Krieg der Natur

Krieg zerstört Vogelflugrouten

Der Krieg im Irak stört massiv die Wanderrouten von Zugvögeln. In das kroatische Dorf Cigoc, eines von vier europäischen Storchendörfern (1994 bis 1999), seien bislang nur fünf europäische Storchenpaare zurückgekehrt. Gewöhnlich belaufe sich die Zahl Ende März auf hunderte Paare allein in Cigoc und mehr als 1.500 Paare in ganz Kroatien. Dorfbewohner machen den Irak-Krieg für ihre Abwesenheit verantwortlich. Auch Ornithologen haben bereits gewarnt, dass mehr als eine Million Zugvögel vom Krieg betroffen sein könnten.

Sumpfgebiete im Irak gelten auf dem Flug von Südafrika nach Europa als wichtige Rastplätze. Der tschechische Ornithologe Pavel Ctyroky erklärt, dass der Krieg die herkömmliche Flugroute beeinträchtigt, da der Rauch von brennendem Öl zur Desorientierung führe. Ähnlich sei die Situation auch im ersten Golfkrieg zwischen dem Iran und dem Irak 1980 bis 1988 gewesen. Viele Störche mussten laut Ctyroky neue Routen finden, um nach Europa zu gelangen. Einige wären nie angekommen.

Die internationale Ornithologie-Organisation BirdLife, die die verheerenden Auswirkungen des ersten Golfkriegs dokumentierte, skizziert verschiedene Möglichkeiten, wie der Krieg im Irak die Migration stören könnte. So können etwa die Habitate entweder durch Waffen aber auch von Flüchtlingen zerstört werden. Auch eine radiologische oder chemische Kontamination sei nicht auszuschließen. Hinzu komme die Verwüstung durch Fahrzeuge des Millitärs. "Im März/April befinden sich im Irak die meisten Vögel. Aus der Sicht der Biodiversität hätte die Kriegszeit nicht schlechter gewählt werden können", so der Migrations-Spezialist Phil Hockey.

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