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Zu wenig Geld für Aids-Prävention

HIV-Infektion

Nicht einmal jeder Fünfte all jener, die sich in größter Gefahr einer Aids-Infektion befinden, hat eine Ahnung, wie man sich selbst vor einer Infektion schützen kann. Der Grund dafür ist laut dem aktuellen Bericht der Arbeitsgruppe "Global HIV Prevention Working Group", dass weniger als die Hälfte der notwendigen Mittel für die Aids-Prävention ausgegeben werden. Gleichzeitig seien weltweit die jährlichen Ausgaben zur Prävention drastisch gefallen. Laut Bericht wurden im Jahr 2002 insgesamt nur 1,9 Milliarden Dollar ausgegeben. Damit weitaus weniger als jene 5,7 Millarden Dollar pro Jahr, die laut Schätzungen von UNAIDS bis 2005 unbedingt notwendig seien.

Bis 2007 sollen mit 6,6 Milliarden Dollar pro Jahr noch mehr Mittel zur Aids-Prävention nötig sein.

"Die Ressourcen werden dringend benötigt, aber bis dato haben viele Regierungen ihren Anteil nicht beigetragen", erklärt Drew Altman von der Arbeitsgruppe. Entwicklungsländer selbst leisteten - was auch wichtig sei - den größten finanziellen Beitrag für Aids-Programme, so Altman. Aber Industrieländer müssten viel mehr beisteuern. "Viele Regierungen leisten Beiträge in Größenordnungen, die man bei Privatstiftungen erwarten würde, aber nicht bei wohlhabenden Ländern", kritisiert Altman. Nach Schätzungen der Arbeitsgruppe haben Entwicklungsländer 2002 rund 782 Millionen Dollar zur Aids-Prävention beigetragen. Die Beiträge von NGOs und Stiftungen lagen bei 160 Millionen Dollar. Schlusslicht bildete die Weltbank mit 64 Millionen Dollar.

"Hätten wir vor zehn Jahren jenen Betrag gespendet, wie wir ihn heute zur Prävention einsetzen, würde es um die Hälfte weniger Neuinfektionen geben", erklärt Helene Gayle, Leiterin des weltweiten HIV/Aids-Programms der Bill & Melinda Gates Foundation. Damit hätten 90 Milliarden Dollar, die für die Betreuung der Aids-Opfer und Waisen ausgegeben werden, ersparen können. Werde nicht umgehend in die Prävention investiert, bedeutet dies höchstwahrscheinlich eine "HIV-Explosion" in Ländern wie China und Indien, so Gayle.

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