam zu schützen. Die jetzt von den Landesregierungen vorgelegte epidemiologische Studie sei jedenfalls nicht geeignet, die Leukämieauslösung durch einen Atomunfall im September 1986 zu widerlegen.

Liberalisierung

Attac Deutschland verdeutlicht GATS-Risiken im Wirtschaftsausschuss

Bei einer öffentlichen Anhörung im Wirtschaftsausschuss des Bundestags am 7. April hat sich das globalisierungskritische Netzwerk Attac erneut für einen Stopp der GATS-Verhandlungen eingesetzt. Ebenso wie Vertreter von Gewerkschaften, Kommunen und NGOs übte Thomas Fritz, GATS-Experte bei Attac, scharfe Kritik am Dienstleistungsabkommen der WTO und machte auf die Risiken aufmerksam. "Sozial- und Umweltstandards sind durch das GATS ebenso bedroht wie die öffentliche Trinkwasserversorgung und die Entwicklungschancen der ärmeren Länder."

Gefälschte Produkte

Verbraucherinitiative untersuchte Einstellungen zur Produktpiraterie

In einer repräsentativen Emnid-Befragung untersuchte die Verbraucherinitiative e. V. die Einstellung von Konsumenten zum Thema "Produktpiraterie". Viele Verbraucherinnen und Verbraucher zeigen sich bereits überraschend gut informiert. Allerdings fehlt es zum Teil am Risiko- und Unrechtsbewusstsein, erklärte der Bundesverband heute in Berlin. "Der Handel mit gefälschten Markenprodukten und Raubkopien macht inzwischen in vielen Produktbereichen Milliardensummen aus", so Volkmar Lübke, Vorstandsmitglied der Verbraucherinitiative. Verstärkt tritt das Problem auch im Bereich der Nicht-Luxusartikel auf. Neue Bestellmöglichkeiten über das Internet erschweren es immer mehr, die Absatzwege zurückzuverfolgen.

IGLU-Studie

Bildungsgewerkschaft fordert "Eine Schule für alle"

Die Diskussion über "eine Schule für alle Kinder und Jugendlichen" hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in ihrer Reaktion auf die am Dienstag in Berlin veröffentlichten Ergebnisse der internationalen Grundschulvergleichsstudie IGLU gefordert. "Wir müssen endlich die ideologischen Scheuklappen ablegen. Die IGLU-Ergebnisse machen deutlich, dass wir die Frage nach den Schulstrukturen nicht länger ausklammern dürfen. Unser deutsches Auslesesystem ist international ein Auslaufmodell", erklärte die GEW-Vorsitzende Eva-Maria Stange.

EURATOM-Vertrag

IPPNW verlangt Beweislastumkehr für Gefahren der Atomkraftwerke

Die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW fordert Außenminister Joseph Fischer auf, bei der Schaffung einer europäischen Verfassung auf der notwendigen Beendigung des EURATOM-Vertrages zu bestehen. Es dürfe nicht sein, dass Fischer im EU-Konvent am Ende einer Beibehaltung des Fördervertrags für die Atomindustrie zustimmt, nur um in Fragen der Außenpolitik und der Berufung eines europäischen Außenministers eine Einigung mit Frankreich zu erzielen. Fischer wird nachgesagt, die Position eines europäischen Außenministers besetzen zu wollen. Frankreich wiederum beharrt auf der Beibehaltung einer Förderung der Atomindustrie durch den EURATOM-Vertrag.

HIV/Aids

Buch "Todestanz - Sex und Aids in Afrika" erklärt Hintergründe der Ausbreitung

Die Frage, weshalb sich diese Seuche auf dem schwarzen Kontinent - anders als in Europa - so ungehindert verbreitet und zum Ausbluten Afrikas führt, ist hochbrisant und lädt zu mancherlei Spekulationen ein. Das Buch "Todestanz - Sex und Aids in Afrika"geht dieser Frage nach und scheut sich nicht, afrikanische Sexualpraktiken zu schildern, welche die Verbreitung von HIV/Aids beschleunigen. Verantwortlich sei vor allem das Sexualverhalten der Männer, sagen die Autoren. Häufig wechselnde Partnerinnen sind für viele selbstverständlich. Männer, die zu Prostituierten gehen, bestehen meist auf ungeschütztem Sex, selbst dann, wenn die Frau HIV-positiv ist und es dem Freier ausdrücklich sagt.

Asyl

Bundesbeauftragter für Asylangelegenheiten will gefolterten Iraker abschieben

Pro Asyl prangert an, dass Mohammed A., ein Flüchtling aus dem Irak, der dort schwer gefoltert wurde, nicht in Deutschland bleiben soll. Das Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge habe ihn bereits als Flüchtling nach der Genfer Flüchtlingskonvention anerkannt, doch der Bundesbeauftragte für Asylangelegenheiten halte an einer Klage gegen diesen Bescheid fest. Der durch Folter stark gezeichnete 34-jährige Iraker muss nun erneut um seine Anerkennung bangen. Gleichzeitig sorge er sich um das Leben seiner vier Kinder, die im irakischen Kerbala unter Beschuss liegen.

Wind, Wasser, Biomasse und Sonne

NABU fordert gezielte Förderung der erneuerbaren Energien

Der Naturschutzbund NABU hat heute in Berlin seine Eckpunkte für die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) vorgelegt. Dabei bezeichnete der amtierende NABU-Präsident Christian Unselt das EEG als umweltpolitisches Vorzeigeprojekt der rot-grünen Bundesregierung. "Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist eine Erfolgsstory, die auch auf der Grundlage eines novellierten Gesetzes fortgesetzt werden muss", so Unselt. Nur so könne Deutschland zukünftig auch ehrgeizige Klimaschutzziele erreichen.

EU-Verfassung

Europaweites Verfassungsreferendum statt Regierungsentscheidung gefordert

In Brüssel wächst die Zustimmung für einen Volksentscheid über die Verfassung der Europäischen Union. 65 Mitglieder des "Konvents für die Zukunft Europas" aus 25 Ländern unterzeichneten bisher eine von Mehr Demokratie eingeleitete Initiative, die zeitgleiche Referenden in allen EU-Staaten mit der Europawahl 2004 fordert. Fast täglich kämen neue Unterstützer hinzu. "Verfassungen sind Sache der Bürger, nicht allein der Regierungen", erklärte Mehr Demokratie-Vorstand Michael Efler, der die Initiative koordiniert. "Volksentscheide bieten die Chance, die Menschen einzubinden. Wenn an einem Tag 300 Millionen Bürger über die Verfassung abstimmen, dann wird Europa für die Menschen erlebbar."

Daimler-Chrysler Hauptversammlung

Kritische Daimler-Aktionäre protestieren gegen fehlende Rußfilter

Auf der Aktionärshauptversammlung von Daimler-Chrysler, die am Mittwoch in Berlin stattfindet, rechnet der Dachverband der Kritischen AktionärInnen DaimlerChrysler (KADC) auch in diesem Jahr mit einer grossen Zahl von Gegenstimmen.Gründe seien die große Unzufriedenheit mit den skandalösen Erhöhungen der Aufsichtsratsbezüge um bis zu 100 Prozent, die fehlenden Rußfilter in Mercedes-Dieselfahrzeugen und die noch immer vorhanden Minen und Atomwaffen im Angebot der Daimlerbeteiligung EADS.

Europäisches Patentamt

Greenpeace-Protest gegen Patent auf Baby-Blut

Gegen ein Patent auf Baby-Blut protestieren 15 Greenpeace-Aktivisten am Dienstag morgen als Vampire verkleidet vor dem Europäischen Patentamt (EPA) in München. Das Amt entscheidet darüber, ob das Patent (EP 343 217) der Firma Biocyte, PharmaStem, endgültig widerrufen wird. Das US-Unternehmen sicherte sich bereits 1996 umfassende Rechte auf menschliches Blut aus der Nabelschnur, aus der Plazenta und aus menschlichen Föten, um die darin enthaltenen Stammzellen zu vermarkten. Zwar wurde das Patent 1999 widerrufen, doch Biocyte hat gute Chancen, zumindest Teile des Patents zurückzuerhalten. Wenn dies geschieht, könnte das Unternehmen mit seinem Monopol unter anderem seit Jahren übliche Verfahren zur Behandlung von Blutkrebs blockieren.

Kriminalität

Bundesinnenminister will Gen-Daten von Straffälligen europaweit austauschen

Bundesinnenminister Otto Schily hat am 7. April 2003 die DNA-Analysedatei des Bundeskriminalamtes (BKA) als eine "wichtige und moderne Aufklärungsmethode" gewürdigt. Nach Schilys Worten sollte die DNA-Analysedatei auch verstärkt im Kampf gegen die grenzüberschreitende Kriminalität eingesetzt werden. Schon heute verfügten nahezu alle Staaten der Europäischen Union über entsprechende Verfahren, allerdings in unterschiedlichem Umfang. Diese müssten nach einheitlichen Standards aufgebaut werden. "Wenn wir bei grenzüberschreitenden Straftaten die Ermittlungserfolge verbessern wollen, müssen wir auch auf diesem Gebiet unsere Zusammenarbeit enger gestalten und deshalb wird die Bundesregierung im Rahmen der Zusammenarbeit der Justiz- und Innenminister der EU darauf dringen, den Informationsaustausch auch bei den DNA-Analysedateien zu beschleunigen, um künftig die nationalen DNA-Analysedateien in ein Netzwerk einzubringen", erklärte Schily.

Brandenburg

Bundesverteidigungsminister Struck will Bombenabwürfe in Kyritz genehmigen

Die umstrittene Wiederinbetriebnahme des "Bombodrom" genannten Luft-Boden-Schießplatzes bei Wittstock scheint unmittelbar bevorzustehen. Während die Bürgerinitiative "Freie Heide" für den 20. April zum Ostermarsch unter dem Motto "Der Frieden braucht kein Bombodrom" aufruft, könnten hier schon wenige Tage später die ersten Bomben fallen. Noch in diesem Monat will Bundesverteidigungsminister Peter Struck (SPD) dem Vernehmen nach die Erlaubnis für die Nutzung des Geländes geben. Bei der Luftwaffe laufen nach Tagesspiegel-Informationen bereits die internen Vorbereitungen für eine Aufnahme des Trainings-Flugbetriebes Ende April. Bereits für Mai habe das Verteidigungsministerium Jagdbombergeschwadern Übungszeiten zugewiesen.

Golfkrieg

Studie belegt genetische Schäden durch Uran-Geschosse im Irak

Zum ersten Mal weist eine Studie an genetischem Material von britischen Kriegsveteranen aus dem vergangenen Golfkrieg nach, dass uranhaltige Munition, das Erbgut dauerhaft schädigt. Die sogenannten DU-Geschosse gelten als die effektivsten Panzerabwehrwaffen. Allein 320 Tonnen dieser Munition wurden im vergangenen Golfkrieg abgefeuert. Mindestens 60 000 ehemalige britische und amerikanische Soldaten werden von den Veteranenverbänden beider Länder als kontaminiert bezeichnet.

IWF und Weltbank

NGO kritisieren Reformstau der Internationalen Finanzorganisationen

In einer gemeinsamen Pressekonferenz kritisierten erlassjahr.de, Oxfam Deutschland und WEED die mangelnde Reformwilligkeit von IWF und Weltbank. Ann-Kathrin Schneider von WEED fordert grundlegende Reformen am Governance-Modell von IWF und Weltbank. Noch immer halten diese Institutionen an dem Prinzip "One dollar - One vote" fest und werden von Industrieländern generell und den USA im besonderen kontrolliert. "Derzeitige Vorschläge von Seiten des IWF und der Weltbank sind zu marginal und unbedeutend, um dem akuten Problem der Überrepräsentanz der Industrieländer und der mangelnden Repräsentation der Entwicklungsländer zu begegnen" so Ann-Kathrin Schneider, Projektreferentin bei WEED.

Gegen den Irak-Krieg

Großdemonstration in Berlin am 12. April 2003 fordert Sperrung des Luftraums

Die "Achse des Friedens" - ein Berliner Friedensbündnis, zu dem auch Attac gehört - ruft aus Anlass des weltweiten Protesttags gegen den US-Angriffskrieg am Samstag, 12. April 2003, unter dem Motto "Stoppt den Krieg sofort - Luftraum sperren jetzt!" zu einer Großdemonstration in Berlin auf. Die Demonstration beginnt am 12. April um 14 Uhr am Lützowplatz, gegenüber der CDU-Zentrale, (U-Bhf. Nollendorfplatz), die Abschlusskundgebung ist für 16 Uhr am Brandenburger Tor geplant.

Humanitäre Hilfe im Irak

Kindernothilfe hat Ärzteteam nördlich von Mosul im Einsatz, IKRK in Bagdad

Der Spendenfreudigkeit vieler Deutscher ist es zu verdanken, dass die Kindernothilfe zur Versorgung von Kindern und ihren Familien im Irak-Krieg mittlerweile 250.000 Euro bereitstellen kann. Ein mobiles Ärzteteam bietet im Norden Iraks medizinische Grundversorgung an. Das Team hält sich zur Zeit im Distrikt Zawita in der Nähe der Stadt Dehuk auf. In den 43 Dörfern dieser Region leben normalerweise rund 13.000 Menschen, jetzt kommen mehr als 50.000 Flüchtlinge dazu. Hauptsorge der Menschen sind mögliche Giftgasangriffe der irakischen Armee. Neben der medizinischen Versorgung wurde außerdem die Wasserversorgung in der Region durch den Einsatz von Wasserpumpen verbessert.

Weltgesundheitstag

Verkehrslärm macht krank

Zum Weltgesundheitstag am 8.April 2003 weist der Verkehrsclub Deutschland (VCD) auf die gesundheitsschädlichen Wirkungen von Verkehrslärm hin. Diese würden immer noch weitgehend ignoriert. Dabei sei beispielsweise der Zusammenhang von Herz-Kreislauf-Krankheiten und dauerhaftem Lärm längst nachgewiesen. Allein in Deutschland müssten rund 13 Millionen Menschen tagsüber einen krankmachenden Lärmpegel von über 65 Dezibel aushalten. Ein deutlich erhöhtes Herzinfarktrisiko sei die Folge. Insgesamt fühlten sich sogar 60 Prozent der Bevölkerung durch Verkehrslärm belästigt.

Artenschutz

Island will auf Walfang gehen

Island hat bei der Internationalen Walfangkommission (IWC) einen noch unter Verschluss gehaltenen Antrag für die Jagd auf mindestens 500 Wale eingereicht. Laut Tierschutzorganisation Pro Wildlife, sollen jährlich 100 Finnwale, 50 Seiwale und 100 Zwergwale getötet werden. Das solle unter dem Deckmantel der Wissenschaft geschehen. Hiermit will Island ein Schlupfloch des weltweiten IWC-Walfangverbotes nutzen, kritisiert die Organisation. Das Programm solle mindestens zwei Jahre dauern und könnte bereits nach der nächsten IWC-Tagung im Juni 2003 in Berlin beginnen. Island wolle in seinem beantragten Programm für Wissenschaftswalfang offiziell untersuchen, welche Folgen die Reduzierung der Walbestände auf die Erträge der kommerziellen Fischerei hat.

Erziehung

Viele Kinderunfälle sind vermeidbar

Jedes Jahr werden allein in Deutschland mehr als zwei Millionen Kinderunfälle registriert. Fast die Hälfte der Unfälle davon ereignen sich zu Hause oder in der Freizeit, berichtet die Verbraucher Initiative. Viele Unfälle seien vermeidbar: Rund 10 Prozent könnten durch bessere Aufsicht verhindert werden. Insbesondere Säuglinge bedürften einer intensiven Betreuung und sollten nie allein auf dem Wickeltisch, Sofa oder in der Badewanne gelassen werden.

Medien

Jugend macht Zeitung

Wer schon immer mal selber Zeitung machen wollte, sollte sich das Wochenende Mitte Mai freihalten: Von Freitag, dem 16. bis Sonntag, dem 18. Mai 2003 veranstaltet die BUNDjugend (Jugend im Bund für Umwelt und Naturschutz) in Kooperation mit der Jugendumweltzeitung Juckreiz und der Jungen Presse Berlin (JPB) ein Grundlagenseminar für medieninteressierte Jugendliche und junge Schülerzeitungsmacher.

Luftverschmutzung

Schadstoffe der Ölfelder belasten Nachbarstaaten

Nach der Prognose von Forschern des Eurad-Projektes (Europäisches Ausbreitungs- und Depositionsmodell) in Köln kann sich die Schadstoffbelastung durch brennende Ölfelder im Irak im schlimmsten Fall bis nach Afghanistan und in die Türkei ausbreiten. Beim Eurad-Projekt unter der Leitung von Hermann Jakobs des Rheinischen Instituts für Umweltforschung an der Universität zu Köln wird täglich der Verlauf der Umweltkatastrophe in der Golfregion prognostiziert. Neben chemischen, physikalischen und dynamischen Prozessen würden aktuelle Wetterdaten herangezogen. Hinzu komme die Einschätzung der Brandlage im Irak.

Internet

US-Provider kündigt Vertrag mit Al-Jazeera

Der US-Provider Akamai Technologies wird dem in Katar ansässigen Nachrichtensender Al-Jazeera seine Dienste nicht zur Verfügung stellen. Der arabisch-sprachige Sender hatte das im US-Bundesstaat Massachusetts ansässige Unternehmen angeheuert, um die englische Website des Senders nach einer Hacker-Attacke wieder online zu bringen. Akamai verfügt über ein breites Netzwerk von Servern, die besonderen Schutz vor derartigen Anschlägen gewährleisten. Unter anderem sind CNN und MCNBC Kunden des US-Providers. Der Deal sei laut Joanne Tucker, Herausgeberin der englischen Site, bereits am Freitag vergangener Woche unter Dach und Fach gewesen, berichtet die New York Times. Der Provider habe den Vertrag jedoch wieder storniert.

Forschung

Wie ein Pilz die ganze Kartoffelernte zerstört

Wissenschaftlern des Instituts für Pflanzenbiochemie in Halle ist es gelungen, bei der Immunabwehr von Pflanzen einen großen Schritt vorwärts zu kommen: Sie haben das molekulare Muster eines Krankheitserregers identifiziert. Das winzige Peptid ist im gefürchteten Phytopora-Pilz enthalten, der weltweit 20 Prozent der gesamten Kartoffelernte vernichtet und bereits im 19. Jahrhundert eine Million Menschen verhungern ließ. Die IPB- Wissenschaftler haben nun Ergebnisse vorgelegt, die diesen Verdacht erhärten und zum besseren Verständnis pflanzlicher Abwehrstrategien beitragen.

Steuersparpaket

Umweltschutz entlastet den Haushalt

Roland Koch und Peer Steinbrück müssen nach Forderungen des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in ihrem Steuersparpaket deutliche ökologische Akzente setzen. In seiner jetzigen Form dürfe das Paket am Mittwoch vom Vermittlungsausschuss zwischen Bundestag und Bundesrat nicht verabschiedet werden. Der BUND fordert in einem Brief an die Ministerpräsidenten von Hessen und Nordrhein-Westfalen ein umfassendes Programm zum Abbau umweltschädlicher Subventionen. Dazu gehörten Umschichtungen bei der Eigenheimzulage, Kürzungen bei der Entfernungspauschale, die Besteuerung des Flugverkehrs und der Dienstwagen.

Holocaust

Sinti und Roma noch immer benachteiligt

Anlässlich des Internationalen Tages der Roma fordert die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl ein Bleiberecht für die langjährig in der Bundesrepublik Deutschland lebenden Roma-Flüchtlinge aus den Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawien. Die Organisation schließt sich damit dem unter anderem von Paul Spiegel, dem Präsidenten des Zentralrates der Juden, unterzeichneten Berliner Appell an. Der Berliner Appell verweist auf die besondere historische Verantwortung Deutschlands gegenüber den 500.000 Opfern des Holocaust unter den europäischen Sinti und Roma. Die Situation ihrer Nachkommen sei in den Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawien besonders prekär, so die Menschenrechtsorganisation.

Musikindustrie

CDs nun auch maßgeschneidert

Das Label Sony Music hat ein neues Experiment in Sachen Online-Musikvertrieb gestartet. Auf der Website Custommixcd.com bietet das Label individuell gestaltete CDs zum Kauf an, berichtet die New York Times. Im Gegensatz zu den von allen Musiklabels inzwischen forcierten umfassenden Musikportalen, die dem Kunden ein möglichst breites Angebot unabhängig von Label oder Interpreten machen, liege der Schwerpunkt der neuen Site bei musikalischen Raritäten bestimmter Stars. Branchenanalysten zweifeln allerdings am kommerziellen Erfolg des Angebots, weil sich in der Vergangenheit immer wieder gezeigt habe, dass Konsumenten ein umfassendes Angebot haben wollen.

Uran im Irak

Schnelle Studien über Umweltverschmutzung im Irak

Sobald es die Situation im Irak erlaubt, sollen Studien über abgereichertes Uran (depleted Uranium, DU) durchgeführt werden. Das empfiehlt das Umweltprogramm der Vereinten Nationen UNEP. Es sollen vor allem jene Gelände inspiziert werden, die Ziel von DU-Waffen wurden. Je schneller eine Studie starte, umso eher könnten auch tatsächliche Risiken bestätigt und Maßnahmen ergriffen oder Ängste abgelegt werden. Eine baldige Untersuchung würde laut UNEP darüber hinaus zu einem besseren Verständnis über die Wirkung von abgereichtertem Uran in der Umwelt beitragen. Ziel der Forschung sei es, nicht nur das Risiko für das Grund- und Oberflächenwasser zu erheben, sondern auch die Gefahren für Trinkwasserquellen, das Abfallmanagement sowie Fabriken abzuklären. Die UNEP hatte bereits 2001 den Einfluß von abgereichertem Uran im Kosovo, sowie 2002 in Serbien und Montenegro und in Bosnien-Herzegowina (2003) unterssucht.

World Cancer Report

Krebs könnte vermieden werden

Bis 2020 könnten die weltweiten Krebserkrankungen um weitere 50 Prozent auf 15 Millionen neue Fälle ansteigen. Dies geht aus dem aktuellen 352-seitigen World Cancer Report der WHO hervor. Der Bericht enthält aber auch eindeutige Hinweise dafür, dass ein gesunder Lebensstil und Maßnahmen in der Gesundheitspolitik den Trend aufhalten und "bis zu einem Drittel der weltweiten Krebsfälle verhindern könnten", betont Paul Kleihues, Leiter der internationalen Krebsforschungs-Behörde IARC. Die höchsten Krebsraten in Industrieländern verzeichneten die USA, gefolgt von Italien, Australien, Deutschland, den Niederlanden, Kanada und Frankreich. Weltweit sei Lungenkrebs die häufigste Krebsform mit jährlich 1,2 Millionen neuen Fällen.

Einkommen

Weniger Lohn für Arbeit in der Landwirtschaft

Das landwirtschaftliche Einkommen je Arbeitskraft in der EU ist im Jahr 2002 real um 3,8 Prozent zurückgegangen. Dies geht aus revidierten Schätzungen hervor, die heute von Eurostat, dem Statistischen Amt der Europäischen Gemeinschaften in Luxemburg, veröffentlicht wurden. In der Eurozone (Belgien, Deutschland, Griechenland, Spanien, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Finnland)sei das landwirtschaftliche Einkommen je Arbeitskraft sogar um 4,0 Prozent gesunken.

Frauen in Unterdrückung

Unmenschliche Zustände im Frauengefängnis Kabul

Die Frauen-Hilfsorganisation medica mondiale legt einen umfangreichen Bericht über inhaftierte Frauen im afghanischen Gefängnis Kabul vor. Auf 27 Seiten belegt die Frauenrechtsaktivistin Rachel Wareham, die Situation der Frauen im Gefängnis. Mit Hintergrundinformationen zur juristischen Lage der Frauen in Afghanistan und den Mechanismen der afghanischen Regierung kritisiert die Organisation die immer noch desolate Situation der Frauen in Afghanistan. Im Gefängnis „Kabul Welayat“, das einer baufälligen Baracke gleiche, seien Frauen und Mädchen - teilweise mit ihren Kindern – zumeist unschuldig inhaftiert. Nur einige wären konkreter Verbrechen beschuldigt, andere säßen in Untersuchungshaft - eine große Anzahl davon Frauen und Mädchen, die selbst Opfer von Gewalt seien und unter anderem wegen der Flucht aus Gewaltbeziehungen oder vor Zwangsverheiratung des „Ehebruches“ angeklagt sind.

Krieg um Bilder aus Irak

Nachrichtensender kämpfen um Marktführung bei Irak-Berichterstattung

Auf einer Nebenfront des Irak-Krieges treten die internationalen Nachrichtensender gegeneinander an. Der bisherige Marktführer CNN gerät dabei immer mehr unter Druck. Die Bilanz der ersten Kriegswoche zeige, dass Rupert Murdochs Sender Fox News den Sender CNN bei den Zusehern überholt hat. Das Rezept, auf das der Newcomer setzt, enthält eine kräftige Prise US-Patriotismus, berichtet das Handelsblatt. Die bisherige Bilanz des Krieges zeige, dass der Sender von Rupert Murdoch das Medienspektakel um den Konflikt besser nutze als der bisherige Marktführer CNN. Demnach hatte Fox News in der ersten Kriegswoche 4,16 Millionen Zuschauer während CNN nur auf 3,74 Millionen komme. Das Ergebnis trotzt den rund 30 Millionen Dollar, die der Marktführer laut Wall Street Journal in Sachen Nachrichten für die Irak-Berichterstattung bereitgestellt hat.

Emanzipation

Forscher beklagt verkümmerte Gefühle der Männer

Männer hängen nach Ansicht des Frankfurter Zukunftsforschers Matthias Horx häufig an überholten Luxuswerten. Sie protzten gern mit „teuren, auffälligen Statussymbolen und lauten Genüssen“, sagte Horx. Der Preis für das Festhalten an traditionellen Luxusbildern sei aber oft zu hoch. Horx betonte, bei Männern seien die Sensoren „in Bezug auf Gefühle, Privatheit und Körper“ oft verkümmert.

Abhängigkeit

Mehr Geld für Suchtbekämpfung gefordert

Der nach eigenen Angaben größte Sucht-Selbsthilfeverband Deutschlands, der Kreuzbund, verlangt eine stärker öffentliche Förderung zur Bekämpfung des Alkoholismus. Ein Teil der 3,5 Milliarden Euro, die der Staat jährlich durch alkoholbedingte Steuern einnehme, müsse in die Sucht-Selbsthilfe zurückfließen, sagte der Bundesgeschäftsführer des Kreuzbundes, Heinz-Josef Janßen, am Donnerstag in Hamm. Dieses Geld müsse in die Prävention, die Arbeit mit suchtbelasteten Familien und in die Nachsorge gehen.

Landwirtschaft im Krieg

Im Irak wird die Ernte knapp

Die UNO Welternährungsagentur FAO warnt davor, dass Iraks Kornkammer vor dem Aus steht. Derzeit lebten die knapp 25 Millionen Iraker zu zwei Dritteln von Hilfslieferungen aus dem FAO- Projekt "Oil for Food". Wenn die Winterernte nicht eingefahren werden könne, drohe dem Land eine Hungersnot. Die UN- Organisation fürchtet, dass der Krieg die gesamte ländliche Infrastruktur völlig zerstören könnte und hat daher einem Notplan mit 86 Millionen Dollar zugestimmt.

Tierhaltung

Schweinehaltung nicht artgerecht

Der vom Bundeslandwirtschaftsministerium vorgelegte Entwurf einer Schweinehaltungsverordnung wird nach Einschätzung des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) den Bedürfnissen der Tiere nicht gerecht. Zwar müssten Ställe künftig mehr Platz, Licht und Möglichkeiten zum Spielen bieten, aber die Einzelhaltung von Sauen in Kastenständen werde nicht abgeschafft. Es fehle auch das Verbot von Betonspaltenböden und der Verstümmelung von Zähnen und Schwänzen.

Copyright

Musikindustrie klagt gegen Studenten

In ihrem Kampf gegen Tauschbörsen hat die US-Musiklobby RIAA nun auch Studenten ins Visier genommen. Wie die RIAA in einer Aussendung mitteilte, wurde Klage gegen insgesamt vier Studenten erhoben, die auf ihrem Uni-Campus „napsterähnliche" Tauschbörsen betrieben haben sollen. „Das Gericht hat entschieden, dass Napster illegal ist und hat die Tauschbörse geschlossen.“, begründete RIAA-Präsident Cary Sherman die Klage. Die Studenten-Systeme seien ebenso illegal und funktionierten in der selben Art. Sie verletzten die Rechte von Künstlern, Musikern und Songschreibern.

Irak-Krieg

Wieczoreck-Zeul mitverantwortlich für Waffenexporte in die USA

Die deutschen Rüstungsexporte in die USA haben sich in den letzten drei Jahren verdoppelt. Ohne deutsche Hochtechnologie wäre der Irak-Krieg nicht so zu führen, wie er geführt wird. Das berichtete das ARD-Magazin "Monitor" am Donnerstag Abend. Vor allem im Bereich der Hoch- und Präzisionstechnologie spielt Deutschland für die US-Armee eine wichtige Rolle. Der Verfassungsrechtler Professor Volker Epping von der Universität Hannover hält die deutschen Rüstungsexporte in die USA für gesetzeswidrig. Die Schweiz habe sie schon verboten. Doch die deutsche Bundesregierung weigere sich. Man wolle es sich mit den Vereinigten Staaten nicht verscherzen. Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczoreck-Zeul gehört zu den Mitgliedern des Bundessicherheitsrates, der die deutschen Rüstungsexporte genehmigt.

Kinderrechte

Krieg traumatisiert vor allem Kinder

Anlässlich des Jahrestages der Ratifizierung der UN-Kinderrechtskonvention am 5. April 1992 appelliert die bundesweite Arbeitsgemeinschaft für Flüchtlinge Pro Asyl an die Bundesregierung, sich aktiver für das Überleben und die humanitären Belange der irakischen Kinder einzusetzen. Die Ergebnisse einer Studie von Unicef hätte eine beängstigende Säuglingssterblichkeit und Todesrate von Kindern unter 5 Jahren ergeben. Viele Vierjährige litten unter Kriegs-Alpträumen. 40 Prozent der Kinder glaubten nicht mehr an ein lebenswertes Leben.

HIV-Behandlung

Kleiner Erfolg in der Aids-Forschung

US-Forscher haben auf dem HIV-Molekül ein neues Ziel für eine HIV/Aids-Behandlung entdeckt. Sie entdeckten nach eigenen Angaben ein neues Angriffsziel im HI-Virus, das mit neuartigen Substanzen wirksam bekämpft werden kann. Labortests verliefen bereits erfolgreich. Nach weiteren Untersuchungen sollen klinische Tests starten. Die Erkenntnisse könnten zu einer neuen antiviralen Medikamentenklasse führen, um das Virus zu bekämpfen, so die Forscher.

Krieg der Natur

Krieg zerstört Vogelflugrouten

Der Krieg im Irak stört massiv die Wanderrouten von Zugvögeln. In das kroatische Dorf Cigoc, eines von vier europäischen Storchendörfern (1994 bis 1999), seien bislang nur fünf europäische Storchenpaare zurückgekehrt. Gewöhnlich belaufe sich die Zahl Ende März auf hunderte Paare allein in Cigoc und mehr als 1.500 Paare in ganz Kroatien. Dorfbewohner machen den Irak-Krieg für ihre Abwesenheit verantwortlich. Auch Ornithologen haben bereits gewarnt, dass mehr als eine Million Zugvögel vom Krieg betroffen sein könnten.

Pressefreiheit

Irak weist Reporter von Al Jazeera aus

Die irakische Regierung hat den Korrespondenten des arabischen TV-Senders Al Jazeera, Taysir Alluni aus Bagdad ausgewiesen. Ein zweiter Reporter, Diyar al-Omari, erhielt Arbeitsverbot. Die Mitteilung erfolgte durch das irakische Informationsministerium. Eine Begründung habe es nicht gegeben, zitiert die BBC den arabischen TV- Sender. Al Jazeera gilt als eine der einflussreichsten Stimmen in der arabischen Welt.

Weniger Herzinfarkte

Rauchverbot wirkt

Ein Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden zeigt Wirkung. Davon sind Ärzte des Peter´s Community Hospitals in Helena, der Hauptstadt des US-Bundesstaates Montana, überzeugt. Die Zahl akuter Herzinfarkte sei sechs Monate nach dem Inkrafttreten des Rauchverbotes um rund 60 Prozent zurückgegangen, berichten die Mediziner auf dem 52. Treffen des American College of Cardiology in Chicago. Rauchen war in 13.000 Bars und Restaurants mit mehr als 35 Sitzplätzen sowie jedem anderen Arbeitsplatz untersagt. Das Rauchverbot wurde, nachdem die Verordnung mehrmals angefochten wurde, allerdings Ende 2002 wieder aufgehoben.

Verbraucherrechte im Versandhandel

Auch Baukasten-PCs können zurückgegeben werden

Auch speziell für den Käufer konfigurierte Computer, die im Versandhandel gekauft wurden, können zurückgegeben werden. Das Recht, den Kaufvertrag zu widerrufen, kann nicht ausgeschlossen werden, wenn der Rechner aus Standardkomponenten zusammengebaut ist, die mit verhältnismäßig geringem Aufwand ohne Beeinträchtigung ihrer Substanz oder Funktionsfähigkeit wieder getrennt werden können. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) am Mittwoch entschieden.

Konjunktur

Krieg senkt Wirtschaftswachstum

Angesichts des Irak-Krieges hat die Weltbank ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr zurückgenommen. Weltweit werde die Wirtschaft 2003 nur um 2,3 Prozent wachsen. Im Dezember war sie noch von einem Plus von 2,5 Prozent, im Juli vergangenen Jahres sogar von 3,6 Prozent ausgegangen. Nach der Einschätzung von Weltbank-Manager Philip Suttle kostet der Irak-Krieg rund einen halben Prozentpunkt an Wirtschaftswachstum, berichtet das Wall Street Journal. "Der Krieg dämpft die ohnehin nur blutleere wirtschaftliche Erholung", sagte Suttle. Die Ursachen dafür seien vielfältiger Natur.

Lesen

Schüler küren den kleinen Hobbit

Die größte Schülerjury Deutschlands ermittelte die Buchfavoriten von jugendlichen Lesern. 100.000 Mädchen und Jungen, die sich an der Initiative "Schnapp dir ein Buch!" beteiligt, die von der Stiftung Lesen in Mainz und der Coca-Cola GmbH in Essen initiiert wurde. Gesucht waren die Lieblingsbücher von Schülern der Klassen 3 und 4 beziehungsweise 5 bis 7, so die Stiftung. Gewinner war „Der kleine Hobbit“ von J.R.R. Tolkien.

Entlastung geht vor Benachteiligung

Verfassungsgericht lehnt Eilantrag gegen Gesundheitsreform ab

Das Bundesverfassungsgericht lehnte am Donnerstag einen Eilantrag von vier Pharmaunternehmen ab, die eine Aussetzung des seit Jahresbeginn geltenden Beitragssatzsicherungsgesetzes im Gesundheitswesen erreichen wollten. Damit bleibt das Gesetz der rot-grünen Bundesregierung in Kraft. Bereits im Januar hatten die Karlsruher Richter bereits eine von dem Pharmahändler Gehe sowie mehreren Zahntechnikern und Apothekern beantragte einstweilige Anordnung verworfen.

Jugendschutz

Zu viele Wirte vertoßen gegen Gaststättengesetz

Fast die Hälfte aller Gastwirte verstößt bei der Preisgestaltung für Getränke gegen das Gesetz. Anders als vom Jugendschutz gefordert, sind in diesen Gaststätten alkoholfreie Getränke meist durchgehend teurer als das preiswerteste alkoholische Getränk. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) zu Beginn der Biergartensaison veröffentlichte Untersuchung. Der vzbv kritisiert dabei besonders die laxen Kontrollen der Ordnungsämter. Der Verband verweist auf alarmierende Trends bei der Suchtanfälligkeit von Jugendlichen. Das Einstiegsalter für den Genuss von Alkohol werde immer niedriger.

Internet

Firma bietet Mustershop für Online-Käufe

Mehr als die Hälfte aller elektronischen Shops im Internet haben eklatante Sicherheitsmängel und entsprechen nicht den vorgegebenen gesetzlichen Vorgaben oder den notwendigen Sicherheitsstandards. Gerade mal fünf Prozent aller gestesteten Shops arbeiteten einwandfrei, kritisiert das Softwareunternehmen Wilken. Daher bietet die Firma einen beispielhaften elektronischen Shop, der Anbietern und Nutzern angemessene Sicherheit aufzeige. Händler machten bei Online-Shops oft die gleichen Fehler, so das Unternehmen. Sie informierten ihre Kunden nicht über das Widerrufsrecht, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBs) seien nur lückenhaft oder gar nicht vorhanden und häufig fehle sogar eine Anbieterkennzeichnung. Was viele nicht wüssten: sie riskieren Abmahnungen.

Arbeitsplätze

Kündigungen bei Großkonzernen

Die schwache Konjunktur zwingt viele deutsche Großkonzerne zu einem massiven Personalabbau. Laut einer Umfrage des "Handelsblatt" plant jedes zweite Dax-30- Unternehmen eine Verringerung seiner Mitarbeiterzahl. Demnach werden mindestens 30.000 der insgesamt zwei Millionen deutschen Arbeitsplätze der Dax-Konzerne wegfallen. Sollte sich der Irak-Krieg weiter in die Länge ziehen, würden noch mehr Jobs gestrichen. "Spitzenreiter" beim Jobabbau sei die Deutsche Telekom, die allein in diesem Jahr 15.000 Stellen streichen will.

Hygienisches Wasser

WHO novelliert Trinkwasser-Leitlinien

Oft gelangen Stoffen oder Krankheitserreger sehr plötzlich und in großen Mengen in Trinkwasser-Versorgungssysteme, wie zum Beispiel bei ergiebigen Niederschlägen. Die Analysen des Wassers seien aber oft langwierig, bemängelt die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Viele Ergebnisse lägen erst nach Stunden oder gar Tagen vor. Das belastete Wasser wäre dann schon bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern. Deshalb sei die Vorsorge und Vermeidungsstrategien besonders wichtig. Um die Sicherheit des Trinkwassers festzustellen und zu überwachen, habe die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Leitlinien für eine Reihe von Stoffen und Indikatoren für Krankheitserreger entwickelt, die im Wasser vorkommen können.

Interview mit Dr. Winfried Wolf

"Die Bundesregierung will sich an der Neuaufteilung der Welt beteiligen"

Das Gespräch mit Dr. Winfried Wolf bildet den Auftakt einer Reihe von Interviews von ngo-online über den Irak-Krieg. Winfried Wolf ist Journalist und Buchautor. In den Jahren 1994 bis 2002 war er Bundestagsabgeordneter. Für Wolf ist dieser Krieg ein Schritt in der "Neuaufteilung der Welt" durch die führenden Wirtschaftsnationen. Die deutsche und die französische Position gegen diesen Krieg entspringe "nicht friedlichen Absichten". Sie sei ebenso von wirtschaftlichen Interessen und geostrategischen Zielen geleitet wie die US-amerikanische und die britische. Die Außenpolitik Deutschlands und Europas sei "eindeutig militärisch orientiert". Schröder und Chirac hätten "demonstrativ" an der Gründung des europäischen Rüstungskonzerns EADS teilgenommen, dessen größter Einzelaktionär DaimlerChrysler ist. Winfried Wolf schrieb 1999 das Buch "Bombengeschäfte" über den Kosovo-Krieg, 2002 erschien im Konkret Literatur Verlag das Buch "Afghanistan - der Krieg und die neue Weltordnung". Im Juni 2003 erscheint im selben Verlag sein Buch "Sturzflug in die Krise. Die Weltwirtschaft. Das Öl. der Krieg". Wolf ist auch einer der Herausgeber der "Zeitung gegen den Krieg".

Soziale Sicherung

Nordrhein-Westfalen fordert komplette Abschaffung der Sozialhilfe

Im Zuge der Hartz-Reform drängt die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen auf eine komplette Abschaffung der Sozialhilfe. Landesarbeitsminister Harald Schartau (SPD) lehnte am Mittwoch in Düsseldorf die Forderung des Chefs der Bundesanstalt für Arbeit (BA), Florian Gerster, ab, auch nach der Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe nicht vermittelte Arbeitslose nach einem halben Jahr wieder in die Zuständigkeit der Kommunen zurückgeben zu können.

Beschäftigung

Neuregelung für Minijobs gilt - bis zu 400 Euro abgabenfrei verdienen

Seit dem 1. April 2003 gilt die Neuregelung für geringfügige Beschäftigungen bis zu einem Bruttoverdienst von 400 Euro im Monat, die so genannten Minijobs. Früher lag die Grenze bei 325 Euro im Monat. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zahlen keinerlei Abgaben. Die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber zahlen 25 Prozent Pauschalabgaben, bei Minijobs in Privathaushalten sogar nur 12 Prozent. Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen haben gegenüber ihren geringfügig Beschäftigten die gleichen arbeitsrechtlichen Verpflichtungen wie gegenüber den anderen Beschäftigten. Das betrifft beispielsweise die Entgeltfortzahlung, den bezahlten Erholungsurlaub sowie die Lohnfortzahlung am Feiertag.

Irak-Krieg

Britisch-amerikanische Streitkräfte beschießen und verhaften Journalisten

Reporter ohne Grenzen wirft den britisch-amerikanischen Streitkräften vor, die Arbeit und Sicherheit von Journalisten, die vom Kriegsgeschehen berichten, zu missachten. Die internationale Organisation zur Verteidigung der Pressefreiheit fordert die Alliierten auf, eine interne Untersuchung über die Behandlung der Presse durch Armeeangehörige einzuleiten und ihre Ergebnisse zu veröffentlichen. "Journalisten gerieten unter Beschuss, wurden verhaftet, oft über mehrere Stunden verhört, misshandelt und geschlagen", berichtet Robert Ménard, Generalsekretär von Reporter ohne Grenzen, in Paris. "Außerdem wurde das Informationsministerium in Bagdad zwei Mal bombardiert, obwohl allgemein bekannt ist, dass die internationalen Nachrichtenagenturen dort untergebracht sind", sagt Ménard weiter.

Alternativer Kraftstoff

Mit Pflanzenöl im Traktortank den Acker bestellen

Auf einer Tagung zogen Wissenschaftler von der Universität Rostock Zwischenbilanz eines 100-Pflanzenöl-Traktoren-Programms. Dazu erklärt Hans-Josef Fell, Vorstandsmitglied der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe: "Das 100-Pflanzenöl-Traktoren-Programm läuft gut. Die Ergebnisse übertreffen sogar die Erwartungen." Die Tagung fand sehr große Resonanz unter Unternehmern, Landwirten und Verbänden. Seit zwei Jahren werden Traktoren mit Pflanzenölkraftstoff wie Rapsdiesel getestet. Mittlerweile wurden 110 Traktoren auf Pflanzenölbetrieb umgerüstet.

WTO

Entwicklungsländer müssen weiter auf gerechteren Agrarhandel warten

Am Montag ist die Frist für die Einigung über ein neues Agrarabkommen bei der WTO in Genf ergebnislos verstrichen: Die WTO steckt in einer ernsten Glaubwürdigkeitskrise. "Die Verhandlungen scheitern an der fehlenden Bereitschaft der Industrieländer, ernsthaft zu verhandeln und den Entwicklungsländern entgegen zu kommen. Damit werden die WTO und der multilaterale Prozess erheblich in die Kritik geraten. Die Zeit der internationalen Rücksichtnahme scheint zu Ende zu gehen, auch für die EU, die nicht bereit ist ihre umstrittene Agrarpolitik zu reformieren. Die Doha-Verhandlungsrunde der WTO, die eine Entwicklungsrunde sein sollte, hat sich festgefahren", kritisierte Rainer Engels, Kampagnenleiter von Germanwatch.

Ostern

Die Verbraucherinitiative gibt Tipps zum ungiftigen Färben und Bio-Eiern

Erst mit bunt gefärbten Eiern ist das Osterfest komplett. Doch künstliche Eierfarben sind nicht für alle Menschen völlig harmlos. Die Verbraucherinitiative hat deshalb einige Tipps zum natürlichen Färben zusammengestellt. Die gängigen Eierfarben sind Lebensmittelfarben, die auch als Zusatzstoffe zugelassen sind. "Viele dieser Stoffe gehören zur Gruppe der Azofarbstoffe, die bei empfindlichen Menschen allergieähnliche Reaktionen auslösen können", warnt Laura Groche, Ernährungsreferentin der Verbraucherinitiative. Hautrötungen, Juckreiz und in schlimmen Fällen auch Asthma können die Folge sein.

Naturschutz

BUND und Deutsche Post starten Projekt "Klimaoase" für mehr Natur in der Stadt

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Deutsche Post starten am Dienstag in Berlin die Aktion "Klimaoase" für mehr Lebensqualität in der Stadt. Damit werden in den kommenden Monaten Umweltprojekte gefördert, die mehr naturnahes Grün in die Städte bringen. Der BUND will Schmetterlingswiesen, Teichanlagen, Kinderwaldprojekte und andere "grüne Inseln" in Städten fördern und in unterversorgten Stadtbezirken ausbauen. Die Auswahl erfolgt durch ein Gremium von BUND und Deutsche Post in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Kommunen.

Entführung

300.000 Menschen fordern Hilfe von Präsident Putin für Arjan Erkel

Genau 232 Tage nach der Entführung ihres Mitarbeiters Arjan Erkel in Dagestan fordert die internationale Organisation Ärzte ohne Grenzen gemeinsam mit mehr als 300.000 Menschen den russischen Präsidenten Vladimir Putin dazu auf, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um Erkels sofortige Freilassung zu bewirken. Am Mittwoch übergab die Organisation mehr als 300.000 Unterschriften an das Büro des russischen Präsidenten in Moskau. Auch in Berlin, Genf, Den Haag und anderen Städten wurden in den Vertretungen der russischen Regierung Kopien der Unterschriften überreicht.

Tierschutz

Goldorfe wird "Versuchstier des Jahres 2003"

Die Mitgliederversammlung des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte hat auf Vorschlag des Mitgliedsvereins animal 2ooo jetzt erstmalig das Versuchstier des Jahres ernannt. Die Goldorfe ist das Versuchstier 2003, da dieser Fisch noch immer zur Ermittlung von Abwassergebühren vorgeschrieben ist, obwohl es eine anerkannte tierversuchsfreie Ersatzmethode gibt. Wie der aktuelle Tierschutzbericht der Bundesregierung bestätigt, stehen im Bereich Tierversuche zahlenmäßig Fische an dritter Stelle, das heißt mehr als 300.000 Fische sterben jährlich im Tierversuch.

Recycling

Bundesbürger geben mehr Altbatterien zurück

Im Jahr 2002 hat die Stiftung Gemeinsames Rücknahmesystem Batterien 11.256 Tonnen verbrauchte Gerätebatterien und Akkus zurückgenommen. Das entspricht einer Stückzahl von über 400 Millionen Batterien. Die Rücknahmemenge konnte gegenüber dem Vorjahr erneut um 7 Prozent gesteigert werden. Noch immer wissen zu wenige Verbraucher, dass Batterien wieder verwertbare Rohstoffe enthalten, Batterierückgabe also ein Beitrag zum Umweltschutz ist. Mit ihrer Informationskampagne "Zurück für die Zukunft!" will die Stiftung GRS Batterien die Verbraucher motivieren, mehr Batterien zurückzugeben.

Verkehrsprojekte

Gemeinsame Kritik der Umweltverbände am A5-Ausbau am Oberrhein

Nach einer Prognose des Bundesverkehrsministeriums soll sich der bereits jetzt unerträgliche LKW-Verkehr in Südbaden bis zum Jahr 2020 verdoppeln. Aus diesem Grund trommeln nun die IHK und manche Politiker immer lauter für den Ausbau der A5. Was das für die bereits jetzt lärmgeplagten Menschen in Kenzingen, Endingen, Riegel, Malterdingen, Nimburg, Reute, March, Vörstetten, Waltershofen, Hochdorf, Opfingen, Tiengen, Munzingen und Feldkirch bedeutet, könne man sich vorstellen, so der örtliche Naturschutzbund, der BUND und andere Verbände. Mehr Lärm, Abgase und ein Verlust an Erholungsflächen drohten der Region.

3. Welt-Wasser-Forum

Wirtschaft und Naturschutz als Partner für lebendige Seen

Die Naturschutzstiftung Global Nature Fund (GNF) präsentierte in der vergangene Woche das neu entwickelte Living Lakes Toolkit auf dem 3. Welt-Wasser-Form (3. WWF) in Japan. Dieser in Kooperation mit Unilever entwickelte Leitfaden soll interessierten Organisationen dabei helfen, neue Partnerschaften für den Umweltschutz aufzubauen. Das Living Lakes Toolkit wurde auf der Basis von Erfahrungen entwickelt, die während der letzten vier Jahre in gemeinschaftlichen Projekten, an denen Unilever, GNF und andere Partnerorganisationen beteiligt waren, gemacht wurden.

Afghanistan

Raketenanschläge zeigen ernste Bedrohung der Schutztruppe in Kabul

Die Internationale Schutztruppe für Afghanistan (ISAF) sieht in den jüngsten Raketenanschlägen von Kabul eine neue Qualität der Bedrohung. So sei bei den Angriffen vom Sonntag mit 122-Millimeter-Raketen ein neuer Typ Waffe verwendet worden, sagte ISAF-Sprecher Thomas Löbbering am Dienstag in Kabul. Diese hätten eine Reichweite von 30 bis 40 Kilometern, könnten also außerhalb des Zuständigkeitsbereiches der Schutztruppe abgefeuert werden. Zudem sei erstmals seit 2001 das ISAF-Hauptquartier direkt attackiert worden.

SARS

Leipziger Virologe warnt vor Panikmache wegen Lungenerkrankung aus Asien

Der Leipziger Virologe Bernhard Ruf warnt wegen der Lungenkrankheit SARS vor Panikmache in Deutschland. Zurzeit gebe es noch keine Ansteckungen in Deutschland, betonte Ruf am Dienstag im Deutschlandfunk. Von Reisen nach Südostasien rät der Experte aber ab. Wer unbedingt dorthin fahren müsse, sollte nach Möglichkeit große Menschenansammlungen meiden und einen Mundschutz mitnehmen.

IPPNW

Offensive Friedenspolitik statt deutscher Unterstützung des Irak-Krieges

Die politische Resolution der in Frankfurt abgehaltenen Mitgliederversammlung der IPPNW am 29. und 30. März erklärt den Angriffskrieg im Irak als völkerrechtswidrig. Es wird deswegen von der Bundesregierung gefordert, "sich an internationales und nationales Recht zu halten und den kriegsführenden Staaten die Überflugsrechte sowie die Nutzungsrechte für ihre Militärbasen zu entziehen." Zugleich klagt die IPPNW Impulse für eine längerfristige Lösung der Konfliktpotentiale in der Region ein. So heißt es: "Wir erwarten, dass die Bundesregierung sich aktiv an einer friedlichen Lösung der Konflikte im Nahen und Mittleren Osten beteiligt und sich für die umgehende Einrichtung einer Konferenz entsprechend der OSZE einsetzt."

Mazedonien

EU startet in Mazedonien ihre erste militärische Mission

Bundesaußenminister Joschka Fischer begrüßte den Beginn des europäischen Militäreinsatzes. Dieser soll dazu dienen, das Abkommen von Ohrid umzusetzen, das ein friedliches Zusammenleben muslimischer Albaner und christlicher Makedonier in der Region zu ermöglichen. Er sagte: "Die Bundesregierung begrüßt die heutige Ablösung der NATO-Operation "Allied Harmony" in Mazedonien durch die Europäische Union. Die EU-Mission "Concordia" – die erste militärische Operation der Europäischen Union - unterstreicht das Engagement der Europäischen Union im Stabilisierungsprozess in Mazedonien und in der Region."

Föderalismus

Sicherung gleichwertiger Lebensverhältnisse in allen Teilen des Bundesgebietes

Auf dem Ersten Föderalismuskonvent der deutschen Landesparlamente Lübeck sprach Lothar Bisky, der Vorsitzende der PDS-Fraktion im Brandenburger Landtag. Er erläuterte die Vorstellungen der PDS-Landtagsfraktionen von Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zur anstehenden Reform des Föderalismus. Er sagte: "Die Sicherung der Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in allen Teilen des Bundesgebietes (nach Artikel 72 Abs. 2 GG) stellt für uns eine Schlüsselfrage bei der Reform des Föderalismus dar. Jetzt ist zu bestimmen, was zu Beginn des 21. Jahrhunderts "gleichwertige Lebensverhältnisse" sein sollen."

Waffengesetze

Gefahren durch Gas- und Schreckschusswaffen in Deutschland verringern

Rund 200.000 erlaubnisfreie Waffen, die ab dem Alter von 18 Jahren im Geschäft an der Ecke ohne weiteres gekauft werden können, sind in Hamburg in Umlauf. Die meisten davon sind Gas- und Schreckschusswaffen, die ernsthafte und schwere Verletzungen anrichten können. Mit solchen Waffen wird die Mehrzahl der Raubüberfälle verübt. Das neue Waffengesetz schreibt ab dem 1.4.03 eine Registrierung der Käufer vor. Die Grüne Alternatve Liste (GAL) -Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft fordert eine Bundesratsinitiative, die für diese Waffen einen "kleinen Waffenschein" vorschreibt.

Stimmen gegen den Krieg

Ein Außenminister, ein Offizier und ein Journalist lehnen den Mord ab

Die Zeitung "Freitag" veröffentlicht in ihrer aktuellen Ausgabe drei Stellungnahmen gegen den Irak-Krieg.