Gesundheitsreform
Zahnersatz-Pläne in der Kritik
Hirrlinger schlägt Bundesregierung und Opposition vor, wenigstens beim Tatbestand "Zahnersatz" vom Vorschlag der Konsensrunde zur Gesundheitsreform abzuweichen und für die über 50-jährigen Versicherten und die Rentner die bisher geltenden Bestimmungen in der gesetzlichen Krankenversicherung beizubehalten. Die älteren Menschen hätten kein Verständnis dafür, wenn bei dem für sie sehr wichtigen Zahnersatz gegen sie entschieden werde, sagte der VdK-Präsident. Er verwies darauf, dass für die Betroffenen entsprechende private Versicherungen finanziell nicht zu verkraften seien.
Auch der Sozialexperte Bert Rürup kritisierte einzelne Punkte des Vorhabens, lobte die Pläne aber insgesamt. Zwar werde mit dem Kompromiss zwischen Regierung und Opposition die grundsätzliche Frage nach einer nachhaltigen Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung nicht beantwortet. Doch werde Zeit erkauft, um die notwendige Grundsatzentscheidung über die künftige Finanzierung des Systems überhaupt fällen zu können.
Schwierigkeiten habe er aber mit der Regelung für den Zahnersatz. "Das ist eine selten misslungene Lösung", sagte Rürup. Man sollte diese Leistungen entweder voll an die privaten Kassen übertragen oder aber sie im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung allein von den Versicherten über einen gesonderten Beitrag finanzieren lassen. Bei dem verabredeten Mischkonzept drohe eine "Risikoentmischung" zulasten der gesetzlichen Kassen. Die Jungen und guten Risiken würden in die private Versicherung abwandern, und innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung würden die Kosten für Zahnersatz stark steigen.
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Am 24. Jul. 2003 unter:
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