Ohne Nahrung, Wasser und Strom

Lage im Irak verschlechtert sich

Wasserknappheit, Seuchengefahr und Überfälle - drei Monate nach dem Fall Bagdads kämpfen die Menschen im Irak mit den selben Problemen wie direkt nach dem Krieg. Die Lage verschlechtere sich zunehmend anstatt sich zu verbessern, so die Bilanz der Hilfsorganisation Care. Die Durchführung langfristiger Hilfs- und Aufbaumaßnahmen bleibe immer noch schwierig. Auch die Sicherheit im Irak werde seit dem Krieg zunehmend schlechter statt besser. Sie sei das größte Hindernis für eine effektive humanitäre Hilfe.

Auch die Basisversorgung der Bevölkerung mit Wasser und Strom sowie Möglichkeiten der medizinischen Versorgung hätten in den letzten Wochen drastisch abgenommen. Die Wiederherstellung von Sicherheit und funktionierenden öffentlichen Einrichtungen aber sei für eine Besserung der Lage dringend erforderlich.

Trotz des Abklingen der Plünderungswelle der ersten Nachkriegstage blieben Morde, Überfälle und das Kidnappen von Fahrzeugen auf offener Straße Alltag. Die Ängste der irakischen Bevölkerung vor Übergriffen seien groß. So wurde die Organisation von Mitarbeitern eines Gesundheitszentrums in Bagdad gebeten, keine hochwertigen Proteinkekse für unterernährte Kinder zu verteilen. Die Verteilung von Kindernahrung könne Plünderer anlocken. Doch viele der Kinder Bagdads benötigten die Nahrungsergänzung, um zu Kräften zu kommen.

Auch die Seuchengefahr steige mit den nunmehr herrschenden hohen Temperaturen von über 40 Grad, den wachsenden Müllbergen und Abwasserlachen in den Straßen. Sauberes Trinkwasser werde zur Mangelware und Ärzten blieben nur bescheidene Mittel, die wachsenden Patientenzahlen, die Minenopfer und die durch den Krieg drastisch gestiegene Zahl an Frühgeburten zu behandeln. Seit Ende Juni leide die irakische Bevölkerung erneut unter unzureichender Stromversorgung. In vielen Vierteln blieben nicht mehr als zwei Stunden Strom pro Tag, um Essen und Wasser für die Familie abzukochen. Gleichzeitig führe der anhaltende Zusammenbruch des Kommunikationsnetzes zu einem Gefühl der Isolation von der Außenwelt.

Die Wiederherstellung der Basisversorgung der irakischen Bevölkerung mit Wasser, Strom und Medizin sei derzeit das Hauptanliegen der Hilfsorganisationen. Care habe gemeinsam mit dem Internationalen Roten Kreuz in den vergangenen drei Monaten über 60 Wasseranlagen im Irak repariert und in Gang gesetzt. Die Reparaturen der Wasseraufbereitungsanlage in Hillah sei gerade in Arbeit. Sind diese abgeschlossen, könnten hier 550.000 Menschen ihren Leitungen sauberes Trinkwasser entnehmen.

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