Konjunktur

Krieg senkt Wirtschaftswachstum

Angesichts des Irak-Krieges hat die Weltbank ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr zurückgenommen. Weltweit werde die Wirtschaft 2003 nur um 2,3 Prozent wachsen. Im Dezember war sie noch von einem Plus von 2,5 Prozent, im Juli vergangenen Jahres sogar von 3,6 Prozent ausgegangen. Nach der Einschätzung von Weltbank-Manager Philip Suttle kostet der Irak-Krieg rund einen halben Prozentpunkt an Wirtschaftswachstum, berichtet das Wall Street Journal. "Der Krieg dämpft die ohnehin nur blutleere wirtschaftliche Erholung", sagte Suttle. Die Ursachen dafür seien vielfältiger Natur.

Eine große Rolle spiele vor allem in einem geringerem Vertrauen, schwankenden Märkten und in den Ölpreisen zu sehen, die in den nächsten drei Monaten auf dem jetzigen Niveau verbleiben sollten und danach stark sinken werden. Es sei zwar schwierig, die genauen Auswirkungen des Krieges aus den Wachstumsprognosen herauszuschälen. Es könne aber ähnlich wie nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 von einem halben Prozentpunkt minus ausgegangen werden, sagte Suttle.

Dabei seien die Auswirkungen der Kriegsereignisse auf Industrie- und Entwicklungsländer unterschiedlich. Die Wirtschaft ärmerer Länder werde demnach 2003 um vier Prozent zulegen und damit sogar stärker als in den Vorhersagen von Dezember. Die Wirtschaft der Industrieländer werde dagegen dagegen lediglich um 1,8 Prozent ansteigen.

Im Dezember hatte die Weltbank noch mit einem Plus von 2,1 Prozent gerechnet. Einer der Gründe für das bessere Abschneiden ärmerer Staaten ist nach Ansicht der Weltbank, dass die Überweisungen durch ausländische Gastarbeiter in ihre Heimatländer stark zugelegt hätten. Diese seien im vergangenen Jahr auf insgesamt 80 Milliarden Dollar gestiegen. 1995 hatte der entsprechende Wert noch bei 48 Milliarden Dollar gelegen.

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