Medizin

EU plant Ausweitung der Embryonenforschung

Ungeachtet ethischer Bedenken in zahlreichen europäischen Ländern plant die EU-Kommission langfristig offenbar eine deutliche Ausweitung der Embryonenforschung. In einem internen Gutachten, das der "Berliner Zeitung" (Freitagausgabe) vorliegt, verweist die Kommission auf die Potenziale der Forschung mit menschlichen embryonalen Stammzellen und spricht sich für eine stärkere Förderung des umstrittenen Wissenschaftszweiges aus. Das Papier wurde am Donnerstag erstmals in Brüssel von Vertretern der Kommission, den Mitgliedsstaaten und des Europäischen Parlaments diskutiert. Es dient als Grundlage für die bevorstehenden EU-Verhandlungen zur Zukunft der Embryonenforschung.

Der Staatssekretär im Bundesforschungsministerium, Uwe Thomas, bestätigte, dass es bei der EU eine "eindeutige Tendenz" zur Ausweitung der Forschung gebe. Die Bundesregierung werde aber darauf bestehen, dass die bestehende deutsche Rechtslage respektiert und keine Projekte unterstützt werden, die hier verboten seien, sagte Thomas der Zeitung. Blockieren könne man die Kommissionspläne aber nicht, weil dafür eine qualifizierte Mehrheit erforderlich sei. Diese aber sei nicht in Sicht.

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