Friedenstruppen sollen helfen
Völkermord in Kongo kann verhindert werden
"Nach den jüngsten Kannibalismus-Vorwürfen gegen im Osten des Kongo operierende Milizen muss die EU endlich mit Taten reagieren", forderte der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius. Worte zur Verurteilung des Mordens genügten nicht mehr, weil sie von den Kriegführenden und ihren Hintermännern in Ruanda und Uganda ignoriert würden.
An den Koordinator der EU-Außenpolitik, Javier Solana, richtete die GfbV außerdem die nachdrückliche Bitte, vor allem das Nachbarland Ruanda zu drängen, endlich einem internationalen Friedenseinsatz zuzustimmen. Die UN-Friedenstruppe müsse zudem ein klares Mandat zum Schutz der Zivilbevölkerung bekommen.
Kirchenvertreter und ein Medizinstudent hatten aus der in der vergangenen Woche umkämpften Stadt Bunia (Provinz Ituri) berichtet, dass Leichen, die sie in den Straßen geborgen hatten, Organe fehlten. Wahrscheinlich hätten die Angreifer Sterbenden Herz oder Leber aus dem Körper gerissen. Mindestens 160 Menschen seien den schweren Kämpfen zwischen Angehörigen der Bevölkerungsgruppen der Hema und Lendu in Bunia zum Opfer gefallen. Kannibalismusvorwürfe seien bereits bei einem Massaker in Drodro erhoben worden, bei dem am 3. April 2003 mehr als 300 Menschen starben. Auch hätten Pygmäen Ende vergangenen Jahres glaubwürdig dargelegt, Angehörige ihres Volkes seien Opfer des Kannibalismus bewaffneter Gruppen geworden. "Geschickt nutzen Ruanda und Uganda ethnische Spannungen aus, um ihren Einfluss im Osten des Kongo zu sichern", sagte Delius.
Die von den Nachbarstaaten unterstützten Milizen kämpften um die Macht und die Kontrolle der reichen Rohstoffvorkommen im Osten des Kongo. Massiv verletzten die bewaffneten Gruppen die Menschenrechte der Zivilbevölkerung: Zwangsrekrutierung von Kindersoldaten, Vertreibungen, Plünderungen, ethnische Säuberungen und Vergewaltigungen seien alltäglich. Angesichts der schweren Kämpfe seien allein in den letzten Tagen 20.000 Zivilisten nach Uganda geflohen.
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Am 20. Mai. 2003 unter:
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