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Begutachtet AKW-Erbauer Siemens sich selbst?

Biblis A

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) hat in einem offenen Brief an Bundesumweltminster Jürgen Trittin die Befürchtung geäußert, das Atomkraftwerk Biblis A könnte auf Grund eines vom Erbauer und Betreiber Siemens verfassten Gutachtens wieder ans Netz gehen. In den Brief heißt es: "Wir begrüßen es sehr, dass Sie der vom Hessischen Umweltministerium schon für letzte Woche vorgesehenen Wiederinbetriebnahme von Block A des AKW Biblis nicht zugestimmt haben, weil weiter Sicherheitsrisiken bestehen!" Wie weiter vorliegende Informationen bestätigten, liegt ein von RWE eingeholtes Gutachten vor, das aussagt, dass durch eine zu enge Sieböffnung in der Notkühlung des AKW Biblis Block A zu keiner Zeit ein Sicherheitsrisiko bestanden habe.

Bei dem fraglichen Gutachten, auf das sich das Hessische Umweltministerium als Begründung für die geplante Wiederinbetriebnahme-Genehmigung von Biblis A beziehe, handelt es sich um eine Expertise der deutsch-französischen FRAMATOME-ANP GmbH in Karlstein/Bayern. In der Firma FRAMATOME-ANP ist als maßgeblicher Partner der AKW Biblis-Erbauer SIEMENS AG vertreten. Die BBU hält es für äußerst problematisch, dass die Firma SIEMENS, die für die nicht genehmigte Fläche der Sumpfsiebe der Notkühlung die Hauptverantwortung trägt, sich über die Firma FRAM-ATOME-ANP nun selbst begutachtet hat, darin jegliches Sicherheitsrisiko verneint und sich damit quasi selbst freispricht.

Alle noch in Betrieb befindlichen deutschen Atomkraftwerke sind von der SIEMENS AG erbaut worden bzw. werden wohl auch im Rahmen von Sicherheitsinspektionen durch die SIEMENS AG überprüft. Es ist davon auszugehen, dass bei aufgetretenen Sicherheitsproblemen in deutschen Atomkraftwerken auch Gutachten der Framatome-ANP GmbH Karlstein erstellt wurden. Die BBU befürchtet daher, dass diese Gutachten letztlich und zugunsten der Firma SIEMENS AG bzw. der AKW-Betreiber gewertet wurden. Abschließend bittet die BBU daher Umweltminister Trittin: "Wir bitten Sie dringend, hier über die GRS Köln bzw. RSK eine entsprechende Überprüfung und Information der Öffentlichkeit zu veranlassen!"

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