WWF protestiert gegen Walfang

Whalewatching statt Walschlachten von Island gefordert

Am 12. Juni überreichten Mitglieder der WWF-Jugendorganisation Young Panda zusammen mit Dr. Peter Prokosch, Geschäftsführer des WWF Deutschland, über 3000 buntbemalte Papierwale an Jón Egill Egilsson, den Isländischen Botschafter. Damit protestieren der WWF und seine jüngsten Unterstützer gegen die Walfangpläne der Isländer. Mit dabei ist Malte Arkona, Moderator der ARD-Sendung "Tigerentenclub", die zur Teilnahme an der Malaktion aufgerufen hatte.

Vom 16. bis 19. Juni ist Berlin Schauplatz der 55. Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission IWC. Die Zeichen stehen auf Sturm, da die Fraktion der Länder, die dem Walfang positiv gegenüberstehen, wächst. Der WWF befürchtet, das Gremium könne in Zukunft nicht mehr den Walschutz, sondern nur noch den Walfang thematisieren.

Länder wie Island planen derzeit, an die Harpunen zurückzukehren. Der Beifang von Walen bei der Fischerei, der Klimawandel und die Verschmutzung der Meere stellen langfristig noch größere Schadenspotentiale dar. Gefahren drohen den sanften Riesen also von allen Seiten. Bei der IWC muss es darum gehen, diese abzuwenden. Schwerpunkt ist das Thema Beifang: Jedes Fischfanggerät im Meer ist auch eine Todesfalle für Wale, Delfine, Tümmler und Robben.

Bis zu 650.000 Meeressäugetiere verenden jährlich im sogenannten Beifang der Weltfischerei. Etwa die Hälfte sind Robben, die andere Hälfte Waltiere. Zu dieser erschreckenden Bilanz kommen Wissenschaftler nach Hochrechnungen anlässlich der 55. Jahrestagung der Internationalen Walfang Kommission (IWC) in Berlin. Die Hochrechnung basiert auf Zahlen der US-Fischerei, bei der zwischen 1990 - 99 durchschnittlich 6.000 Meeressäuger jährlich umgekommen sind.

Obwohl die Wissenschaftler seit nunmehr 30 Jahren auf die dramatisch hohe Sterblichkeit durch Fischerei hinweisen, wird das Problem von den meisten Ländern noch heute ignoriert. Unabhängig vom Walfang gefährdet die Fischerei nicht nur die Bestände betroffener Arten, sondern stellt zugleich massive Eingriffe in das Ökosystem Meer dar. Ganz oben auf der Liste tödlicher Fanggeschirre stehen im Meer verankerte Stellnetze gefolgt von Schleppnetzen, deren strapazierfähige Garne selbst kräftige, große Tiere mitfangen.

Sogar am Meeresboden liegende Hummerkörbe können ihnen zum Verhängnis werden, wenn sie sich in den Verbindungsleinen an Kopf oder Hinterteil verfangen. Die lungenatmenden Meeressäuger drohen nicht nur zu ertrinken. Mitunter schleppen große Wale komplette Fanggeschirre mit sich herum, die sie allmählich schwächen, beim Fressen behindern - und erst nach einiger Zeit umbringen. Wie Netzabdrücke am Körper fotografierter Wale beweisen, können sich manche Tiere wieder befreien.

Schätzungen gehen bei den 16 Meter großen Buckelwalen von einer Todesrate bis 16 Prozent und bis 70 Prozent bei den mit neun Metern kleineren Zwergwalen aus. Offensichtlich sind Jungwale stärker durch Beifang bedroht, als erfahrene Alttiere. Für den besonders gefährdeten Nordkaper, von dem allenfalls noch 300 Tiere im nördlichen Atlantik leben, sowie den Ostsee-Schweinswal, kann die Fischerei zum Verhängnis werden und die Population ausrotten.

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