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WHO novelliert Trinkwasser-Leitlinien

Hygienisches Wasser

Oft gelangen Stoffen oder Krankheitserreger sehr plötzlich und in großen Mengen in Trinkwasser-Versorgungssysteme, wie zum Beispiel bei ergiebigen Niederschlägen. Die Analysen des Wassers seien aber oft langwierig, bemängelt die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Viele Ergebnisse lägen erst nach Stunden oder gar Tagen vor. Das belastete Wasser wäre dann schon bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern. Deshalb sei die Vorsorge und Vermeidungsstrategien besonders wichtig. Um die Sicherheit des Trinkwassers festzustellen und zu überwachen, habe die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Leitlinien für eine Reihe von Stoffen und Indikatoren für Krankheitserreger entwickelt, die im Wasser vorkommen können.

Damit werden durch eine maßgeschneiderte Systemanalyse vom Einzugsgebiet bis zum Wasserhahn alle Stufen einer Trinkwasserversorgung erfasst, so die WHO. So gerieten sowohl die Gefahren, die auftreten können (zum Beispiel durch Verunreinigungen im Einzugsgebiet oder im Verteilungsnetz), als auch die Orte, an denen sie beherrscht werden könnten (zum Beispiel Trinkwasser-Schutzgebiete, Trinkwasseraufbereitung, Rohrnetzpflege) ins Visier.

Besonders kritische Punkte würden verstärkt überwacht. Zeige sich zum Beispiel durch die Düngemittelausbringung eine Gefährdung durch Nitrat, so folge daraus eine besonders strikte Überwachung des Duengereinsatzes. Teilweise müssten potenzielle Gefahren an mehreren Punkten reduziert werden. Dies entspräche dem in Deutschland schon lange praktizierten Multibarrierenprinzip.

Bestehe zum Beispiel durch den Eintrag von Cryptosporidien (einer Parasiten-Art) aus Ausscheidungen von Vieh und Wildtieren eine Gefahr, so könne ein wichtiger Punkt zu ihrer Beherrschung die Kontrolle der Vieh- und Wildtierbestände im Einzugsgebiet sein. Ein zweiter, ebenso wichtiger Punkt im System wäre die Filtration im Wasserwerk zur Entfernung der Patikel.

In der Lebensmittelhygiene sei dieser Ansatz zum Qualitätsmanagement bereits seit einigen Jahrzehnten unter dem Begriff "HACCP-Prinzip" - Hazard Analysis (Gefahrenanalyse) and Critical Control Points (kritische Steuerungspunkte) - bekannt. Erste Erfahrungen mit der Anwendung des Ansatzes auf Trinkwasser liegen in der Schweiz, Australien und Frankreich vor. Die WHO habe den HACCP- Ansatz für Trinkwasser weiter entwickelt zu den so genannten "Water Safety Plans" (Pläne für sicheres Trinkwasser).

Neben diesem grundlegend neuen Aspekt enthält der Entwurf der WHO- Trinkwasserleitlinien zahlreiche weitere Veränderungen, wie eine klare und transparente Gestaltung der WHO-Leitwerte für einzelne Stoffe sowie der Kriterien für ihre Anwendung. Darüber hinaus fordert die WHO eine öffentliche Diskussion der Zielsetzungen in der Trinkwasserhygiene, um diese welteweit zu verbessern, sowie ein Kapitel zur Überwachung und Verifikation von Qualitätsmanagement-Systemen.

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