WWF-Jahresbericht 2002

Mehr Spenden und Mitglieder für den Umweltschutz mit dem Panda

Trotz der angespannten Wirtschaftslage in Deutschland nimmt die Spendenbereitschaft für den Umweltschutz zu: Für den WWF Deutschland endete das Geschäftsjahr 2002 mit 22,5 Millionen Euro auf der Ertragsseite, das sind 13 Prozent mehr Einnahmen als im Vorjahr. Dieses Ergebnis verkündete WWF-Geschäftsführer Dr. Peter Prokosch am Dienstag bei der Vorstellung des aktuellen Jahresberichts. Fast eine Viertelmillion Menschen unterstützte 2002 die Arbeit des WWF zum Erhalt der Natur. Die Fördererkartei wuchs um 6.000 Einträge auf insgesamt 249.000 an, Rekord in der 40-jährigen Geschichte des WWF. Prokosch sagte angesichts der positiven Bilanz: "Die Menschen in Deutschland sparen nicht am Umweltschutz. Das Mehr an Spenden und Mitgliedern zeigt, dass man uns zutraut, Umweltprobleme mit Fachkompetenz zu lösen."

83 Prozent seiner Aufwendungen in Höhe von 19,9 Millionen Euro investierte der WWF im Berichtsjahr in Naturschutzprojekte. Einer der größten Erfolge war die Entscheidung der Internationalen Schifffahrtsorganisation, das Wattenmeer als "Besonders Empfindliches Meeresgebiet" auszuweisen. Diesem Beschluss, der auf Dauer mehr Sicherheit für die Nordsee bedeutet, war langjährige Lobbyarbeit des WWF vorausgegangen.

WWF-Präsident Carl-Albrecht von Treuenfels möchte den Einfluss des WWF in der Gesellschaft zugunsten einer intakten Natur in Zukunft noch vergrößern. Um das erreichen zu können, sei der direkte Draht zu Politik und Unternehmen unerlässlich. Treuenfels: "Wir haben im März 2003 eine WWF-Vertretung in Berlin eröffnet, um näher am politischen Geschehen zu sein. Dort können wir nun unsere Lobbyarbeit verstärken und vermehrt auf Entscheidungen im Sinne der Natur einwirken." Untergebracht sind im Berliner WWF-Büro die Experten für Klimaschutz, Landwirtschaft und EU-Osterweiterung.

Der Jahresbericht listet zahlreiche Erfolge auf, die sich der WWF 2002 auf die Fahnen schreiben konnte. So gingen nach dem Elbehochwasser zentrale Forderungen des WWF nach einem naturnahen Flussmanagement im Fünf-Punkte-Programm der Bundesregierung auf. Ebenfalls richtungsweisend: Die Mitgliedsstaaten des Washingtoner Artenschutzübereinkommens einigten sich im vergangenen November darauf, mit strengeren Kontrollen gegen den florierenden Handel mit bedrohten Tieren und Pflanzen vorzugehen. Auch an einer gemeinsamen Initiative der Weltbank und der brasilianischen Regierung, die im September 2002 auf dem Weltgipfel in Johannesburg 500.000 Quadratkilometer des Amazonas-Gebietes unter Schutz stellten, war der WWF im Vorfeld entscheidend beteiligt. Geschäftsführer Peter Prokosch: "Wir wissen, dass wir die Welt nicht alleine retten können. Deshalb setzen wir auf die Zusammenarbeit mit starken Partnern."

Ganz im Zeichen dieser Philosophie steht die Kooperation des WWF mit Partnern aus der Wirtschaft. So koppelte die Krombacher Brauerei ihre Werbekampagne "Handeln und Genießen" an ein WWF-Projekt im zentralafrikanischen Regenwald, für das mithilfe von Günther Jauch innerhalb von drei Monaten eine Million Euro eingeworben wurde.

Dieses Geld hat der WWF inzwischen in einen Umweltfonds investiert, aus dessen Erträgen langfristig die Betriebskosten des Dzanga-Ndoki Nationalparks finanziert werden. Prokosch: "Mit dem Geld können wir Wildhüter ausbilden und den sanften Tourismus in der Region fördern. Damit schaffen wir alternative Einkommen für die Einheimischen und verhindern den Raubbau am Regenwald." Durch eine Fortsetzung der Kooperation in diesem Jahr und durch Beteiligung weiterer Partner aus der Wirtschaft soll der Fonds wachsen.

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