Gegen neue Atommüll-Lager

Bürgerinitiativen: Atomfirmen und CDU/CSU boykottieren die Endlagersuche

Die Vertreter von sieben Regionen Deutschlands, in denen neue Atommüll-Lager gebaut werden sollen, trafen sich am Wochenende in Schweinfurt. Es wurde besprochen, wie die Gefahren dieser von den Atomfirmen beantragten und irreführend Zwischenlager genannten Atomanlagen vor Gericht verständlich gemacht werden können. Die Gesundheitsschützer sind überzeugt, daß die immer noch laufenden Atomkraftwerke und die beantragten Atommüll-Lager besonders bei Unfällen oder Anschlägen die Gesundheits- und auch Eigentumsrechte der Bürger existentiell verletzen. Dazu kritisierten die von den AKW-Standorten Brunsbüttel, Esensham (Unterweser), Grohnde, Philippsburg, Grafenrheinfeld, Ohu (Isar) und Gundremmingen stammenden Aktiven das Verhalten sowohl der vier Stromkonzerne RWE, EON, EnBW und Vattenfall als auch das von CDU und CSU.

Atomfirmen und Union hatten letzte Woche erklärt, die Arbeit des Arbeitskreises Endlager zu boykottieren. Dieses Fachleutegremium soll Kriterien und Arbeitsschritte für die Suche eines bestmöglich geeigneten Atommüllendlager herausfinden, so daß der Bundestag entscheiden kann, wo und wie das Endlager, das die etwa 1 Million Jahre tödlich wirkenden verstrahlten Brennelemente isolieren muß, errichtet werden soll.

Die Gesundheitsschützer halten es für verwerflich, daß die Stromkonzerne die ohnehin höchst problematische Endlagersuche sabotieren. Alle jetzt von neuen Atommüll-Lagern bedrohte Regionen müssen sich im Klaren sein, daß damit die versprochene Räumung nach 40 Jahren dieser sogenannten Zwischenlager noch unwahrscheinlicher wird. Dann wird niemand in 4 Jahrzehnten die "zwischengelagerten" Castoren abholen, sie werden durchrosten und mit ihrer tödlichen Fracht die umliegenden Landkreise zur Todeszone machen.

Die VertreterInnen der Standortinitiativen erklären: "Die Stromkonzerne verschleppen die Endlagersuche, weil sie als Verursacher für die Kosten aufkommen müssen. Dafür müßten sie ihre höchst lukrativen Rückstellungen von heute etwa 35 Milliarden Euro aufzehren. Unverzeihlich, daß CDU/CSU sich zu Komplizen dieser Gesundheit und Existenz von vielen Millionen Menschen aufs Spiel setzenden Atomkonzerne machen. Wir fordern die Bundesregierung auf, endlich den Punkt 1 des Beschlusses der Regierungschefs von Bund und Ländern vom 28. September 1979 zur Entsorgung der Kernkraftwerke umzusetzen: ‚Sie bekräftigen den Grundsatz, daß die sichere Gewährleistung der Entsorgung der Kernkraftwerke eine der unabdingbaren Voraussetzungen für die weitere Nutzung und für den weiteren begrenzten Ausbau der Kernenergie bildet.’"

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