Kein Öl, keine Hilfe
Kritik am Bush-Besuch in Uganda
"Was er nicht sehen wird, ist eine politisch marginalisierte, wirtschaftlich verwahrloste und durch unsagbares Leid traumatisierte Region im Norden, die zwar einen der ruchlosesten Terroristen ihr Eigen nennen darf, aber leider kein Öl hat, um Präsident Bush zum Eingreifen zu nötigen", so Kurt Bangert, Kindersoldatenexperte von World Vision Deutschland.
Rund 90 Prozent der Bevölkerung in den Provinzen Gulu, Kitgum und Pader seien von den Überfällen der "Lord's Resistance Army" (LRA) unter ihrem Anführer Joseph Kony betroffen. Mit grausamer Unregelmäßigkeit würden Dorfbewohner überfallen, ausgeraubt, verbrannt, verstümmelt, getötet, entführt oder gezwungen, ihre eigenen Verwandten zu töten.
Die Zustände in Uganda seien verheerend, so die Organisation. 20.000 Kinder im Alter zwischen sieben und 15 Jahren seien in den letzten fünfzehn Jahren entführt und zu Soldaten ausgebildet worden. Eine ungezählte Anzahl von Menschen werde sinnlos getötet. 800.000 Menschen seien aus Angst vor den Überfällen aus ihren Dörfern geflohen und fristeten als Binnenflüchtlinge ein kärgliches Dasein, weil sie nicht mehr ihre Felder bestellen könnten. Kinder schliefen nachts im hohen Busch-Gras, um sich vor den nächtlichen Attacken zu verstecken. Eine ganze Region sei wirtschaftlich zum Stillstand gekommen.
Alle Verhandlungsbemühungen mit der LRA und die Versuche, Josef Kony zu fangen, seien bisher gescheitert. "Obwohl er einer der schlimmsten Tragödien der Gegenwart darstellt, ist der Konflikt in Nord-Uganda von der Weltöffentlichkeit weitgehend verdrängt und vergessen worden", so Bangert.
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Am 10. Jul. 2003 unter:
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