Gesundheitsreform

ver.di-Chef gegen Privatisierung von Zahnersatz

Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di warnt angesichts der Konsensgespräche zur Gesundheitsreform vor einer "restlosen Ausgliederung des Zahnersatzes aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung". Damit würde erstmalig "medizinisch Notwendiges" nicht mehr zu diesem Leistungskatalog gehören, kritisierte ver.di-Chef Frank Bsirske am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin".

Hier stehe auch die Glaubwürdigkeit von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) auf dem Spiel, fügte der Gewerkschaftschef hinzu. Schließlich habe der Kanzler gefordert, der sozialen Status der Menschen dürfe nicht an ihren Zähnen zu erkennen sein. Auch habe Schröder angekündigt, dass das Monopol der Kassenärztlichen Vereinigung gebrochen werde und die Krankenhäuser "den Zugang zur ambulanten fachärztlichen Versorgung bekommen".

Jetzt scheine sich genau das Gegenteil abzuzeichnen, sagte Bsirske: "Die Versicherten sollen berappen, und das Monopol der Kassenärztlichen Vereinigung bleibt erhalten". Schröder sei nun gefordert, eine solche Entwicklung bei den Konsensgesprächen zu verhindern.

Gerade erst am Dienstag hatte die Stiftung Warentest bekanntgegeben, dass viele Gruppen von Beschäftigten keine Chance mehr haben, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Für alle ab dem Jahr 1961 Geborenen gibt es keine staatliche Versicherung mehr.

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