Uran im Irak
Kontroverse um Uran als Waffe
Viele Expertengruppen gehen heute davon aus, dass unerklärliche Krebsfälle - insbesondere bei Kindern - in der irakischen Bevölkerung seit dem Golfkrieg auf abgereichertes Uran zurückzuführen sind. Die USA setzten das schwach radioaktive Uran erneut im Balkan- und Afghanistan-Krieg ein.
Die US-Umweltschutzbehörde UNEP habe bereits Untersuchungen im Irak angeboten. Sobald es die Situation erlaube, sollten Studien über abgereichertes Uran (depleted uranium) durchgeführt werden. Vor allem gehe es um jene Gelände, die Ziel von DU-Waffen wurden.
Je schneller eine Studie starte, desto früher könnten Ängste abgelegt oder tatsächliche Risiken bestätigt werden. In letzterem Fall würden sofort Maßnahmen ergriffen werden. Noch bis Ende April wolle die UNEP eine Arbeitsstudie über die Umwelt im Irak veröffentlichen. Diese solel die nötigen Hintergrund-Informationen für die Feldforschung liefern.
Ziel der Forschung sei es, nicht nur das Risiko für das Grund- und Oberflächenwasser zu erheben, sondern auch die Gefahren für Trinkwasserquellen, das Abfallmanagement sowie Fabriken abzuklären. Weiters solle geklärt werden, in welcher Menge giftiges, aber nur schwach radioaktiv abgereichertes Uran das Grundwasser verseuchen kann und inwieweit ein Risiko besteht, dass DU-Staub zu einem späteren Zeitpunkt eingeatmet wird.
Unterstützung bekommt die Bahörde dabei von Doug Rokke, dem ehemaligen Leiter des "Depleted uranium Project" des Pentagons. "Das Militär eines Landes kann nicht vorsätzlich ein anderes Land kontaminieren, Mensch und Umwelt Schaden zufügen und dann einfach die Konsequenzen der Handlung ignorieren," zitiert der britische Guardian. Rokke fordert die USA und Großbritannien auf, "die unmoralischen Konsequenzen ihrer Handlung zu erkennen und sich für die medizinische Hilfe und die sorgfältige Sanierung der Umwelt verantwortlich zu zeigen." Laut Royal- Society-Forscher Brian Spratt könne der Boden rund um die Aufschlagstellen der Uran-Geschoße stark verseucht sein. "Auch zahlreiche korrodierende Geschoße im Boden können langfristig eine Bedrohung darstellen, nämlich dann, wenn sie in die Wasserversorgung gelangen", so Spratt. Auch er empfiehlt die Entsorgung der gefährlichen Geschoßteile und die rasche Identifizierung der kontaminierten Gebiete.
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Am 17. Apr. 2003 unter:
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