Irak-Krieg
Seit Kriegsbeginn schon zehn getötete Journalisten
Bei einem irakischen Raketenangriff südlich von Bagdad sind am Montag der Focus-Reporter Christian Liebig und der Journalist Julio Anguita Parrado, der für die spanische Tageszeitung El Mundo arbeitete, ums Leben gekommen. Die beiden "embedded correspondents" befanden sich im Hauptquartier der 3. Infanteriedivison, als eine Rakete einschlug und die beiden Journalisten sowie zwei Soldaten tötete.
Damit erhöht sich die Zahl der getöteten Journalisten, die aufgrund von Kriegshandlungen ums Leben kamen, am 20. Kriegstag auf insgesamt acht. Zwei weitere Journalisten starben während ihres Einsatzes im Kriegsgebiet, jedoch nicht im Zusammenhang mit den Kämpfen. Ein Medienmitarbeiter kam ebenfalls zu Tode. Zwei weitere Journalisten werden vermisst.
"Wir sind bestürzt über den Tod von Christian Liebig und die vielen Opfer, die der Krieg unter den Journalisten fordert", erklärt Elke Schäfter, Geschäftsführerin von Reporter ohne Grenzen (ROG) in Deutschland. Christian Liebig gehörte zu den besonders vorsichtigen Journalisten, wie seine Redaktion bestätigt. Er war im Militär-Camp geblieben und hatte aus Sicherheitsgründen die Streitkräfte nicht beim Vorstoß nach Bagdad begleitet.
"Sein Tod verdeutlicht, dass das Risiko der Berichterstattung aus dem Kriegsgebiet unkalkulierbar bleibt, auch als "embedded journalist", so Schäfter weiter "ROG verurteilt des weiteren aufs schärfste Angriffe auf Gebäude, in denen sich nach allgemeinem Kenntnisstand Journalisten aufhalten. Wir appellieren noch einmal eindringlich an alle Kriegsparteien, unter allen Umständen Journalisten als Zivilpartei zu respektieren - sie dürfen nicht zu Kriegszielen gemacht werden." Zu den bisher getöteten Journalisten gehören unabhängig arbeitende Journalisten ebenso wie "embedded correspondents". Sie alle haben einen hohen Preis für ihre Bereitschaft bezahlt, über den Krieg zu berichten.
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