Umweltministerkonferenz
Ostsee weiter ungeschützt
"Dieser Beschluss führt zu einem Tod auf Raten für die Ostsee!" kritisiert WWF-Sprecher Stephan Lutter. Der Schiffsverkehr habe sich dort von 1997 bis heute verdoppelt und werde sich innerhalb der nächsten Jahre noch verdreifachen. Damit steige die Gefahr einer Katastrophe. Bei einem großen Tankerunglück wie dem der Prestige vor Spanien wäre das Leben in der Ostsee innerhalb von Tagen auf Jahrzehnte zerstört.
Im Gegensatz zur Ostsee sollten aber die Fahrwasser des Nordostatlantik von Schottland bis Gibraltar als Besonders Empfindliches Seegebiet (PSSA Particularly Sensitive Sea Area) ausgewiesen werden. "Damit diese Gebiete künftig vor Schiffsunfällen besser geschützt sind, müssen hier jedoch unbedingt Schutzmaßnahmen wie Lotsenpflicht, Satelliten gestützte Verkehrsmelde- und -Lenksysteme wie in der Luftfahrt üblich sowie Nothäfen, Pflichtrouten und Fahrverbote für gefährliche Öl- und Chemikalientanker eingeführt werden", fordert Lutter.
Der WWF kritisiert darüber hinaus die Entscheidung der Minister zur Fischerei: Diese hätten es versäumt darauf hinzuwirken, die Fischereiflotten zu verringern und umweltschonende Fischereimethoden sowie Wiederaufbaupläne für überfischte Bestände umzusetzen.
Als sehr positiv bewertet der WWF dagegen die Entscheidung der Minister, bis 2006 ein Netzwerk von Meeresschutzgebieten auszuweisen und diese bis 2010 einzurichten und zu managen, um gefährdete Meereslebewesen und besonders empfindliche Lebensräume wie die bis zu 4.500 Jahre alten Kaltwasserkorallenriffe besser zu schützen.
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Am 27. Jun. 2003 unter:
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