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BASF gefährdet nachweislich Verbraucher mit giftigen Weichmachern

Chemikalienpolitik

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Deutsche Naturschutzring (DNR) und Women in Europe for a Common Future (WECF) fordern einen besseren Schutz der Verbraucher vor giftigen Chemikalien. Sie rufen anlässlich der heutigen Umweltpressekonferenz der BASF in Frankfurt den Chemiekonzern auf, seinen unverantwortlichen Umgang mit Kunstoffweichmachern zu ändern. BASF ist einer der Haupthersteller von so genannten Phthalaten, die die Bevölkerung nach neuen Studien stärker gefährden als bisher angenommen. Die Bundesregierung dürfe nicht weiter einseitig die Interessen der Industrie vertreten, sondern müsse sich auf nationaler und europäischer Ebene für den Schutz der Verbraucher einsetzen.

Patricia Cameron, BUND-Chemieexpertin: "Für keinen anderen Schadstoff wurden bisher Belastungen festgestellt, die die zulässigen Grenzwerte so massiv überschreiten. Das belegt eindeutig, dass keine ausreichende Regulierung durch den Gesetzgeber besteht. Der von der EU-Kommission vorgelegte Gesetzesentwurf für eine neue Chemikalienpolitik könnte ein hervorragendes Instrument sein, um die Umwelt und den Verbraucher künftig vor derartigen Schadstoffen zu schützen. Diese Initiative wird jedoch seit Monaten von der Chemischen Industrie blockiert - unterstützt durch Bundeskanzler Schröder."

Neue Untersuchungen von Wissenschaftlern der Universität Erlangen fanden auffallend hohe Werte von DEHP-Phthalaten (Kunststoffweichmachern) in Urinproben der Erlanger Bevölkerung. Das bedeutet, dass die deutsche Bevölkerung durch diese Weichmacher in sehr viel höherem Maße gefährdet ist, als bisher angenommen. 12 Prozent der Proben überstiegen die von der EU festgelegten Grenzwerte für die täglich zu tolerierende Aufnahme von 37 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag. Keine der Personen war den Weichmachern über berufliche Tätigkeiten ausgesetzt. Die Werte spiegeln vielmehr die allgemeine Belastung der Durchschnittsbevölkerung über den Kontakt mit Phthalaten in alltäglichen Konsumprodukten wider.

DEHP wird hauptsächlich als Weichmacher in PVC-Produkten, wie Fußbodenbelägen, Tapeten, Duschvorhängen, Kinderplanschbecken und Regenzeug eingesetzt. Mehrere Phthalate gelten als hormonelle Schadstoffe und auch DEHP steht in Verdacht, irreversible Schäden an Neugeborenen über die Belastung während der Schwangerschaft auslösen zu können. Insbesondere männliche Nachkommen können hierdurch in ihrer späteren Fortpflanzungsmöglichkeit behindert werden.

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