Vier Jahr nach dem Krieg
Schwierige Integration der Flüchtlinge im Kosovo
"Die Rückführung serbischer Minderheiten in das Kosovo braucht Zeit, um zu gelingen", sagt Bujar Hoxha, Projektleiter der Hilfsorganisation Care im Pristina. Kriegstraumen und Misstrauen säßen bei beiden Völkern zu tief, um problemlos wieder Tür an Tür zu leben. Beide Volksgruppen brauchten eine gezielte Vorbereitung und neutrale Moderation, die nicht militärisch anmute, um sich miteinander zu arrangieren.
Die Bewohner des Kosovo lebten derzeit vorwiegend von Überweisungen der in Deutschland und der Schweiz arbeitenden Familienangehörigen. Wer hier niemanden habe, sei auf sich allein gestellt.
"Auch wenn es im Kosovo derzeit keine akute militärische Bedrohung gibt, braucht die Provinz weiterhin massive Unterstützung bei dem Aufbau ziviler, demokratischer und wirtschaftlicher Strukturen sowie bei der Überwindung von Hass und Gewalt", sagt Manuela Roßbach, Geschäftsführerin von Care Deutschland.
Die Organisation arbeitet seit 1997 im Kosovo für eine friedliche Wiedereingliederung von Minderheiten und zurückkehrenden Flüchtlingen. Als Moderator bringt die Organisation Roma, Serben und Albaner an einen Tisch und initiiert gemeinsame Dorfaktionen, die die Lebenssituation aller verbessern und Misstrauen abbauen helfen.
Die größte Unterstützung bei der Überwindung von Haß und Gewalt brauchten jedoch weiterhin die Kinder. Noch immer litten viele von ihnen an posttraumatischen Symptomen wie Bettnässen, Alpträume, Ängstzustände, extreme Agression, Apathie oder Rückzug in die soziale Isolation. "Werden diese Kinder mit ihren seelischen Verletzungen alleine gelassen, ist es schwer den Kreislauf von Gewalt, Hass und Ausgrenzung im Kosovo zukünftig zu durchbrechen", sagt Lulezim Arapi, Psychologe und Leiter der kosovarischen Partnerorganisation SHNPFF.
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