Nicht nur am Muttertag

Blumen aus fairem Handel schützen Menschen und Natur

Der Blumenhandel verkauft am Muttertag bis zu 200 Prozent mehr Ware. Aus diesem Anlass erinnert das entwicklungspolitische Kinderhilfswerk terre des hommes daran, dass auf vielen Blumenfarmen unmenschliche Arbeitsbedingungen herrschen. Betroffen seien insbesondere Frauen, die in den Lieferländern in Afrika und Lateinamerika für Hungerlöhne arbeiten und dabei oft völlig ungeschützt giftigen Pestiziden ausgesetzt sind. terre des hommes ruft die Verbraucher in Deutschland dazu auf, Blumen aus fairem Handel zu kaufen: Nur sie böten die Gewähr für Produktionsbedingungen, die Mensch und Umwelt schonen. Rund 1.000 Blumengeschaefte in Deutschland bieten Blumen mit dem "Flower Label" an.

Leidtragende der üblen Arbeitsbedingungen in der Blumenindustrie seien vor allem Mütter und Kinder, erklärte terre des hommes-Expertin Barbara Küppers. Zwei Drittel der Beschäftigten auf den Blumenplantagen seien Frauen, viele von ihnen allein erziehende Mütter. Zum Muttertag haben sie jedoch wenig Anlass zu feiern: Rund um den Festtag steigen ihre Arbeitszeiten auf 14 bis 16 Stunden. Eine Betreuung für ihre Kinder gibt es nicht. "Die Hungerlöhne der Mütter ziehen Kinderarbeit nach sich", so die terre des hommes-Mitarbeiterin. Zudem gebe es keinen Mutterschutz, so dass sogar schwangere Frauen oft hoher Pestizidbelastung ausgesetzt sind.

Rund 60 Blumenfarmen in Kolumbien, Ecuador, Kenia, Tansania, Simbabwe und Südafrika liefern Blumen mit dem "Flower Label" nach Deutschland. Sie verpflichten sich damit auf die Zahlung Existenz sichernder Löhne, mindestens zwölf Wochen Mutterschutz und den Verzicht auf giftige Pestizide. Das "Flower Label Programm" (FLP) wurde von terre des hommes gemeinsam mit der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, dem Hilfswerk Brot für die Welt und der Menschenrechtsorganisation FIAN im Mai 1999 aufgebaut und feiert heute sein vierjähriges Bestehen. Die Verbraucher-Initiative hat das FLP als Label des Monats ausgezeichnet.

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