Pestizid-Grenzwert überschritten
Belastete Erdbeeren im Supermarkt
Bereits vor zwei Monaten hatte Greenpeace Früherdbeeren verschiedener Supermarktketten auf Pestizidrückstände untersucht. Bei Erdbeeren eines Hamburger minimal-Marktes wurde eine Grenzwertüberschreitung um das Siebenfache festgestellt. Im gleichen Supermarkt kaufte Greenpeace am 7. Mai erneut Erdbeeren ein und wieder fand sich eine zu hohe Pestizidbelastung. Auch die Stiftung Warentest veröffentlichte vor einigen Tagen einen Pestizid-Test von Erdbeeren und stellte nur bei den Früchten eines REWE-Geschäftes ein Überschreiten des Grenzwertes fest. Nach drei Verstößen gegen das Lebensmittelgesetz in kürzester Zeit fordert Greenpeace den Konzern zum Handeln auf. REWE müsse dafür sorgen, dass bei den angebotenen Lebensmitteln zumindest die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden.
"Der Verkauf dieser Früchte durch REWE ist gesetzwidrig. Die Erdbeeren müssen sofort vom Markt genommen werden," fordert Greenpeace-Chemieexperte Manfred Krautter. Die Qualitätskontrolle des REWE-Konzerns sei offenbar miserabel. Der Konzern müsse sicher stellen, dass er keine pestizidbelastete Ware mehr verkauft und seine Kunden besser schützt.
Früherdbeeren gehören zu den Obstsorten, die am stärksten und häufigsten mit Pestiziden belastet sind. Weil der Lebensmittelhandel selbst nicht genug kontrolliere und die Behörden unzureichend überwachten, würden diese zum Teil gesundheitlich bedenklichen Früchte trotzdem auf den Tisch der Verbraucher gelangen, kritisiert die Umweltorganisation. Bei Stichproben von Überwachungsbehörden aus dem Jahr 2001 wurden in über zehn Prozent der angebotenen Erdbeeren die Pestizid-Grenzwerte überschritten. Diese Ware dürfte nicht verkauft werden. "Erdbeeren sollte man nur kaufen, wenn sie bei uns reif sind. Grundsätzlich sind Bio-Lebensmittel die beste Wahl für eine gesunde und sichere Ernährung," empfiehlt Krautter.
Darüber hinaus fordert Greenpeace verstärkte Lebensmittelkontrollen durch den Lebensmittelhandel und die Behörden. Grundsätzlich sollen nur rückstandsfreie Lebensmittel verkauft werden. Die Behörden sollten zudem rigoroser gegen Verstöße vorgehen. Auch ein Verbraucherinformationsgesetz, nach dem Grenzwertüberschreitungen in Lebensmitteln sofort unter
Nennung der Markennamen und Hersteller öffentlich gemacht werden müssten könne die Situation entschärfen.
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