Gifte im Alltag
Chemierecht schützt den Menschen nicht
Vor dem Tagungsort im Hotel "Vier Jahreszeiten" demonstrieren Greenpeace-Aktivisten mit einem zwei Meter hohen Reagenzglas. Darin droht ein Mensch in giftigen Chemikalien zu ertrinken. Auf einem Banner steht: "Chemieindustrie und Schröder: Zu viel Gift für Verbraucher."
Die Gifte fänden sich mittlerweile sogar in der Muttermilch oder in abgelegenen Alpenregionen wieder. Greenpeace forderte daher eine rasche Generalreform des EU-Chemierechtes. Gefährliche Chemikalien sollen nur noch in Ausnahmefällen zugelassen und Stoffe, die nicht ausreichend untersucht sind, dürften nicht mehr vermarktet werden.
Die Umweltschützer wählten für die Studie typische Industriechemikalien aus wie Weichmacher aus PVC-Böden, bromierte Flammschutzmittel aus Computern, Moschusverbindungen aus Duftstoffen, Nonylphenol aus Reinigern und Pestizide. Produziert würden sie von den führenden europäischen Chemieunternehmen wie Bayer, BP, Elf Atochem, Aventis, BASF und Dow in großen Mengen. Die Studie belege, dass die gefährlichen Chemikalien massiv die Umwelt belasteten und in direkten Kontakt mit dem Verbraucher kämen. Unter anderem zeigt die
Untersuchung, dass sieben der zehn Chemikalien in alltäglichen Konsumprodukten eingesetzt würden und können so über Haut, Lunge oder die Nahrung von Verbrauchern aufgenommen werden. Alle untersuchten Chemikalien reicherten sich auch in der Nahrungskette an. Mindestens sechs von ihnen seien als Rückstände in der menschlichen Muttermilch nachgewiesen worden. Alle zehn untersuchten Chemikalien seien nur mangelhaft auf ihre Giftwirkungen untersucht. Bei der Hälfte wären die Abbauprodukte noch giftiger als die Ausgangsstoffe. Keine der untersuchten Chemikalien unterliege ausreichenden gesetzlichen Einschränkungen bei der Produktion oder Vermarktung.
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Am 27. Jun. 2003 unter:
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