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Plünderungen in Atomanlagen verursachen Krankheiten bei irakischer Bevölkerung

USA versäumen Schutzmaßnahmen

Über Meldungen aus dem Irak über Plünderungen in Atomanlagen und Fälle akuter Strahlenkrankheit hat sich die Ärzteorganisation IPPNW (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges) besorgt geäußert. Die Organisation fordert daher von der deutschen Regierung, sich für den Schutz der Menschen im Irak vor radioaktiven Materialen einzusetzen. Nötigenfalls sollte Deutschland eine UNO-Resolution für die sofortige Wiederaufnahme der Nuklear-Inspektionen und die internationale Sicherung aller irakischen Atomanlagen initiieren, um die offensichtlichen Gefährdungen für Mensch und Umwelt zu beenden, sowie fehlende radioaktive Materialien aufzufinden und zu sichern.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO) habe die USA bereits zweimal um Erlaubnis gebeten, ein Inspektionsteam zur Kontrolle der irakischen Atomanlagen entsenden zu dürfen. Die IAEO habe darauf aber keine Antwort erhalten, wie IAEO-Pressesprecher Mark Gwozdecky der IPPNW am 19. Mai mitteilte. Stattdessen habe das US Central Command am 16. Mai erklärt, dass die USA die Aufgabe selber übernehmen wolle, obwohl die IAEO durch ihre langjährige Arbeit im Irak besser einschätzen könne, welche Materialien und Ausstattung fehlten. Gwozdecky äußerte sich sehr besorgt über die Gefährdungen der Bevölkerung und der Umwelt als auch über die mögliche Weitergabe von Spaltmaterialien bis zur denkbaren Herstellung einer "schmutzigen" Bombe.

"Was ist es anderes als heuchlerisch zu nennen, wenn die USA einen Krieg unter dem Vorwand der Massenvernichtungswaffen beginnen, dann aber die Sicherung von waffenfähigen und radioaktiven Materialien offensichtlich versäumen?" fragt Xanthe Hall, Abrüstungsreferentin der IPPNW. Wenn die USA die Untersuchungen der Atomanlagen in eigener Regie durchführen wollten müsse unter anderem der Eindruck entstehen, dass sie Belege für Massenvernichtungswaffen suchten, die für den Rest der Welt nicht verifizierbar seien.

In letzter Zeit mehrten sich Berichte über das Auftreten akuter Strahlenkrankheitssymptome bei Menschen, die möglicherweise bei Plünderungen mit radioaktiven Stoffen in Kontakt gekommen seien. Laut der britischen Zeitung "The Telegraph" (11. Mai) zeigten Bewohner in der Nähe der Atomanlage El Tuwaitha erste Symptome akuter Strahlenkrankheit, wie Hautausschlag, Erbrechen und Nasenblutungen. Die österreichische Zeitung "Der Standard" berichtete bereits am 7. Mai von drei Menschen, die durch die radioaktive Kontaminierung eines gestohlenen Gegenstandes gestorben seien. Messungen in den Dörfern hätten eine extreme Erhöhung der Radioaktivität ergeben, besonders dort, wo entwendete Gegenstände weggeworfen worden seien.

Laut weiterer Berichte sind die Warnschilder vor radioaktiven Stoffen in El Tuwaitha in englischer Sprache abgefasst (Le Monde, 8. Mai) und der Zugang zu den mit radioaktivem Material gefüllten Fässern sei nicht versperrt gewesen. US-Soldaten hätten nicht reagiert, als Plünderer Gegenstände aus der Anlage entwendeten. Der Schutz der irakischen Menschen sei offensichtlich nicht gewährleistet, so die Ärzteorganisation.

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