Demonstration für Stilllegung
RWE wusste seit Jahren vom mangelhaften Notkühlsystem im AKW Biblis
"RWE, die Atomaufsicht und zahlreiche Gutachter haben total versagt", erklärt Bettina Dannheim, Energiereferentin bei ROBIN WOOD. "Ein Atommeiler ohne ausreichende Notkühlung bedeutet das erhöhte Risiko einer katastrophalen Kernschmelze, die Hunderttausende im Rhein-Main-Gebiet verseuchen würde. Die Politiker versagen jetzt ein weiteres Mal, wenn sie bloß mit markigen Sprüchen über die Gefahren der Atomkraft und die Unzuverlässigkeit der RWE lamentieren, aber nicht verhindern, dass der Meiler wieder ans Netz geht. Wir fordern den hessischen Umweltminister Wilhelm Dietzel auf, das AKW Biblis sofort stillzulegen."
Noch im Jahr 1999 hatte der TÜV nach einer Inspektion der Ansaugöffnungen festgestellt, dass "kein weiterer Untersuchungsbedarf" bestehe. Offenbar hatte der TÜV die Angaben des Betreibers RWE unkritisch übernommen, anstatt seiner Aufgabe nachzukommen und selbst zu prüfen. Aufgrund experimenteller Untersuchungen kam RWE selbst jedoch im Jahr 2001 - also bereits vor zwei Jahren - zu dem Schluss, dass eine Vergrößerung der Siebfläche notwendig sei. Eine Erkenntnis, die auch der Aufsichtsbehörde spätestens seit diesem Zeitpunkt bekannt sein dürfte.
"Ob Vertuschung oder Schlamperei - die Folgen sind dieselben: Seit 28 Jahren spielen Gutachter, Behörden und vor allem RWE mit den Menschen im Rhein-Main-Gebiet russisches Roulette", sagt ROBIN WOOD-Aktivist Andreas Kleinhans. "Es war bekannt, dass die Notkühlung im Atommeiler Biblis nicht gesichert ist. Trotzdem haben Behörde und Betreiber nichts unternommen. Die komplette Atomaufsicht muss jetzt auf den Prüfstand. Den RWE, die seit Jahrzehnten kaltschnäuzig und unzuverlässig mit der Risikotechnologie Atomkraft umgehen, muss die Betriebsgenehmigung entzogen werden."
RWE hat aus den zahlreichen Sicherheits-Skandalen nichts gelernt. Bereits wenige Tage nach Bekanntwerden der gravierenden Mängel im Atommeiler Biblis A erklärte RWE den Zustand des Notkühlsystems zur formaljuristischen Frage und beantragte, das Kraftwerk bald möglichst wieder ans Netz gehen zu lassen. Block B durfte bereits wieder angefahren werden.
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Am 19. Mai. 2003 unter:
politikStichworte:
« G8-Staaten bewaffnen Menschenrechtsverletzer
Unbefristetes Verbot von gentechnisch verändertem Essen soll aufgehoben werden »
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