Pestizidbelastet
Greenpeace wehrt sich gegen Vorwürfe des BGA
Mit Kritik hat die Umweltorganisation Greenpeace auf die Vorwürfe des Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA) reagiert. "Der BGA sollte weniger hysterisch auf berechtigte Kritik reagieren und zur Sach-Diskussion zurückkehren", so Greenpeace Chemie-Experte Manfred Krautter. Der BGA hatte der Umweltorganisation vorgeworfen, die Verbraucher zu täuschen und mit einer "bekannten Masche aus Halbwahrheiten und pseudo-wissenschaftlichen Behauptungen" auf sich aufmerksam machen zu wollen. Greenpeace hatte zuvor zum sechsten Mal in diesem Jahr Ergebnisse der Pestizid-Messungen in Obst und Gemüse von großen deutschen Handelsketten veröffentlicht und bei den untersuchten Proben zum Teil erhebliche Überschreitungen der gesetzlichen Grenzwerte festgestellt.
Schutzlos
Ausbeutung der Meere bedroht Speisefische
Die Naturschutzorganisation WWF-Großbritannien hat in einer neuen Studie erneut vor der Ausbeutung der Meere gewarnt. Nur die Schaffung neuer Schutzzonen könne das Aussterben der wichtigsten Speisefische verhindern. Erst am Donnerstag hatte BBC-Online von einem neuen Tiefstand der Kabeljau Population berichtet. Diese waren des Ergebnis von Untersuchungen der Scottish Fisheries Research Service in Aberdeen. Der International Council for the Exploration of the Seas (ICES) ist der Meinung, dass es in der gesamten Nordsee sofort zu einem Fangstopp kommen sollte.
Unmenschlich
Aktionen zum Tag gegen Abschiebungshaft
Mit zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen werden Initiativen bundesweit am kommenden Samstag die Existenz von Abschiebungshaftanstalten und Ausreisezentren anprangern. Der zum zweiten Mal begangene Tag gegen Abschiebungshaft fällt auf ein besonders symbolträchtiges Datum, so die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl. Am 30. August verschiedener Jahre seien vier Menschen in der Haft beziehungsweise bei der Abschiebung ums Leben gekommen.
Trojanisches Pferd
Chemotherapie wird sicherer
Forschern ist es gelungen, Moleküle mit krebshemmenden Substanzen zu beladen und dann gezielt in Tumorzellen einzuschleusen. Das System, das wie ein Trojanisches Pferd arbeite, solle die Chemotherapie, bei der auch gesunde Zellen in Mitleidenschaft gezogen werden, sicherer machen, berichtet das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ). Immer noch seien die Nebenwirkungen bei einer Chemotherapie eines der größten Hindernisse in der Krebsbehandlung, da die eingesetzten Wirkstoffe nicht zwischen lebensnotwendigen Zellen und Krebszellen unterscheiden, sondern alle sich teilenden Zellen bekämpfen.
Gegen Einsparungen
Volksbegehren in Sachsen-Anhalt
Am kommenden Montag startet ein Bündnis von Eltern, Kirchen, Gewerkschaften und Sozialverbänden in Sachsen-Anhalt ein Volksbegehren gegen die vom Landtag beschlossenen Einsparungen bei der Kinderbetreuung. Nach einer Erhebung des Fachverbandes Mehr Demokratie ist es der 150. Anlauf für einen Volksentscheid in den Bundesländern. Alle 16 Landesverfassungen räumen den Bürgern direktdemokratische Mitbestimmungsrechte ein.
Prävention statt Sparen
Gesundes Leben entlastet Gesundheitssystem
Die Kostenexplosion im Gesundheitswesen ist nach Auffassung von Medizinern nicht vorrangig auf die Überalterung der Gesellschaft zurückzuführen. Der ärztliche Direktor der Universitätsklinik Göttingen, Jekabs Uldis Leititis, verwies auf Studien des Instituts für Gesundheitsökonomie der Universität Köln, wonach die demografische Entwicklung lediglich acht bis zehn Prozent der Kostensteigerungen verursache. Die meisten Kosten fielen in den drei Jahren vor dem Tod an. Das sei unabhängig davon, ob der Patient 65 oder 90 Jahre alt sei. Deshalb müsse dafür gesorgt werden, dass die Menschen gesund alt würden. Ein Leben ohne Rauchen und Übergewicht verhindere nicht nur sieben bis zehn Jahre Siechtum, sondern reduziere auch die Arzneimittel- und Arztkosten um 20 beziehungsweise 40 Prozent.
Infratest dimap
Union weiter im Umfragehoch
Die Union liegt einer jüngsten Umfrage zufolge in der Wählergunst weiter klar vor den regierenden Sozialdemokraten. Nach einer am Freitag veröffentlichten Erhebung von Infratest dimap im Auftrag des ARD-"Morgenmagazins" würden 46 Prozent der Deutschen für CDU oder CSU stimmen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre. 30 Prozent der 1.000 Befragten entschieden sich für die SPD und 10 Prozent für die Grünen. Die FDP könnte mit 6 Prozent der Stimmen rechnen, während die PDS auf 4 Prozent käme.
Gefälscht
JU-Chef legt sein Amt nieder
In der Affäre um gefälschte CSU-Aufnahmeanträge hat der Chef der Jungen Union in München, Rasso Graber, sein Amt am Freitag vorläufig niedergelegt. Dieser Schritt sei kein Schuldeingeständnis, betonte Graber in einer am Vormittag verbreiteten Erklärung. Im Laufe der vergangenen Tage habe er allerdings den Eindruck gewonnen, "dass dieser Schritt notwendig geworden ist, um Schaden von der CSU abzuwenden".
Gefährlich
Minenräumer in Afghanistan angegriffen
Die Hilfsorganisation medico international kritisiert die Vermischung von humanitärer Hilfe und Militäreinsatz, wie sie nun auch Verteidigungsminister Struck für den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr plane. Die Entminungsprogramme in Afghanistan bekämen die Folgen der Verquickung bereits seit längerem zu spüren. Die Hilfsorganisation medico international, deren afghanischer Partner OMAR zu den größten Entminungsorganisationen zählt, berichtet, dass sich bereits im Mai diesen Jahres die Entminer aus Teilen des Nordens und des Südens von Afghanistan zurückziehen mussten, weil sie zum ersten Mal in der Geschichte des humanitären Minenräumens in Afghanistan von bewaffneten Untergrund-Gruppen angegriffen worden waren.
Entwicklungsländer
WTO verzögert Entscheidung über billige Medikamente
Die Welthandelsorganisation WTO sorgt erneut für Zeitverzögerungen bei der Entscheidung über die Lieferung billiger Medikamente für Länder der Dritten Welt. Das berichtet BBC-Online am heutigen Freitag. Die WTO-Mitgliedsstaaten hätten dem Deal, der bereits vor mehr als zwei Jahren hätte zustande kommen sollen, bereits zugestimmt. Knapp vor dem Unterzeichnen des Vertrages gab die WTO bekannt, dass nun erst weitere Untersuchungen folgen müssen, so WTO-Sprecher Keith Rockwell.
Manipuliert
EU und USA streiten um Zulassung von Gen-Pflanzen
Am Freitag haben Vertreter der US-Regierung von der Welthandelsorganisation (WTO) in Genf endgültig die Einrichtung einer Streitfall-Kommission durchgesetzt. Streitpunkt ist ein seit 1999 in der EU bestehendes vorläufiges Verbot der Zulassung von Gen-Pflanzen, wie die Umweltorganisation Greenpeace berichtet. Die sieht darin einen weiteren Versuch der USA, den Widerstand der europäischen Verbraucher gegen Gentechnik in Lebensmitteln brechen zu wollen. Bereits am 13. Mai 2003 hatten die USA offiziell angekündigt, die EU vor der WTO zu verklagen. Bisher hatte die aber EU die Einberufung eines Streitfall-Panels noch abwenden können. "Mit der Klage vor der WTO ignoriert US-Präsident Bush nicht nur die Interessen der Verbraucher, sondern auch internationales Umweltrecht", sagt Ulrike Brendel, Gentechnik-Expertin bei Greenpeace. Die Versuche in Spanien, gentechnisch mainpulierte Pflanzen anzubauen, hätten bisher Chaos verursacht und die umliegenden Felder verseucht.
Erhalt unerwünscht
Maßnahmen gegen Handy-Spam in Großbritannien
Vodafone UK hat für seine britischen Kunden erste Maßnahmen im Kampf gegen Handy-Spams ergriffen und führt seinen VSpam-Service ein. Dabei werde beim Empfang einer Spam-Nachricht vom Kunden ein automatisierter Bericht an die Kurznummer 87726 gesendet, berichtet BBC. Die Nummer sei mit der Servicezentrale von Vodafone und dem "Independent Committee for the Supervision of Standards of Telephone Information Services" (ICSTIS) verbunden. Diese speicherten den Bericht und verwenden ihn um die Spammer zu identifizieren.
Belastetes Obst
Bundesverband des Großhandels bestreitet Gefährdung durch Pestizide
Der Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA) hat die von der Umweltorganisation Greenpeace befürchtete Gesundheitsgefährung durch erhöhte Pestizidwerte in Obst bestritten. Greenpeace versuche mit einer "bereits hinlänglich bekannten Masche aus Halbwahrheiten und pseudo-wissenschaftlichen Behauptungen einmal mehr auf sich aufmerksam zu machen." Und "obwohl die Vorwürfe unhaltbar sind - einzelne Mitglieder der Bundesregierung dabei unkritisch assistieren.", so Anton Börner, Präsident des (BGA). Greenpeace hatte in einer Untersuchung festgestellt, dass allein in Rund ein Viertel der Trauben in den großen Supermarktketten die Grenzwerte für Pestizid-Rückstände erreicht oder überschreitet.
Kopfpauschale
Empfehlungen zur Krankenversicherung "vertane Chance"
Der Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverband (vzvb) und Rürup-Kommissions-Mitglied Edda Müller hat die Empfehlungen der Kommission zur Krankenversicherung als vertane Chance bezeichnet. "Die Kommission hätte der Politik Rückendeckung für schwierige aber notwendige Veränderungen im Gesundheitswesen geben müssen." Es sei klar, dass das Gesundheitssystem in der Zukunft erheblich umgebaut werden müsse, um finanzierbar zu bleiben. "Das wissen auch die Bürger und sie sind auch bereit, ihren Beitrag zu leisten.", so Müller.
Abgeschoben
Unmenschliche Praktiken in Ausländerbehörden
Als "endlosen Sommer ausländerpolitischer Gnadenlosigkeit" bezeichnet die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl die Geschehnisse der letzten Wochen in deutschen Ausländerbehörden. In Kriegs- und Krisenregionen werde immer bedenkenloser abgeschoben. Schwer kranke Menschen würden in ärztlicher Begleitung abtransportiert, ärztliche Atteste und Gutachten zu psychischen Erkrankungen vom Tisch gewischt, Familientrennungen in Kauf genommen. Ein Klima der Angst breite sich aus unter denjenigen, die oft seit vielen Jahren mit einer Duldung in Deutschland leben, kritisiert die Organisation. Der Ausreisedruck werde durch Drohungen und soziale Sanktionen, Arbeitsverbote, zum Teil auch durch Einweisungen in sogenannte Ausreisezentren erhöht.
Titel zu teuer
US-Webradios verklagen Musikindustrie
Die Webcaster Alliance, eine Vereinigung von Betreibern US-amerikanischer Webradios, hat eine Klage gegen die US-Musikindustrie RIAA und ihre führenden Mitglieder eingereicht. Sie werfen der RIAA vor, mit wettbewerbsfeindlichen Bedingungen die kleineren kommerziellen Webradios vom Markt zu drängen und damit dem gesamten Musik-Markt zu schaden. Die Beschuldigung der Webcaster Alliance geht von einer vermeintlich illegalen Vereinbarung zwischen der RIAA und verschiedenen Webradios vom Dezember 2002 aus, die den Wettbewerb schädige. Unter diesem Deal leide Independent-Musik, die mit dem RIAA-Material konkurriert. Die Webcaster Alliance plädiert für eine Abschaffung der Lizenzgebühren, die momentan noch sieben Cent pro gespieltem Titel und Nutzer betragen.
65 Prozent Ablehnung
Mehrheit gegen Vorschläge zur Reform des Sozialsystems
Eine klare Mehrheit der Deutschen lehnt nach einer Forsa-Umfrage die Rürup-Vorschläge zur Reform der sozialen Sicherungssysteme ab. Von insgesamt 1004 im Auftrag des Fernsehsenders N24 befragten Bürgern sprachen sich 65 Prozent gegen eine Umsetzung aus. Lediglich eine Minderheit von 25 Prozent setzte sich dafür ein, die Reformvorschläge der Rürup-Kommission zu realisieren. Die Befragungen fanden am Montag und Dienstag statt, teilte der Sender am Donnerstag mit.
Windpark im Schutzgebiet
Offshore-Windpark bedroht Fauna
Der Deutsche Naturschutzbund (NABU) und der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) haben Einwände gegen einen geplanten Offshore-Windpark vor der Insel Sylt haben erhoben: Die Umweltorganisationen wollen den Bau der Offshore-Anlage verhindern, da der Windpark in einem ausgewiesenen Schutzgebiet für Wale und Seevögel liegt. "Es scheint relativ klar zu sein, dass Windanlagen Vögel beim Brüten stören", so Musiol. Zusätzlich falle das Gebiet als Schutzzone unter die Flora-und-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU. "Auch Windparks müssen dort gebaut werden, wo die Störung am geringsten ist", fordert Frank Musiol, Experte für Klima und Energie beim Natuschutzbund.
Interaktive Unterhaltung
Mehr Frauen nutzen Computerspiele
Computerspiele finden Eingang in immer mehr soziodemografischen Gruppen. Eine von der Entertainment Software Association (ESA) herausgegebene Studie über das Computerspielverhalten der US-Bevölkerung zeigt auf, dass der Anteil von Frauen und Menschen über 50 größer ist als jemals zuvor. Weiters sei der durchschnittliche Computerspieler 29 Jahre alt und nutze die interaktive Unterhaltung wöchentlich etwa 6,5 Stunden. Bereits 17 Prozent aller Computerspieler stammten aus der Gruppe der über 50jährigen, im Jahre 2000 waren es noch 13 Prozent gewesen.
Emissionsschleuder Haushalt
Elektro-Hersteller vernachlässigen Umweltaspekte
Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat den Herstellern von Unterhaltungselektronik vorgeworfen, Benutzerfreundlichkeit und Umweltaspekte bei der Entwicklung neuer Geräte zu vernachlässigen. Es sei ein Armutszeugnis für die Hersteller, dass trotz der permanenten technologischen Hochrüstung der Haushalte es bis heute keinen einzigen Fernseher auf dem Markt gebe, der das Umweltzeichen verdiene. Der Verband kritisierte auch den hohen Energieverbrauch vieler Geräte. Eine Abschaltautomatik müsse im 21. Jahrhundert ebenso selbstverständlich sein wie eine Fernbedienung. Die Verbraucher rief der Verband dazu auf, beim Kauf eines Produktes nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Umweltverträglichkeit zu achten.
Kundus-Einsatz
Vermischung militärischer und humanitärer Aufgaben gefährdet Sicherheit
Anlässlich der geplanten Entsendung deutscher Soldaten nach Kundus in Nordafghanistan warnt die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen vor der Vermischung von militärischen und humanitären Aufgaben. Die Organisation wendet sich damit gegen die jüngsten Aussagen von Bundesverteidigungsminister Peter Struck, der den geplanten Einsatz der Bundeswehr unter anderem mit dem Schutz von Hilfsorganisationen begründet. Sie besteht - wie viele andere Hilfsorganisationen auch - auf einer strikten Aufgabenteilung: Das Militär müsse für die Sicherheit der Zivilbevölkerung sorgen, während humanitäre Aufgaben von unabhängigen Organisationen übernommen werden sollten, sagte Ulrike von Pilar, Geschäftsführerin der deutschen Sektion.
Beruf und Kinder oft schlecht vereinbar
Teilzeit macht Mütter glücklich
Kinder machen glücklich - aber nur unter den richtigen Umständen dauerhaft. Die Geburt des ersten Kindes geht fast immer mit einem Anstieg der Lebenszufriedenheit der Mütter einher. Doch dieser Effekt hält meist nicht lange an. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Wochenbericht 35/2003 des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung DIW Berlin. Bereits ein Jahr nach der Geburt ist ihre Lebenszufriedenheit wieder gesunken. Teilzeiterwerbstätige Mütter sind dabei am zufriedensten - auch im Vergleich mit nichterwerbstätigen. Vollzeiterwerbstätige Mütter sind dagegen am wenigsten mit ihrem Leben zufrieden. Die Wirtschaftsforscher kritisierten, dass insbesondere Frauen mit Hochschulabschluss nur schlechte Möglichkeiten haben, Beruf und Kinder zu vereinbaren.
Aktion bei DaimlerChrysler
Schweinelungen für Diesel-Rußfilter
Seit Mittwoch Morgen hängen zehn Schweinelungen an einem Gerüst vor der Hauptverwaltung von DaimlerChrysler in Stuttgart-Möhringen. Über dem Gerüst steht ein Transparent mit der Aufschrift: "Lungen lassen sich nicht nachrüsten. Autos schon. Rußfilter für alle Diesel." Unter dem Gerüst mit den schwarz gefärbten Lungen steht ein silberner Mercedes der E-Klasse. Mit ihrer Aktion protestiert Greenpeace im Vorfeld der Internationalen Automobilausstellung IAA gegen die Weigerung der Autoindustrie, alle Diesel mit Filtern gegen gefährlichen Dieselruß auszustatten. Die Umweltschützer fordern, dass alle neuen Diesel serienmäßig mit Filtern vom Band laufen und dass für alte Diesel-Fahrzeuge Nachrüstsysteme angeboten werden.
Für soziale Gerechtigkeit
Künftiger IG-Metall-Chef kritisiert "neoliberale Denke" in der SPD
Die jüngste Entwicklung in der SPD stößt beim designierten IG-Metall-Chef Jürgen Peters auf scharfe Kritik. Die "neoliberale Denke" fresse sich immer weiter durch die Partei, sagte Peters, der sich auf dem bevorstehenden Gewerkschaftstag in Frankfurt am Main zum neuen Ersten Vorsitzenden der IG Metall küren lassen möchte, in einem am Mittwoch vorab veröffentlichten Interview des Magazin "stern".
Mehr Arbeitslose durch Sparkus
SPD-Sozialexperte hält Reformpolitik schon im Ansatz für falsch
Der SPD-Sozialexperte Ottmar Schreiner hält die aktuelle Arbeitsmarkt-Politik der rot-grünen Bundesregierung für unsinnig. "Schon der Ansatz der Reformpolitik ist falsch, und die Ausgestaltung sorgt für weiter steigende Arbeitslosigkeit", sagte der Vorsitzende der SPD-Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) in der Mittwochausgabe der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Die immer neuen Einschnitte für die Bürger erstickten die Binnenkonjunktur und produzierten dadurch nur immer mehr statt weniger Arbeitslose.
Am 13. Oktober
Rentner-Großdemo gegen Rentenkürzungen geplant
Für den 13. Oktober plant die Partei Die Grauen/Graue Panther eine Rentner-Großdemo in Berlin gegen die geplanten Rentenkürzungen und die Sparplänen der Regierung. Norbert Raeder, Berliner Landesvorsitzender der Partei, erwartet mehr als eine Million TeilnehmerInnen.
Walschutz
Gericht verbietet Sonar-Versuche der US-Marine
Die US-Marine muss ihre Versuche mit Sonargeräten einstellen. Eine US-Bundesrichterin hat ein entsprechendes Verbot für besonders artenteiche Teile der US-Gewässer erlassen. Argument der Richterin war, dass die Sonargeräte Meeressäuger und Fische gefährdet, berichtet der San Francisco Chronicle. Insgesamt gilt das Verbot über eine Gesamtfläche von 22,4 Mio. Quadratkilometer im Pazifischen Ozean. Nach Sonar-Versuchen der US-Navy waren zahlreiche tote Wale gefunden worden.
Schweiz macht es besser
Lkw-Verkehr durch Österreich seit 1990 verdoppelt
Der Lkw-Verkehr über Österreichs Alpen hat sich seit dem Jahr 1990 mehr als verdoppelt. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung des Verkehrsclubs Österreich VCÖ über den alpenquerenden Güterverkehr. Fast 2,7 Millionen Lkw passierten 2002 via Brenner und Tauernautobahn die Alpen; zwölf Jahre zuvor waren es noch 1,2 Millionen gewesen. Der VCÖ fordert einen stärkeren Ausbau der Bahn und eine Erhöhung der Mineralölsteuer auf Dieseltreibstoff. Ein Vorbild sei die Schweiz, die zwei Drittel des Güterverkehrs über die Bahn abwickelt.
30. August
Lange Nacht der Museen mit Kinderprogramm
Bei der 14. Langen Nacht der Museen am 30. August in Berlin gibt es diesem Jahr erstmalig ein Kinderprogramm. "Kinder waren bei der Veranstaltung schon immer reichlich vertreten", sagte der Veranstaltungsleiter Wolf Kühnelt. Rund 30 Häuser öffnen für die jüngsten Museumsbesucher bereits ab 15.00 Uhr ihre Türen. Zahlreiche Überraschungen und Abenteuer warten: Die Märchengestalt Europinia nimmt die Mädchen und Jungen mit auf die Suche nach ihrer verschwundenen Schwester "Europa". Das in einer ehemaligen Kirche untergebrachte MACHmit! Museum für Kinder feiert seine Eröffnung.
Unterstützung für Irak-Krieg
Weitere Bundeswehr-Soldaten nach Afghanistan
Die Bundesregierung will das bislang auf Kabul beschränkte deutsche Afghanistan-Engagement definitiv ausweiten und dafür mehrere hundert Soldaten in die nordafghanische Stadt Kundus entsenden. Eine entsprechende Grundsatzentscheidung fasste das Sicherheitskabinett am Mittwoch in Berlin, wie Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) nach der Sitzung des Gremiums mitteilte. Mindestens 250 Bundeswehrsoldaten sollen demnach den Einsatz ziviler Aufbauhelfer in der Region an der Grenze zu Tadschikistan absichern. Die Entscheidung traf umgehend auf Kritik: Es fehle ein Gesamtkonzept für das militärische Engagement, außerdem gefährde die Vermischung ziviler und militärischer Anteile die zivilen HelferInnen. Hauptgrund für die Entscheidung sei zudem eine indirekte Unterstützung für die USA im Irak-Krieg.
Für Verständigung und Versöhnung
Preis für Cap Anamur-Gründer Neudeck
Der Gründer der Komitees Cap Anamur, Rupert Neudeck, ist der erste Preisträger des "Marion Dönhoff Preises für internationale Verständigung und Versöhnung". Die Auszeichnung ist mit 20 000 Euro dotiert und wird am 30. November im Hamburger Thalia Theater im Rahmen eines Festaktes verliehen, wie die Dönhoff Stiftung am Mittwoch mitteilte. Den "Marion Dönhoff Förderpreis für internationale Verständigung und Versöhnung" in Höhe von 10 000 Euro erhält der Verein "Heim-statt Tschernobyl e.V.". Der Verein wurde 1991 von dem Theologen Dietrich von Bodelschwingh ins Leben gerufen, um Menschen der verstrahlten Tschernobyl-Zone zu helfen.
Verschiebung der Maut
LKW dürfen kostenlos Straßen zerstören
In- und ausländische LKW dürfen ab dem 31. August völlig kostenlos deutsche Straßen benutzen, obwohl sie diese 60.000 mal stärker schädigen als PKW. Auf diese Folgen der Verschiebung der LKW-Maut weist die Allianz pro Schiene hin, ein Zusammenschluss von Non-Profit-Organisationen aus den Bereichen Umwelt, Verbraucher und Arbeit und Wirtschaftsunternehmen der Bahnbranche. "Die LKW-Lobby versucht mit gezielten Falschdarstellungen die Öffentlichkeit zu verwirren", kritisierte Geschäftsführer Dirk Flege. In Wahrheit profitiere das LKW-Gewerbe von einer weiteren Verschiebung des Maut-Beginns doppelt: LKWs zahlen nicht nur keine Maut, sondern auch keine Eurovignette mehr.
Hygienische Katastrophe
Hilfslieferungen für Flüchtlinge in Liberia
Ein Hilfsflug mit Gütern von der Hilfsorganisation World Vision Deutschland im Wert von 92.000 Euro für Binnenflüchtlinge in Liberia ist am Sonntag Abend in Monrovia gelandet. Geladen waren 11.400 Decken, 1000 Kochsets, 2000 Hygienepakete, 7000 Wasserbehälter und 64.000 Wasserentkeimungstabletten. Die Hilfsgüter, die dringend benötigt werden, sollten am dem heutigen Dienstag an die Hilfsbedürftigen verteilt werden, berichtet die Organisation. Die hygienische Situation in Monrovia sei immer noch katastrophal. Im Sportstadion lebten die Leute auf engstem Raum zusammen gepfercht, und die wenigen Toiletten seien hoffnungslos am Überlaufen. Am schlimmsten betroffen seien die Kinder und die alten Menschen.
Greenpeace-Umfrage
Die Hälfte der Deutschen gegen Tierversuche
Fast die Hälfte der Deutschen würde auf neue Medikamente und Impfstoffe verzichten, wenn dafür die Zahl der Tierversuche sinken würde. Dies ergab eine Emnid-Umfrage im Auftrag des Hamburger Greenpeace Magazins. Für 49 Prozent der Befragten habe der Tierschutz Vorrang vor der Entwicklung von Arzneimitteln, während 44 Prozent auf solchen Fortschritt in der Medizin nicht verzichten wollten. 70 Prozent der Deutschen glaubten, dass die Anzahl der Tierversuche in den letzten fünf Jahren gleich geblieben oder gar gesunken sei. Tatsächlich starben in deutschen Versuchslabors nach den neuesten verfügbaren Zahlen von 2001 erstmals wieder mehr als zwei Millionen Tiere.
Probe-Packungen
Verbraucher zufrieden mit Recyclingpapier
Das Ergebnis des größten je durchgeführten Recyclingpapier-Verbrauchertests hat laut der Initiative Pro Recyclingpapier selbst Experten überrascht: 98,5 Prozent der rund 1.500 Teilnehmer seien mit dem Druckergebnis auf dem eigenen Drucker oder Kopierer zufrieden gewesen. Anlässlich des Verkaufsstarts von Recycling-Kopierpapier hatte der Karstadt-Konzern bundesweit in rund 180 Schreibwarenabteilungen insgesamt 25.000 Probepäckchen an seine Kunden verteilt und diese aufgefordert, das umweltfreundliche Papier zu Hause zu testen.
Lebensraum zerstört
Delphine vom Aussterben bedroht
Die Weltnaturschutz-Organisation (IUCN) will nun auch den Gemeinen Delphin (Delphinus delphis) im Mittelmeer in die Rote Liste gefährdeter Arten als "stark gefährdet" ("endangered") aufnehmen. Bis vor kurzem kamen Gemeine Delfine im Mittelmeer relativ häufig vor, doch in den vergangenen Jahren erfolgte ein dramatischer Rückgang der Mittelmeerpopulation. Ihr Verbreitungsgebiet werde kleiner, in manchen Teilen des Mittelmeeres seien sie gänzlich verschwunden. Das berichtet die Whale and Dolphin Conservation Society (WDCS). Eine aktuelle Studie über die Situation Gemeiner Delphine komme zum Schluss, dass der Rückgang mit der stark fortschreitenden Zerstörung des Lebensraumes in den vergangenen 30 bis 40 Jahren zu tun habe.
Brüchiges Papier
60 Millionen Bücher vom Zerfall bedroht
Rund 60 Millionen Bücher aus deutschen Bibliotheken gelten als nicht mehr benutzbar, weil ihr Papier zu brüchig ist. Den Bibliotheken fehlt das Geld zu sparen für die aufwändigen Verfahren, um die Bücher zu restaurieren, berichtet National Geographic Deutschland. Dadurch drohten einmalige Wissensquellen und Kulturgegenstände zu zerfallen. Die Situation in den Bibliotheken sei erschreckend: Aufgerissene Rücken liessen die alten Bücher zerfallen, Eisen-Gallus-Tinte zersetze das Papier, Holzwürmer frässen Löcher in Einbände und Blätter, und die bei der Herstellung jüngeren Papiers darin eingebettete Säure führe dazu, dass es vergilbe, spröde werde und schließlich zerfalle.
Zu früh gelb
Heißer Sommer schwächt die Wälder
Das saftige Grün der Bäume wechselt nach Ansicht der Naturschutzorgaganisation WWF in diesem Jahr besorgniserregend früh in herbstliches Gelb. Die Umweltschützer machen darauf aufmerksam, dass der Laubfall aufgrund der ungewöhnlich starken und lang andauernden Hitze- und Trockenperiode in diesem Sommer in den europäischen Wäldern bereits bis zu acht Wochen früher als gewöhnlich eintrat. Den extremen Wetterbedingungen könnten vor allem "unnatürliche" Wälder nicht trotzen, da sie besonders anfällig für äußere Einflüsse seien. Gefährdet für den frühen Herbsteinbruch seien zum Beispiel standortfremde Fichtenwälder, die auf Flächen stünden, auf denen eigentlich Laubbäume wachsen sollten.
Versuchter Kompromiss
Abschlusserklärung für Cancún neu formuliert
Am vergangenen Sonntag hat der Vorsitzende des Allgemeinen Rates bei der WTO, Perez de Castillo, einen neuen Entwurf für die Abschlusserklärung der Minister in Cancún vorgelegt. Bezüglich der Agrarverhandlungen stelle er in weiten Teilen eine Synthese des gemeinsamen EU-USA-Textes und des Vorschlags der sogenannten "G17" dar, einer Koalition, zu der sich Brasilien, Indien, China, Südafrika und 13 weiteren Entwicklungsländer zusammengeschlossen haben, begrüßt die Nord-Süd-Initiative Germanwatch den Text. Am 13. August hatten die EU und die USA einen gemeinsamen Vorschlag für den WTO-Agrarvertrag vorgelegt. Dieser sei jedoch trotz der Annäherung der verhandelnden Staaten zu weit von den Interessen der Entwicklungsländer entfernt gewesen.
NABU-Sonderpreis
Erfurt mit Naturschutzpreis ausgezeichnet
Im Rahmen des Wettbewerbs "Entente florale -- Unsere Stadt blüht auf" hat der Naturschutzbund NABU den Sonderpreis "Natur in der Stadt" in diesem Jahr an die thüringische Landeshauptstadt Erfurt verliehen. "Erfurt konnte vor allem durch die besonderen Artenschutzprogramme für Tiere im Siedlungsraum und durch vorbildliche Projekte zur Vernetzung städtischer Grünstrukturen überzeugen", sagte NABU-Vizepräsident Helmut Opitz. Mit insgesamt 12 Artenschutzkonzeptionen für Häuserquartiere biete die knapp 200.000 Einwohner zählende Stadt siedlungstypischen Vogel- und Fledermausarten geschützte Lebensräume innerhalb der Siedlungsfläche an. Ein Vernetzungskonzept für die Grünflächen ermögliche den Tieren und Pflanzen den lebenswichtigen Austausch zwischen den einzelnen "grünen Inseln".
"Benimm-Bausteine" im Saarland
Schüler stehen Benehmens-Unterricht gespalten gegenüber
Ab dem nächsten Schuljahr kommen Schüler aus dem Saarland in den Genuss von "Benimm-Bausteinen", die ihnen nach Ansicht der Initiatoren Anstand und Benehmen beibringen sollen. zedTM, die mit über fünf Millionen Nutzern größte SMS-Jugend-Community in Deutschland, hat nun 10.000 User per SMS aufgefordert, ihre Meinung zur Einführung von Benimmkursen abzugeben. Das Ergebnis falle knapp aus: 49 Prozent der Antworten seien eindeutig für den "Schul-Knigge", so das Ergebnis.
Stressfrei
Ruhige Kühe geben besseres Fleisch
Ruhigere Kühe geben besseres Fleisch. Zu diesem Schluss kommen australische Wissenschaftler des Cooperative Research Centre for Cattle and Beef Quality. Stress dezimiere Glykogen, eine Form von Glukose, die dabei hilft Muskelgewebe nach dem Schlachten abzubauen. Dadurch wird, so berichtet BBC-Online, das Fleisch zarter. Nach Angaben der Forscher sollten Bauern, die Rinder züchten, mehr Sorge dafür tragen, dass die Tiere ruhig bleiben. 50 Prozent der Verhaltensweise der Rinder sei zwar genetisch bestimmt, dennoch könne mit optimierter Haltung Stress vorgebeugt werden, etwa wenn die Tiere ähnlich wie Haustiere behandelt werden.
Auslandseinsätze der Bundeswehr
Friedensbewegung startet Kampagne "Abrüstung statt Sozialabbau"
Bei einer Tagung des Bundesausschusses Friedensratschlag in Kassel am Wochenende berieten die Vertreter zahlreicher Friedensinitiativen und -organisationen die nächsten Schritte der Friedensbewegung. Die Friedensbewegung werde auf lokaler und regionaler Ebene im Herbst ihre vielfältigen Veranstaltungen zur Aufarbeitung des Irakkriegs fortsetzen, sagte der Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag, Peter Strutynski (Kassel). Die Probleme, die sich vor den Besatzungsmächten im Irak heute auftürmen, bestätigen auf erschreckende Weise die mahnenden Stimmen, die sich immer gegen einen Krieg im Irak ausgesprochen hatten.
Gifte in der Landwirtschaft
Regenschirmaktion gegen Giftdusche für Mensch und Natur in Frankreich
Am Dienstag, den 26.8.03 um 18.30 Uhr organisiert Alsace Nature, gemeinsam mit anderen elsässischen Umweltorganisationen, eine Regenschirm-Kundgebung gegen den Gifteinsatz in der Landwirtschaft: jeder Teilnehmer soll einen Regenschirm mitbringen, um so symbolisch gegen die Giftdusche zu demonstrieren. Ort der Kundgebung ist der Parkplatz beim College von Hégenheim (F), einem kleinen Ort nördlich von Basel.
Fahrrad und Bahn
Auch Pannen in der Fahrradmitnahme sind Mängel - Bahn soll haften
Wenn es im Fernverkehr der Deutschen Bahn zu Pannen oder Ausfällen kommt, ist das Unternehmen inzwischen recht kulant und erstattet die Mängel durch Reisegutscheine. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) rät Kunden, auch für Schwierigkeiten und Pannen bei der Fahrradmitnahme finanziellen Ausgleich zu fordern. Zu den möglichen Mängeln bei Reisen mit dem Fahrrad zählt der ADFC beispielsweise: Der Zug hat kein Fahrradabteil, obwohl es im Fahrplan vermerkt ist oder man am Schalter diese Auskunft erhalten hat.
Flussausbau
BUND fordert von Stolpe: Klimawirkungen auf Elbe prüfen
Das BUND-Projekt "Dialog im Boot 2003" wurde am Wochenende nach insgesamt 155 zurückgelegten Flusskilometern und über 200 Teilnehmern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Kunst und Politik erfolgreich beendet. Das anhaltende Niedrigwasser bereitete der Schlauchboottour keine Schwierigkeiten. Doch gerade das Thema Klimawandel rückte in den Mittelpunkt der letzten Etappe von Roßlau nach Brambach.
Energiewirtschaft
Clement verschweigt 35 Milliarden Subventionen für konventionellen Strom
Vehement weist die Ökostrombranche Subventionsvorwürfe von Wirtschaftsminister Clement von sich. Johannes Lackmann, Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE): "Die Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz zahlen die deutschen Stromkunden, die den Strom auch verbrauchen. Der Staat zahlt dazu keinen Pfennig. Wenn der deutsche Wirtschaftsminister weiterhin von Subventionen spricht, ist das eher peinlich." Demgegenüber würden die deutsche Steinkohle, aber auch Braunkohle, Gas und Kernenergie aus Steuergeldern weit höher subventioniert als allgemein bekannt.
Nahost-Konflikt
Israelis und Palästinenser setzen Zeichen paradoxer Hoffnung
Das islamistische Selbstmordattentat am vergangenen Dienstag in Jerusalem, bei dem 20 Menschen ums Leben kamen und mehr als 100 verletzt wurden, hat weltweites Entsetzen ausgelöst. Ebenso wie der Gegenterror der israelischen Militärs. Die Hoffnungen auf Frieden, wie sie mit der "Road Map" verbunden waren, haben sich erneut als trügerisch erwiesen. Ein Ende des Teufelskreis aus Gewalt und Gegengewalt im israelisch-palästinensischen Konflikt ist nicht abzusehen. Dennoch versucht Medico International Hoffnungzeichen zu setzen durch Begegnungsprojekte zwischen Palästinensern und Israelis.
EUGRIS im Netz
Neues Internetportal zu kontaminierten Böden und Grundwasser gestartet
Unter dem Namen EUGRIS startet eine neue europäische Informationsplattform für die Themenbereiche "kontaminierter Böden" und "Grundwasser". Die Abkürzung EUGRIS steht für European Information System Soil and Groundwater. Das Online-Angebot wird mit Mitteln aus dem 5. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Kommission gefördert. Partner aus Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Ungarn, Italien und Deutschland sind daran beteiligt. Das Umweltbundesamt (UBA) hat die Koordination des Projektes übernommen.
Zeitungs-Seminar für Jugendliche
Nächstes Seminar "Medien selber machen" vom 2. bis 5. Oktober in Berlin
Wer schon immer mal selber Zeitung machen wollte, sollte sich das Wochenende über den 3. Oktober freihalten: Von Donnerstag, den 2. bis Sonntag, den 5. Oktober 2003 veranstaltet die BUNDjugend (Jugend im Bund für Umwelt und Naturschutz) in Kooperation mit der Jugendumweltzeitung Juckreiz und der Jungen Presse Berlin (JPB) in Berlin ein Grundlagenseminar für medieninteressierte Jugendliche und junge Schülerzeitungsmacher.
WORLD VISION
Hilfsflug von Deutschland nach Liberia mit Gütern für 92.000 Euro gestartet
Ein Hilfsflug von WORLD VISION für Binnenflüchtlinge in Liberia ist am Sonntag Morgen vom Flughafen Hahn in Rheinland-Pfalz mit Hilfsgütern im Wert von 92.000 Euro gestartet. Nach mehrfacher Startverzögerung wegen technischer Probleme - der Flug war ursprünglich für Freitag Abend geplant - hob die Transportmaschine vom Typ DC8-55 mit rund 30 Tonnen Hilfsgütern um 8:55 Uhr vom ehemaligen Militärflughafen ab. Geladen wurden: 11.400 Decken, 1000 Kochsets, 2000 Hygienepakete, 7000 Wasserbehälter und 64.000 Wasserentkeimungstabletten.
Atomausstieg
Deutsche Energie-Agentur plädiert für Verkürzung der AKW-Laufzeiten
Eigentlich schien die Diskussion längst beendet: Hubertus Schmoldt, Vorsitzender der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) fordert jedoch in diesen Tagen, die gesetzlich vereinbarten Restlaufzeiten für die deutschen Atomkraftwerke (AKW) zu verlängern. Stephan Kohler, Geschäftsführer der Deutschen Energie-Agentur (dena), weist Schmoldts Vorschlag hingegen entschieden zurück: "Der zeitliche Kompromiss, der bei den Atomkonsensgesprächen gefunden wurde, war angesichts des "normalen" Gefährdungspotentials von Atomkraftwerken ohnehin an der äußersten Grenze".
Kriminell
Kinder-Pornographie im Netz nimmt zu
Die Zahl der Websites, die Bilder von Kinder-Pornographie zeigen, hat sich mehr als verdoppelt. Dies geht aus einer Studie der Internet Watch Foundation (IWF) hervor. Demnach sei die Zahl der Kinder-Porno-Sites im Jahr 2002 um 64 Prozent gestiegen. Mehr als die Hälfte der Websites werde in den USA betrieben, allerdings habe sich auch die Anzahl der Sites in Russland mehr als verdoppelt (von 286 auf 706). Bei der Erhebung müsse aber beachtet werden, dass die Sites in einem Land betrieben, aber von einem anderen aus gemanagt werden können.
Schutzlos
Wilderer töten Tibetantilopen für Luxus-Schals
Etwa 20.000 Tibetantilopen werden in China jedes Jahr getötet. Sie liefern Wolle für exklusive Schals, die in den westlichen Industrienationen kaufkräftige Abnehmer finden. Das berichtet National Geographic Deutschland in der September-Ausgabe. Von einstmals einer Million Tieren seien heute nur schätzungsweise 75.000 übrig geblieben. Tibetantilopen, die so genannten Tschirus, gelten damit als gefährdete Tierart. Ein Schal aus der Shahtoosh-Wolle der Tibetantilope wiege gerade einmal 120 Gramm und koste in New York oder London umgerechnet bis zu 15.000 Euro. Einige westliche Modezeitschriften propagierten diese Schals als attraktive Luxusartikel. Damit würden sie die Nachfrage steigern und zur Dezimierung der Tiere beitragen, so das Magazin.
Medienregulierung
Mehr Macht für Medienanbieter in den USA
Michael Powel, der Vorsitzende der US-Kommunikationsbehörde FCC, hat erste Maßnahmen für neue Medienregulierungen bekannt gegeben, die zu einer Erhöhung der Medienkonzentration führen können. Dabei wolle er vor allem den TV- und Radiosektor beleben und Medienunternehmen die Möglichkeit zu größeren Anteilen am Markt bieten, berichtet das Wall Street Journal. Besonders beim Fernsehmarkt spreche Powel von einer Anteilserhöhung von derzeitigen 35 Prozent auf mögliche 45 Prozent, die ein Unternehmen erreichen darf. Jedoch fänden Powels Vorschläge beim Senat wenig Anklang, der für eine Beibehaltung der alten und mehr einschränkenden Gesetze plädiere.
"Verstoß gegen die guten Sitten im Wettbewerb"
Abmahnungsflut der Telekom auf Firmen und Privatleute
Die Rechtsabteilung der Deutschen Telekom AG mahnt nach Informationen aus Branchenkreisen in einer großangelegten Aktion eine Vielzahl von Firmen und Privatleute ab, die in ihren Firmenbezeichnungen oder Domainnamen den Begriff "Telekom" verwenden. "Dabei hat es die Deutsche Telekom aber nicht nur auf Firmen abgesehen, die sich in der Telekommunikationsbranche betätigen, sondern auch auf branchenfremde Unternehmen und Privatleute", kritisiert Andreas Klein von News-Cologne. So sei sein Medienunternehmen abgemahnt worden, weil es unter www.telekomstore.info eine Weiterleitung auf das News-Portal www.news-cologne.de eingerichtet hatte. Innerhalb dieses Portal gäbe es eine Rubrik "Computer & Telekommunikation", auf die direkt über die Domain von Telekomstore verlinkt wurde.
Kritische Recherchen
Radiojournalist auf den Phillipinen erschossen
Am 19. August wurde der Radiojournalist Noel Villarante von zwei bewaffneten Männern vor seiner Wohnung in Santa Cruz südöstlich von Manila auf den Philippinen erschossen. Er hatte wiederholt über Korruption und illegales Glücksspiel berichtet, teilt die Organisation Reporter ohne Grenzen mit. "Der Verdacht liegt nahe, dass Villarante wegen seiner kritischen Recherchen getötet wurde," sagt die internationale Organisation zur Verteidigung der Pressefreiheit. Sie fordert Innenminister José D. Lina auf, bei den örtlichen Polizeibehörden zu intervenieren, damit die Täter identifiziert und bestraft würden.
Greenpeace testet Lebensmittel
Ein Viertel der Weintrauben überschreitet Grenzwert für Pestizide
Rund ein Viertel der Trauben in den großen Supermarktketten erreicht oder überschreitet nach Untersuchungen von Greenpeace die Grenzwerte für Pestizid-Rückstände. In 23 von 26 Traubenproben befänden sich Reste von Pestiziden, in rund der Hälfte liessen sich vier oder mehr Spritzmittel nachweisen, in einem Fall sogar acht. Das ist eines der Analyse-Ergebnisse von mehreren Obst- und Gemüsesorten, die das EinkaufsNetz, die Greenpeace-Verbraucherorganisation, bei den Handelsgruppen Lidl, Metro, Rewe, Aldi, Edeka, Tengelmann und Karstadt-Quelle gekauft hat. Unter den in Trauben gefundenen Pestiziden seien die möglicherweise Krebs erregenden Stoffe Dimethoat und Ethofenprox gewesen, zudem Chlorpyriphos und Fenitrothion, die vermutlich schon in kleinsten Mengen hormonell wirksam seien und die Fortpflanzung stören könnten.
Politbarometer
Union weiter vorne, Grüne legen zu
Die SPD steckt weiter im Umfragetief fest. Wären am Sonntag Bundestagswahlen, könnten die Sozialdemokraten nur mit 31 Prozent der Stimmen rechnen, ergab das am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin" vorgestellte neue Politbarometer. Dies ist ein Prozentpunkt weniger als im Vormonat. Auch die Union verlor einen Punkt auf 45 Prozent. Von 8 auf 10 Prozent zulegen konnten hingegen die Grünen. Die FDP verharrt bei 6, die PDS bei vier Prozent.
Kritik am Ausbau der Atomenergie
Störfall im AKW Beznau
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat den Vorschlag des Vorsitzenden der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Hubertus Schmoldt, zum Ausbau der Atomenergie zurückgewiesen. Nur erneuerbare Energien, Energieeinsparungen und die Erhöhung der Energieeffizienz durch Kraft-Wärme-Kopplung seien zukunftsfähig. Einer der Reaktoren des Atomkraftwerkes Beznau in Döttingen hatte sich am Dienstagnachmittag unerwartet ausgeschaltet. Ein inzwischen behobener Pumpenausfall beim Wiederanfahren von Block 2 nach der Jahresrevision sei die Ursache gewesen. "Bei Herrn Schmoldt scheinen in der Sommerhitze sämtliche Sicherungen durchgebrannt zu sein.", vermutet BUND-Energiereferent Walter Jungbauer.
Zu laut
Bahnen sollen umweltfreundlicher werden
Zum ersten Mal werden in Deutschland Bahnunternehmen aufgefordert, ihr Umweltengagement zu dokumentieren. Mit dem Wettbewerb "Erster Umweltvergleich im Schienenverkehr" will die Allianz pro Schiene Bahnbetreiber auszeichnen, die sich im Umweltschutz besonders hervortun. Insbesondere bei Lärmemissionen gebe es auch im umweltfreundlichen Schienenverkehr Verbesserungspotenziale. Schon heute bekämpften Anwohner einzelne Ausbaumaßnahmen, weil sie Lärmbelastungen befürchten. Mehr Verkehr auf die Schiene heiße auch mehr Lärm. Um die Akzeptanz bei den Menschen auch in Zukunft zu sichern, müssten die Bahnen leiser werden. "Die Bahnen dürfen sich nicht auf ihrem Umweltbonus ausruhen. Proaktiver Umweltschutz ist unverzichtbare Voraussetzung, sich gegenüber Auto und Flugzeug durchzusetzen", erläuterte der Geschäftsführer des Schienenbündnisses, Dirk Flege.
Klage gegen Gentech-Kennzeichnung
Handelsabkommen gefährdet Verbraucherinformation
Informationsrechte für Verbraucher könnten durch das geltende Welthandelsrecht künftig erheblich eingeschränkt werden. Anlässlich der bevorstehenden Welthandelskonferenz in Cancún warnte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), dass die in Europa erst im Juli beschlossene Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln von der Welthandelsorganisation (WTO) als unzulässige Handelsbeschränkung gewertet werden könnte. Selbst freiwillige Umweltzeichen wie der "Blaue Engel" seien vom Urteil der WTO-Widrigkeit bedroht. "Das Recht der Verbraucher auf Information muss als Grundprinzip in den WTO-Regeln klipp und klar verankert werden", forderte Patrick von Braunmühl, stellvertretender Vorstand des vzbv. Der vzbv rief die Bundesregierung auf, sich in Cancún für eine entsprechende Stärkung der Verbraucherrechte einzusetzen.
Täglich fast 17 Auto-Tote
Krankenkassen subventionieren Straßenverkehr
Im ersten Halbjahr 2003 sind 3051 Menschen im deutschen Straßenverkehr zu Tode gekommen. Das sind jeden Tag fast 17 Personen. "Das Risiko, im Straßenverkehr tödlich zu verunglücken, war im Jahr 2002 in Deutschland 21mal höher als bei einer Bahnfahrt", sagte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege. Zur weiteren Reduzierung der Verkehrstoten solle die Bundesregierung den Schienenverkehr stärker zu fördern. Insbesondere sei es nicht akzeptabel, dass die Krankenkassen in Zeiten steigender Beiträge den Straßenverkehr subventionierten.
Statt Kilometerpauschale
Nähe-Pauschale soll Kilometerfresserei beenden
In die Diskussion um die Entfernungspauschale hat sich am Donnerstag der Verkehrsverband Umkehr e.V. eingemischt. Umkehr schlug vor, die ersten zehn Kilometer des Arbeitsweges abhängig von der Höhe des Einkommen steuerlich zu entlasten. Die darüber hinausgehenden Kilometer sollten dagegen nicht gefördert werden. "Kilometerfresserei schadet der Umwelt und verschleißt die Verkehrs-Infrastruktur", meinte der Sprecher des Verbandes. "Das sollte nicht belohnt werden. Wir müssen von einer Entfernungs- zu einer Nähe-Pauschale kommen, mit der kurze Wege gefördert werden.
Kritik des Städtetags
Gewerbesteuerreform entlastet nur Großunternehmen
Die Städte sehen in den Plänen der Bundesregierung zur Reform der Gewerbesteuer ein Geschenk für Großunternehmen. Diese würden massiv entlastet, während der Mittelstand und Selbständige zusätzlich belastet würden, teilte der Deutsche Städtetag am Donnerstag in Berlin mit. Aktuellen Berechnungen zufolge müssten Kapitalgesellschaften in Zukunft fast 3,5 Milliarden Euro weniger Gewerbesteuer zahlen. Mittelständische Einzelunternehmen müssten dagegen mit fast 1,5 Milliarden Euro zusätzlichen Abgaben rechnen.
Studie
Junge Ausländer sind "Bildungsverlierer"
Die Zahl der ausländischen Arbeitslosen und Sozialhilfeempfänger ist einer Studie zufolge "alarmierend" hoch. Eine am Donnerstag veröffentlichte Untersuchung der Bertelsmann Stiftung in zwölf Städten und Kreisen Nordrhein-Westfalens, Niedersachsens und Schleswig-Holsteins ergab, dass etwa doppelt so viele Ausländer arbeitslos sind wie im Durchschnitt der Bevölkerung. Die Sozialhilfequote ist danach sogar häufig drei Mal so hoch wie unter den Sozialhilfeempfängern insgesamt. Die Stiftung erhob die Daten unter anderem in Arnsberg, Coesfeld, Dortmund, Soest sowie in Celle und dem Kreis Pinneberg.
Bundesverfassungsgericht
Kopftuch kein Kündigungsgrund für Verkäuferinnen
Muslimischen Verkäuferinnen darf in Deutschland nicht gekündigt werden, nur weil sie mit Kopftuch hinter der Ladentheke bedienen. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe bestätigte in einem am Donnerstag veröffentlichten Beschluss eine entsprechende Grundsatzentscheidung des Bundesarbeitsgerichts in Erfurt vom Oktober 2002. Die Karlsruher Richter verwarfen damit die Verfassungsbeschwerde eines Kaufhauses aus dem osthessischen Schlüchtern, das einer 32-jährigen Türkin gekündigt hatte, weil sie sich weigerte, ohne Kopftuch zu verkaufen.
Jetzt amtlich
Nordsee hat den längsten Radweg der Welt
Der durch sechs Staaten laufende Nordseeradweg (North Sea Cycle Route) ist die längste ausgeschilderte Strecke für Pedalritter weltweit. Das teilte die Bezirksregierung Weser-Ems unter Berufung auf die Londoner Hauptredaktion des Guinness-Buch der Rekorde mit. Die Regionalbehörde hatte das Projekt im Auftrag der norddeutschen Küstenländer koordiniert. Eine entsprechende Urkunde sei unterdessen in Oldenburg eingegangen.
Affäre um gefälschte Aufnahmeanträge
Razzia bei Münchner JU-Chef
In der Affäre der Münchner CSU um gefälschte Aufnahmeanträge steht auch Münchens JU-Chef Rasso Graber im Visier der Ermittler. Wie Oberstaatsanwalt August Stern am Donnerstag bestätigte, wurde am Mittwoch Grabers Wohnung durchsucht. Unterlagen seien sichergestellt worden. Der Chef der Jungen Union in München stehe im Verdacht der Urkundenfälschung. Insgesamt seien vier Objekte untersucht worden, darunter auch die Wohnungen von zwei weiteren Beschuldigten, gegen die ebenfalls wegen des Verdachts der Urkundenfälschung ermittelt werde.
Mehr Ökologie in der Flusspolitik gefordert
Naturschutzbund freut sich über Mitgliederzuwachs
Der Naturschutzbund NABU freut sich über steigende Mitgliederzahlen freuen: Über 390.000 Menschen gehören dem Verband derzeit an. In der Umweltpolitik seien in jüngster Zeit mit dem Inkrafttreten des Bundesnaturschutzgesetzes, dem Beginn der Sicherung von Naturschutzflächen aus dem ehemals volkseigenen Vermögen der DDR oder dem 5-Punkte-Programm zur Flusspolitik der Bundesregierung beachtliche Signale gesetzt worden, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke bei der Vorstellung des NABU-Jahresberichtes 2002. Er warnte jedoch davor, sich auf diesen Erfolgen auszuruhen: "Die Umsetzung des neuen Bundesnaturschutzgesetzes durch die Bundesländer kommt nur schleppend voran, und auch die Ausweisung von Flächen für das europäische Schutzgebietsnetz NATURA 2000 erfolgt bestenfalls widerwillig."
Radtour
Zivile Inspekteure zu Militärstützpunkten unterwegs
Unter dem Motto "Atomwaffen abschaffen - bei uns anfangen: Mit neuer Energie für den Frieden" werden sich am kommenden Samstag ab 10 Uhr über 30 Radfahrer auf den Weg über Ramstein, Saarbrücken, Trier, Spangdahlem zum Atomwaffenlager Büchel machen. "Nun geht der Friedenssommer 2003 mit zivilen Inspektionen an Militärstandorten in seine zweite heiße Phase?, kündigt Roland Blach, Landesgeschäftsführer der Deutschen Friedensgesellschaft Baden-Württemberg (DFG), an.
Klimaveränderung
Urwald-Abholzung begünstigt Treibhauseffekt
Wissenschaftler der Universität von Göttingen haben in einem Forschungsprojekt in Costa Rica eine entscheidende Entdeckung gemacht: Beträchtliche CO2-Mengen könnten aus den tieferen Bodenschichten eines Tropenwaldes freigesetzt werden und so den Treibhauseffekt fördern. Das Abholzen der Bäume steigere daher die CO2-Emissionen dramatisch, berichten die Forscher. Zusammen mit Ökologen aus Costa Rica und den USA haben die Wissenschaftler des Göttinger Instituts für Bodenkunde und Waldernährung sechs Jahre lang die Kohlenstoffkonzentration in den Böden sowie die Freisetzung und Speicherung von CO2 untersucht.
Tourismus in Island
Reiseveranstalter gegen Walfang
21 europäische Reiseunternehmen, darunter zahlreiche aus Deutschland, der Schweiz und Österreich, beziehen Position gegen die Wiederaufnahme des Walfangs in Island. Sie folgen damit einem Aufruf der Artenschutzorganisationen WDCS, Whale & Dolphin Conservation Society, Pro Wildlife und der ASMS, Schutz der Meeressäuger Schweiz. Besorgt über die Wiederaufnahme der Walfangaktivitäten in Island befürchten die Reiseveranstalter negative Reaktionen der Urlauber. Jeder dritte Island-Reisende nehme an Walbeobachtungstouren teil. Die Tendenz dabei sei steigend. Viele Menschen seien der Überzeugung, dass Walbeobachtung und Walfang miteinander unvereinbar seien.
Forsa-Umfrage
Union sinkt weiter ab
Der wöchentlichen Forsa-Umfrage von "Stern" und RTL zufolge liegt die Union derzeit bei 43 Prozent der Wählerstimmen und verliert damit im Vergleich zur Vorwoche zwei Prozentpunkte, wie das Hamburger Magazin am Mittwoch vorab berichtete. Damit sei sie in der Wählergunst etwas abgesackt, liege aber nach wie vor vor den Sozialdemokraten. Die SPD erhielt unverändert 30 Prozent der Stimmen; die Grünen kamen - ebenfalls unverändert - auf 11 Prozent.
Abhörung
US-Gewerkschaft verklagt Telefonunternehmen
Die US-Gewerkschaft Communications Workers of America (CWA) hat das Telekommunikationsunternehmen Verizon wegen unauthorisierter Abhörung einer geheimen Telefonkonferenz verklagt. Die CWA beschuldigt Verizon Communications und Verizon Wireless eine Telefonkonferenz der Union am 13. August unauthorisiert abgehört zu haben. Darüber hinaus sollen von der Verizon-Abteilung "Investor Relations" Senior Vizepräsident Thomas Bartlett und CEO Dominic Di Bucci an der Lauschaktion beteiligt gewesen sein, gab die CWA in einer Pressemitteilung bekannt.
Filter fehlen
Autos nach Umweltfreundlichkeit getestet
Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat am heutigen Mittwoch in Berlin seine aktuelle Auto-Umweltliste vorgestellt. In dem deutschlandweiten Umwelt-Check wurden 364 aktuelle Auto-Modelle auf ihre Umweltverträglichkeit hin überprüft. Entscheidende Kriterien waren die Menge des ausgestoßenen Treibhausgases CO2 sowie Lärm- und Schadstoffwerte. Wie im Vorjahr lande der VW Lupo 1,4 FSI, ein direkteinspritzender Benziner, auf dem ersten Platz der Top Ten. Auf dem zweiten Platz, knapp dahinter, folge der Daihatsu Cuore 1.0 Plus, der fast die gleiche Punktzahl erreiche, und dabei schon für den halben Preis zu haben sei. Auf Platz drei schließt sich der Toyota Yaris 1.0 linea eco an.
Bilanz von Greenpeace
Mehr Menschen fördern Umweltschutz
Trotz wirtschaftlicher Verunsicherung unterstützen immer mehr Menschen den Umweltschutz und Greenpeace: Die Zahl der Greenpeace-Förderer sei im Jahr 2002 in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 11.600 auf 522.000 gesteigen. Nach eigenen Angaben hätten die Einnahmen im gleichen Zeitraum mit 38.8 Millionen Euro den höchsten Stand seit der Gründung von Greenpeace Deutschland 1981 erreicht. Weltweit sei 2002 die Zahl der Förderer im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent auf 2,8 Millionen Menschen gewachsen, die Einnahmen seien von 157 auf 165 Millionen Euro gestiegen. Besonders in Indien und Südostasien sei eine erhebliche Zahl neuer Förderer hinzugekommen.
Kosten verschleiert
Verbraucherzentrale warnt vor teuren R-Gesprächen
Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg mahnt zum vorsichtigen Umgang mit so genannten R-Gesprächen. Die Gespräche, bei denen auf Kosten des Angerufenen telefoniert wird, könnten zu hohen Kosten führen, so der Verein am Mittwoch in Stuttgart. Die Angabe von Sekundenpreisen verschleiere die wahren Kosten, da ein Vergleich mit dem sonst üblichen Minutenpreis umständlich sei. Werde an einem Festnetzanschluss ein Anruf aus dem Mobilfunknetz angenommen, schlage die Minute bei einer Ansage von 2,9 Cent pro Sekunde mit 1,74 Euro zu Buche. Telefonate innerhalb des Festnetzes würden immerhin 1,14 Euro pro Minute kosten.
Rauchen
Mehr TBC-Tote durch Zigaretten
Wissenschaftler warnen in einer im Wissenschaftsmagazin Nature veröffentlichten Studie vor der zunehmenden Zahl von TBC-Todesopfern durch Zigarettenkonsum. Die Forscher haben herausgefunden, dass die Hälfte der jährlich 400.000 TBC-Todesopfer in Indien durch das Rauchen stirbt. Das Resultat sei, so die Forscher, der erste Hinweis auf einen Kausalzusammenhang zwischen TBC und Rauchen. Rauchen vervierfache das Risiko, dass aus "schlafenden" TBC-Bakterien eine volle Lungeninfektion entsteht, berichten die Forscher der University of Toronto.
Liberia
Kämpfe bei Monrovia bedrohen Flüchtlinge
Kämpfe in der Region Bong County, nordöstlich von Monrovia, bedrohen laut der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen die Sicherheit von rund 60.000 Vertriebenen. Sie leben in Lagern, die nur 45 Kilometer von der Frontlinie entfernt seien. Viele seien aus Mangel an Nahrungsmitteln geschwächt und müssten jetzt erneut um ihre Sicherheit bangen. Die Organisation fürchtet, dass er erneut zu einer massiven Flucht von Zivilisten kommen werde, kämen die Kämpfe näher. Seit Mitte Mai habe es aus Sicherheitsgründen keine Nahrungsmittelverteilungen mehr in den Lagern gegeben. Die Menschen lebten von Kassawa-Wurzeln, die sie im umliegenden Buschland suchen.
Familienfeindlich
GEW kritisiert Kürzung des Erziehungsgeldes
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat der Bundesregierung und den Ländern vorgeworfen, den Familien immer mehr Lasten aufzubürden, statt ein familienfreundliches Klima zu schaffen und für materielle Sicherheit zu sorgen. Die Bildungsgewerkschaft forderte ein Umsteuern in der Familienpolitik. Dabei seien Kinder schon jetzt das "Armutsrisiko Nummer eins".
Lebensmittelsicherheit
Deutsche Supermärkte verkaufen Gemüse mit Giftcocktails
Rund ein Drittel der Paprika in den acht größten Supermarktketten erreicht oder überschreitet die Grenzwerte für Pestizide. Zum Teil befinden sich bis zu 63 mal mehr Gifte im Gemüse als gesetzlich erlaubt. Zudem wurden in zehn Proben gesundheitlich besonders bedenkliche Mischungen aus bis zu acht verschiedenen Pestiziden gefunden. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung von Paprika-Proben, die Greenpeace bei Lidl, Metro, Rewe, Aldi, Edeka, Tengelmann, Wal Mart und Spar gekauft hat.
Meeresschutz
Boykottaufruf: Tote Wale sollen Island teuer zu stehen kommen
Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) ruft dazu auf, so lange keine isländische Waren zu kaufen und auf Reisen nach Island zu verzichten, bis Island den gerade begonnenen kommerziellen Walfang aufgibt. 38 Zwergwale sollen, nach dem Willen der Regierung, bis zum 30. September im Nordatlantik sterben. Innerhalb der nächsten zwei Jahre sollen dann bis zu 500 Finnwale, Seiwale und Zwergwale erlegt werden.
Genfood
Protest an mexikanischer Grenze gegen Zug mit Gen-Mais aus den USA
Gegen einen Zug mit zum Teil genmanipuliertem Mais aus den USA haben Greenpeace-Aktivisten am Sonntag Abend fünf Stunden lang protestiert, kurz bevor er über die mexikanische Grenze fuhr. An der Brücke über den Rio Grande - den Grenzfluss zwischen den beiden Ländern - hängten sich die Aktivisten an die Radachsen des Zuges und befestigten Banner. Greenpeace wirft den USA vor, unter Berufung auf die Welthandelsorganisation (WTO) das "Cartagena Protokoll über die Biologische Sicherheit" (Biosafety-Protokoll) zu unterlaufen und mit den Lieferungen die Artenvielfalt des Maises sowie die Gesundheit der mexikanischen Bevölkerung zu gefährden.
Umweltbildung
Türkischstämmige Migranten in Deutschland brauchen mehr Informationen
In Deutschland leben rund 2,5 Millionen türkischstämmige Migrantinnen und Migranten. Eine Untersuchung des Zentrums für Türkeistudien der Universität Essen im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) kommt zu zwei zentralen Ergebnissen: Rund 90 Prozent der türkischstämmigen Migranten interessieren sich für Umweltthemen und sehen den Umweltschutz als wichtige politische Aufgabe an. Diese ausgesprochen positive Aussage wird allerdings relativiert, denn: Die Zuwanderer weisen ein erhebliches Informationsdefizit beim Thema Umweltschutz auf. Somit fehlen ihnen oft die Voraussetzungen, um ihr Umweltbewusstsein im Alltag praktisch umsetzen zu können.
Havarie
Schiff mit Hilfslieferungen für Liberia gesunken
Ein Schiff mit Hilfslieferungen für Vertriebene in Liberia ist in der Nacht zu Montag vor der westafrikanischen Küste gesunken. Die 19köpfige Besatzung des Frachters und zwei Passagiere konnten sich nach dem Unglück aber an Land retten und wurden anschließend in die Hauptstadt von Sierra Leone geflogen, teilte die internationale Hilfsorganisation WORLD VISION mit. Die genauen Umstände des Unglücks werden noch ermittelt.
Haftung bei Schiffsunfällen
Die Verantwortlichen der Tankerhavarie vor Pakistan sollten für Schäden haften
Der vor der pakistanischen Küste gestrandete Tanker Tasman Spirit wird ausgepumpt. Spezialschiffe haben mit der Bergung der noch im Wrack verbliebenen rund 35.000 Tonnen Öl begonnen. Das Auspumpen der Tanks wird noch rund zehn Tage in Anspruch nehmen. Vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. Mehr als 12.000 Tonnen Öl gelangten bereits ins Meer und verschmutzten die Strände vor der pakistanischen Hafenstadt Karachi. Die Küste ist von toten Fischen übersät.
Geiselnahme in der Sahara
Bundeskanzler Schröder erfreut über Freilassung der Entführten in Mali
Zur Freilassung der Entführten sagte der Bundeskanzler: "Mit großer Erleichterung und Freude habe ich vernommen, dass der malische Staatspräsident Touré der Bundesregierung mitgeteilt hat, die Entführten seien nunmehr frei und befänden sich in der sicheren Obhut der malischen Regierung." Der Bundeskanzler wünschte den Entführten, dass sie nun schnell in ihre Heimatländer zurückkehren und sich dort im Kreise ihrer Familien, Angehörigen und Freunde möglichst bald von den schrecklichen Strapazen und Belastungen erholen können.
Stromrebellen Meister der Solarförderung
Elektrizitätswerke Schönau haben seit 2000 2 Megawatt Photovoltaik gefördert
Solarstromanlagen mit 2 Megawatt Leistung haben die Schönauer Elektrizitätswerke bundesweit seit dem Jahr 2000 gefördert. Damit sind die "Schönauer Stromrebellen" bei der Solarstromförderung im bundesweitem Vergleich mit allen Stromhändlern und Energieversorgern unangefochten an der Spitze. Würden alle Energieversorger Deutschlands mit ihren ca. 44 Millionen Stromkunden die Photovoltaik mit der gleichen Intensität fördern wie die EWS Schönau mit 20.000 Kunden (Stand Juni 2003), so wären in der gleichen Zeit bundesweit 4.400 Megawatt neue Solarstromanlagen ans Netz gegangen.
Biologischer Pflanzenschutz
Statt chemischer Keule: Viren gegen Insekten und Pilze gegen Pilze
Der biologische Pflanzenschutz ist eine der großen Erfolgsgeschichten in der Landwirtschaft der letzten beiden Jahrzehnte. Im Gewächshaus wie im Freiland werden heute auf großen Flächen Millionen von Insekten und Raubmilben ausgebracht, um schädliche Insekten zu fressen oder zu parasitieren. Virus- und Pilzkrankheiten, die ganz spezifisch wirken und für den Menschen völlig ungefährlich sind, werden gegen die Obstmade oder gegen eine Krankheit beim Raps eingesetzt. Wie die Biologische Bundesanstalt jetzt mitteilte, werden in Deutschland auf mehr als 40.000 Hektar Krankheiten und Schädlinge biologisch bekämpft.
Gesundheitsreform
Patienten sollen für häusliche Krankenpflege zuzahlen
Die Leistungen der häuslichen Krankenpflege werden um 36 Prozent gekappt. Insbesondere chronisch Kranke, die zu Hause von ambulanten Pflegediensten Leistungen wie Verbandwechsel, Injektionen und Medikamentengabe erhalten, werden die Leidtragenden sein. Vorausgesetzt der Allparteien-Kompromiss zur Gesundheitsreform wird entsprechend dem vorliegenden Arbeitsentwurf umgesetzt, sagt der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa).
Energiepolitik
Hitzewelle mahnt zu Ausstieg aus Atomstrom und Einstieg in Sonnennutzung
Das FORUM "Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V." hat gegen den Bau des beabsichtigten größten deutschen Atommüll-Lagers 76.000 Einwendungen in Deutschland und 22.000 in Österreich gesammelt. Neben dem NEIN zur gefährlichen und unsere Nachkommen unverantwortlich belastenden Atomenergie steht ein JA zur verantwortbaren Energiepolitik.
Anti-Atomkraft-Bewegung
Strafbefehle wegen internationaler Blockadeaktion gegen Atomtransportgegner
Am 29.08.2001 fand in Homburg/Saar die erste internationale Blockadeaktion gegen die Verschiebung von Atommüll durch Europa und gegen den Weiterbetrieb der Atomanlagen statt. Es beteiligten sich rund 20 Personen aus Deutschland, Frankreich und Luxemburg. Ein Deutscher und ein Franzose ketteten sich an den Schienen fest und mußten mit schwerem Einsatzgerät geräumt werden. Fast zwei Jahre später bekamen jetzt die beiden Angeketteten jeweils einen Strafbefehl über 500 bzw. 1000 Euro zugestellt.
Skandal in rheinland-pfälzischer Abschiebungsbehörde
Staatsanwaltschaft Trier stellt Ermittlungen gegen Behördenmitarbeiter ein
Sehr schnell und mit lediglich 14-zeiliger Begründung hat die Staatsanwaltschaft Trier ein Ermittlungsverfahren eingestellt, nach dem vier chinesische Staatsangehörige im Juli Strafanzeige wegen Körperverletzung, Freiheitsberaubung, Nötigung und Bedrohung gegen Verantwortliche des Ausländeramtes und der Clearingstelle für Passbeschaffung und Flugabschiebung in Trier gestellt hatten. Die betroffenen Chinesen hatten angegeben, während einer Zwangsvorführung in der Clearingstelle Opfer von Bedrohungen und in einem Fall Gewaltanwendung durch Landsleute geworden zu sein, berichtet Pro Asyl.
Freie Heide
Etappensieg für bombenfreie Heide - Bombenabwürfe bis zum Urteil ausgesetzt
Das Bundesverteidigungsministerium hat bekannt gegeben, die Inbetriebnahme des Bombenabwurfplatzes in der Kyritz-Ruppiner Heide bis zur Gerichtsentscheidung auszusetzen. Dazu erklärt Angelika Beer, Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: "Die Entscheidung des Bundesverteidigungsministeriums, auf die sofortige Inbetriebnahme am 18. August zu verzichten, kommt zwar spät, ist aber die einzig richtige. Dieser Rückzieher ist ein wichtiger Etappensieg für eine bombenfreie Heide."
Energieversorgung
Modernisierung der Kraftwerke ist Chance für nachhaltige Energienutzung
Der Kraftwerksbestand in Deutschland muss in den nächsten Jahren grundlegend erneuert werden, denn viele Kraftwerke sind zu alt, berichtet das Umweltbundesamt (UBA). Damit biete sich die Chance, die Stromversorgung so umzugestalten, dass sie nachhaltig, also dauerhaft umweltgerecht wird. Möglichkeiten dafür zeigt eine neue Veröffentlichung des UBA. Vorrangige Aufgabe dabei ist, den bisher noch steigenden Strombedarf zu senken.
Informationsgesellschaft
Attac protestiert gegen geplante Softwarepatente in der EU
Mit einem offenen Brief an die Abgeordneten des Europäischen Parlaments wendet sich das globalisierungskritische Netzwerk Attac gegen eine geplante EU-Richtlinie zur Patentierung von Software. Die neue Richtlinie, mit der sich das EU-Parlament am 1. September 2003 in erster Lesung beschäftigen wird, würde Patente auf Software ermöglichen; bisher ist Software gemäß dem Europäischen Patentübereinkommen von Patentierung ausgenommen und nur durch das Urheberrecht geschützt.
"Juckreiz" verschenkt Ökostrom
Statt Hitzewellen und Jahrhundert-Fluten lieber auf Ökostrom umsteigen
Während Atomkraftwerk-Betreiber zum Stromsparen aufrufen, verschenkt die Jugendumweltzeitung "Juckreiz" aus Berlin noch bis Ende des Monats 150 Kilowattstunden Ökostrom an Strom-Wechsler. "Natürlich ist der nicht verbrauchte Strom der umweltfreundlichste Strom", meint die Jugendzeitschrift. "Aber mindestens genauso wichtig ist es, den verbrauchten Strom umweltfreundlich zu erzeugen. Denn sonst waren die diesjährige Hitzewelle und das letztjährige Hochwasser nur freundliche Vorboten der Klimakatastrophe."
Lebensmittelversorgung
Die WTO darf nicht über unser Essen entscheiden - Nein zu Genfood
Das globalisierungskritische Netzwerk Attac und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) werfen der US-Regierung vor, "Gentechnik-Imperialismus" zu betreiben und die Europäer durch die WTO zwingen zu wollen, gentechnisch veränderte Produkte zu essen. Hintergrund ist eine Klage gegen die EU, die die USA, Kanada und Argentinien heute bei der Welthandelsorganisation (WTO) angestrengt haben. Mit einer eigens in Genf einberufenen Sitzung haben die USA den Gentechnik-Handelskrieg weiter angefacht.
Steuerpolitik
Eichel soll Chaos-Debatte um Entfernungspauschale beenden
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat Bundesfinanzminister Hans Eichel aufgefordert, die gegenwärtige Chaos-Debatte in Sachen Entfernungspauschale zu beenden. Die Bevölkerung könne für den Abbau umweltschädlicher Subventionen gewonnen werden, wenn dies Sinn mache und soziale Schieflagen beseitige. Es lägen inzwischen sehr gute Vorschläge für neue Pendler-Regeln vor. Es bedürfe nur noch geringer ökologischer und sozialer Nachbesserungen.
Kongo
Neue Gewalt nach EU-Truppenabzug aus der Provinz Ituri befürchtet
Die Deutsche Welthungerhilfe und andere internationale Hilfsorganisationen sagen neue Gewaltausbrüche in der ostkongolesischen Provinz Ituri voraus. "Nach Abzug der europäischen Eingreiftruppe unter französischer Führung wird die Gewalt erneut eskalieren", prophezeit Marcus Sack, Projektleiter der Welthungerhilfe in der Region.
Liberia
Hafen von Monrovia endlich frei für Hilfstransporte
Mitarbeiter von World Vision berichten von den Vorgängen in der Liberianischen Hauptstadt seit Donnerstag Nacht. In dieser Nacht durften die Rebellen zum letzten Mal bewaffnet unterwegs sein. Mit dem beginnenden Rückzug der Rebellen aus Monrovia und der Übergabe des Hafens an die westafrikanischen und amerikanischen Truppen habe sich die Lage in der Stadt heute jedoch sichtlich entspannt. Auch die Präsenz der Amerikaner sei inzwischen deutlich zu spüren.
Amazonas-Regenwald
Neue brasilianische Regierung plant Bauten mit katastrophalen Auswirkungen
Heftige Kritik an Erschließungsmaßnahmen, welche die neue brasilianische Regierung unter Staatspräsident Lula in den Regenwäldern Amazoniens plant, übt die Internationale Expertenkommission (International Advisory Group) IAG, welche das Pilotprogramm zur Rettung der Wälder Brasiliens begleitet. Sie übergab ihr Gutachten im Juli in der Hauptstadt Brasilia dem brasilianischen Umweltministerium.
Bilanz nach der Flut
Über 97 Prozent der Spenden zum Wohl der Opfer eingesetzt
50 Projekte zur Bekämpfung der Hochwasserfolgen in Sachsen und Sachsen-Anhalt hat der Arbeiter-Samariter-Bund bis heute durchgeführt. Damit hat der ASB über 97 Prozent der mehr als 4,8 Millionen Euro, die er an Spendengeldern für die Flutopfer erhalten hat, eingesetzt. Da einige Projekte noch laufen, sind weitere Gelder fest verplant. Die ASB-Hilfe umfasste den Wiederaufbau sozialer Einrichtungen wie Kindergärten, Ausbildungsstätten und Senioreneinrichtungen, die Durchführung von Beratungsdiensten, die Verteilung von Hilfsgütern, Ferienfreizeiten für Kinder, Ausstattungshilfen und handwerkliche Unterstützung.
Lebensmittelsicherheit
Auch Berliner Nobel-Kaufhaus verkauft pestizidverseuchte Lebensmittel
Jede fünfte Obst- und Gemüseprobe aus dem Berliner KaDeWe (Kaufhaus des Westens) überschreitet die gesetzlichen Pestizid-Grenzwerte. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des EinkaufsNetzes, der Greenpeace-Verbraucherorganisation. In Trauben, Kopfsalat, Erdbeeren und Zucchini wurden sogar Giftcocktails mit bis zu acht Pestiziden gefunden. Zudem warnt Greenpeace vor Wurstwaren und Produkten von Firmen wie Herta und Kattus, die möglicherweise gentechnisch manipulierte Zutaten einsetzen.
Erneuerbare-Energie-Gesetz
Novellierung des EEG bringt Licht an den trüben Klimahorizont
Der vorgelegte Entwurf zur Novellierung des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) stößt bei den Umweltorganisationen BUND, Forum Umwelt und Entwicklung, Germanwatch, Greenpeace, NABU und WWF auf Zustimmung. Das EEG habe sich als erfolgreiches Instrument zur Förderung der erneuerbaren Energien erwiesen und sei zu einem essenziellen Standbein der deutschen Klimaschutzpolitik geworden. Nach Einschätzung der Verbände gehe von dem Gesetzentwurf ein wichtiges Signal für eine nachhaltige Energieversorgung aus. Deutschland könne seine Klimaschutzziele nur erfüllen, wenn der Ausbau der erneuerbaren Energien konsequent vorangetrieben werde.
Nach dem Bürgerkrieg
SOS-Kinderdörfer verstärken Hilfe in Liberia
Die SOS-Kinderdörfer verstärken ihre Hilfe für die Menschen in Liberia: In Monrovia wird eine weitere Krankenstation für Kinder eingerichtet. Gleichzeitig werden Hilfslieferungen für 5000 Flüchtlinge in das SOS-Kinderdorf Monrovia gebracht, sobald die Rebellen den Hafen von Monrovia räumen. Die SOS-Kinderdörfer sind eine der wenigen Organisationen, die während des Bürgerkriegs in Liberia notleidenden Menschen helfen konnten: Das SOS-Kinderdorf Monrovia hat Tausende Flüchtlinge aufgenommen. Noch immer finden über 5000 Menschen dort Schutz.
Hitzewelle und Trockenheit
Waldbrandrisiko durch Abkühlung nicht gebannt - Sommergewitter gefürchtet
Durch Blitzschlag sind nicht nur Gebäude gefährdet. "Trockene" Gewitter ohne Regen können auch neue Waldbrände auslösen. "Unsere Wälder sind so trocken wie nie. Auch ein kurzer Regen ändert daran nichts", sagt Brandenburgs Landesbrandmeister Jürgen Helmdach, der in den vergangenen Tagen selbst durch mehrere große Einsätze gefordert war.
Dieselruß
Deutsche Autohersteller auf der IAA versprechen Filter, andere liefern sie schon
Greenpeace weist die Vorwürfe zurück, die der Verband Deutscher Automobilhersteller (VDA) am Donnerstag im Konflikt um Dieselrußfilter für deutsche PKW verbreitet hat. Der VDA vermittele den Eindruck, dass die deutschen Autohersteller "konsequent und zügig" gegen die gefährlichen Partikel in den Dieselabgasen vorgehen. DaimlerChrysler, BMW und Opel hätten zwar für einige Modelle Rußfilter angekündigt - allerdings nicht aus Gründen des Gesundheitsschutzes, sondern gezwungenermaßen: Wegen einer Vorgabe der EU (Euro 4) sind Filter bei großen Modellen unausweichlich, da diese die Abgas-Norm ab dem Jahr 2005 sonst nicht erreichen würden. Die kleineren und zahlreicheren Dieselfahrzeuge wollten die Hersteller aber nicht serienmäßig mit Filtern ausstatten.
Energieversorgung
Klimaschutz braucht mehr erneuerbare Energien, keine neuen Kohlekraftwerke
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht in dem am Donnerstag stattfindenden Gespräch von Bundeskanzler Schröder mit den Vorstandsvorsitzenden der vier größten deutschen Stromkonzerne ein "Kungeln auf Kosten des Klimaschutzes". Es dürfe nicht dabei bleiben, dass jene Unternehmen, die seit langem eine Energiewende behinderten, weiter die Rahmenbedingungen der Energiepolitik bestimmten, sagte Professor Klaus Traube, energiepolitischer Sprecher des BUND.
Erneuerbare Energien
Eckpunkte des neuen Energiegesetzes laut Nabu zukunftsweisend
Der Naturschutzbund NABU hat die Eckpunkte des Referentenentwurfs zur Novelle des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) als zukunftsweisend begrüßt. "Der Entwurf bringt neuen Schwung für den Ausbau der erneuerbaren Energien", sagte NABU-Vizepräsident Christian Unselt. Dies gelte insbesondere für die Sparten Biomasse und Geothermie, wo die Vergütungen teilweise angehoben werden sollen.
Referenden
Deutschland steht vor einem heißen Herbst der Bürgerbegehren
Deutschlands Bürger begehren auf. "Schluss mit dem Bankenskandal" fordert eine Berliner Initiative. Hamburg kämpft für die städtische Wasserversorgung. Die Brandenburger wehren sich gegen die Zwangsfusion ihrer Gemeinden. Und die Wähler Schleswig-Holsteins sammeln Unterschriften gegen die "Bildungswüste Grundschule". "Überall drückt die Menschen der Schuh. Sie wollen die Politik nicht länger nur den Parlamenten überlassen. 2003 könnte zum Rekord-Jahr der direkten Demokratie werden", erklärte Claudine Nierth, Vorstandssprecherin von Mehr Demokratie, am Donnerstag in Berlin.
WTO-Agrarpolitik
Germanwatch beurteilt den EU-US-Deal als halbherzig und unzureichend
Die EU und die USA haben am Mittwoch ein gemeinsames Papier für die WTO-Agrarverhandlungen vorgelegt. Kurz vor dem Treffen der Ministerkonferenz in Cancún im September werden bereits jetzt wesentliche Pflöcke für das zukünftige Agrarabkommen gesetzt. Germanwatch berurteilt den EU-US Deal als halbherzig und unzureichend. Wirksame Ausnahmeregelungen zum Schutz von Kleinbauern kommen in dem gemeinsamen Papier nicht vor.
Umwelt und Ernährung
Auszeichnung für umweltverträglich arbeitende Regionalinitiativen
Der Naturschutzbund NABU und der Deutsche Verband für Landespflege (DVL) haben die Sieger des diesjährigen Wettbewerbs "natürlich regional!" bekannt gegeben. Der erste Preis in Höhe von 1.000 Euro geht an den Bioring der Schwarzwaldbauern, Platz zwei belegt das "Schlaraffenburger Streuobstprojekt" (Aschaffenburg, Bayern). Mit dem dritten Platz wurde das Beweidungsprojekt Frankenau aus dem Naturpark Kellerwald-Edersee (Hessen) prämiert, der vierte Platz ging an das Projekt Regionalstrom Bodensee-Oberschwaben. Einen neu geschaffenen Sonderpreis für Newcomer-Initiativen erhält die Marktgemeinschaft Ökoflur aus Thüringen.
Afrika
Lebensmittelpakete für Kinder in Liberia
Mit einem Soforthilfe-Programm im Wert von 100.000 Euro setzt sich die Christoffel-Blindenmission (CBM) für die Linderung der schlimmsten Not in Liberia ein. Das Geld zu sparen - so CBM-Direktor Martin Georgi - ist in erster Linie für die Beschaffung und Verteilung von Lebensmitteln gedacht. In den Paketen, die in den Niederlanden zusammengestellt und noch in dieser Woche per Flugzeug nach Liberia gebracht werden sollen, sind lebenswichtige Nahrungsmittel für Kinder wie Protein-Kekse oder Milchpulver enthalten.
Afghanistan
Einsatz der Bundeswehr außerhalb Kabuls "Spiel mit dem Feuer"
Die Pläne, Bundeswehrsoldaten außerhalb Kabuls und eventuell sogar im Irak einzusetzen, bezeichnet Jürgen Grässlin, Bundessprecher der DFG-VK, als "gefährliches Spiel mit dem Feuer". "Weder in Afghanistan noch im Irak herrscht Frieden. Wenn Bundesverteidigungsminister Struck jetzt das Einsatzgebiet erweitern will, dann steckt dahinter eine aggressive Militärstrategie", kritisiert Grässlin. Aus Sicht des DFG-VK-Sprechers sei "Militär ganz offensichtlich nicht in der Lage, dem Land Frieden zu bringen."
Afrika
Lage in Simbabwe laut Augenzeugenbericht schlimm wie nie
Der österreichische Lehrer Christian Schreckeis war zu einer Hilfsmission in Simbabwe und brachte folgenden Bericht mit: "Ich bin seit 1964 in Zimbabwe und habe alle Höhen und Tiefen dieses Landes hautnahe miterlebt. Aber so schlimm wie jetzt war, war es noch nie", empfängt mich ein Pfarrer, der aus Angst vor Repression nicht genannt werden will, in der zweitgrößten Stadt Simbabwes, Bulawayo. "Nicht einmal die Hungerblockade des Matabelelandes 1982/83, mit der die Regierung versucht hat Aufstände dort niederzuschlagen, hat diese Ausmaße an Leid hervorgerufen", fährt er fort. Und nach einem ersten Lokalaugenschein im in Bulawayo scheint sich dies auch zu bewahrheiten.
Welthandelspolitik
Globalisierungskritiker feierten Polit-Happening auf dem Larzac
Drei Tage lang protestieren, feiern und diskutieren 300.000 Globalisierungskritiker auf dem zentralfranzösischen Hochplateau Larzac. Die Tageszeitung (TAZ) berichtete darüber am 11.8.2003: Die Hügel des Larzac sind mit bunten Zelten bedeckt, so weit das Auge reicht. Wohl 300.000 Menschen bewegen sich am Samstagnachmittag zwischen Campingplätzen, Zisternen, Restaurants unter freiem Himmel, Konzertgelände und Diskussionsforen. Die Sonne brennt, die Leute schwitzen. Aber das bremst die hunderte von französischen Globalisierungsgegnern in keiner Weise, die sich vor dem Empfangszelt aufgebaut haben.
Tierschutz
Schimpansen- und Gorillapaten helfen Affenwaisen in Afrika
Für Menschenaffen in Zentralafrika wird es eng - Wilderei und Lebensraumzerstörung bedrohen ihr Überleben. Die Artenschutzorganisation Pro Wildlife unterstützt seit Jahren ein Affenwaisenhaus in Kamerun und tritt hiermit der drohenden Ausrottung entgegen. In der Auffangstation werden Gorillas, Schimpansen und andere gefährdete Affen liebevoll versorgt, die ihre Familie durch Wilderer verloren haben. Intensive Aufklärungsarbeit im ganzen Land ergänzt das Projekt und hilft, die Wilderei einzudämmen. Ein ZDF-Fernseh-Team hat dieses Affenschutzprojekt nun besucht und berichtet am 14. August, 17.15 Uhr in "Hallo Deutschland" und um 21.15 Uhr im "Auslandsjournal".
Krankenversicherung
Sozialverband warnt vor Ausbluten der GKV ohne Bürgerversicherung
Die Belastungen durch die geplante Gesundheitsreform - höhere Zuzahlungen, Leistungsausgrenzungen und private Absicherung von Zahnersatz und Krankengeld - treibt nach Ansicht des Sozialverbands Deutschland (SoVD) Besserverdienende massenweise in die private Krankenversicherung. Die Abwanderung ausgerechnet dieser guten Risiken mache dann die erhofften beitrags-senkenden Wirkungen weitgehend zunichte. Damit drohe ein "Reformdesaster", warnte SoVD-Vizepräsidentin Marianne Otte. Nur die schnelle Einführung einer Bürgerversicherung bei gleichzeitiger Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze könne diese absehbare Entwicklung verhindern. Sie würde es zudem ermöglichen, auf die unsozialen Leistungskürzungen weitgehend oder gänzlich zu verzichten.
Erneuerbare Energie
Trittin: Ökostrom-Quote soll auf 12,5 Prozent steigen
Der Anteil von Ökostrom am gesamten Stromverbrauch in Deutschland soll nach dem Willen von Bundesumweltminister Jürgen Trittin bis 2010 von derzeit acht auf 12,5 Prozent steigen. Dieses Vorhaben solle per Gesetz festgeschrieben werden, bestätigt Trittin gegenüber der "ZEIT". Um die Quote zu erreichen, will der Umweltminister Windparks auf dem Meer, Solaranlagen auf Freiflächen und große Wasserkraftwerke besonders fördern. Bis 2020 solle Ökostrom voll konkurrenzfähig werden, sagt Trittin.
Lebensmittel
Chips-Hersteller senken auf Verbraucherdruck Acrylamidbelastung
Die Belastungen von Kartoffelchips mit dem krebsverdächtigen Stoff Acrylamid lassen sich stärker senken, als die Industrie für machbar erklärt. Dies zeigt die Auswertung des dritten Foodwatch-Chipstests. So gibt es inzwischen Hersteller, deren Paprikachips mit unter 200 Mikrogramm pro Kilogramm ähnlich viel Acrylamid enthalten wie manche Brotsorten. Andere Chipsproduzenten setzen die Verbraucher hingegen den fünfzehnfachen Belastungen aus.
Naturschutz
BUND bekam 2002 mehr Spenden und fand neue Förderer
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) konnte im Jahr 2002 seine Einnahmen steigern: Die Spenden stiegen um über elf Prozent auf über 6,7 Millionen Euro, die Mitgliedsbeiträge von 4,7 auf 5,4 Millionen Euro. Damit stammen neun von zehn Euro, die der BUND für die Umweltarbeit ausgab, aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen. Die Zahl der Mitglieder, Förderinnen und Förderer stieg leicht auf 393.017, so der BUND bei der Veröffentlichung seines Jahresberichts am Montag.
Afghanistan
CARE hofft auf Ausweitung des ISAF-Mandats jenseits Kabuls
CARE Deutschland begrüßt das Engagement von Bundesverteidigungsminister Peter Struck für eine Ausweitung des Mandats der internationalen Schutztruppe (ISAF) über Kabul hinaus. Landesweite Sicherheit sei für die Versorgung der Bevölkerung, den Wiederaufbau- und Reformprozess in Afghanistan dringend erforderlich, so die Hilfsorganisation. Das Konzept der Bundesregierung für den Einsatz regionaler Wiederaufbau-Teams (PRT) sieht die Hilfsorganisation jedoch kritisch.
Klimawandel
Hitzewelle beweist: Klimaschutz auch im Verkehrsbereich unumgänglich
Angesichts der jüngsten Rekordhitze in Europa warnt der Verkehrsclub Deutschland (VCD) vor den Folgen des menschengemachten Klimawandels und fordert stärkere Anstrengungen für den Klimaschutz im Verkehrsbereich. Gemessen am Klimaschutzziel der Bundesregierung, nach dem die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2005 im Vergleich zu 1990 um 25 Prozent gesenkt werden sollen, liege der Verkehr mit rund 170 Millionen Tonnen CO2-Ausstoß pro Jahr immer noch ein Viertel über dem Soll.
Nachwuchs im Blick
Umweltbundesamt untersucht bundesweit die Umweltbelastungen bei Kindern
Wie hoch sind unsere Kinder mit Schadstoffen aus der Umwelt belastet? Dieser Frage geht das Umweltbundesamt (UBA) mit der Studie zur Umweltbelastung von Kindern in Deutschland nach. Die derzeit verfügbaren Daten über gesundheitsbezogene Umweltbelastungen bei Kindern sind unzureichend und lassen keine bundesweit vergleichbaren Aussagen zu. Um diese Informationslücke zu schließen, werden in einem Zeitraum von drei Jahren an 150 Orten in ganz Deutschland 1.800 Kinder im Alter von 3 bis 14 Jahren untersucht.
Meeresschutz
Naturverträgliche Nutzung von Nord- und Ostsee erfordert Schutzgebiete
Der Naturschutzbund NABU hat die gestrigen Ausführungen der CDU-Bundestagsabgeordneten Carstensen und Connemann zum Meeresnaturschutz als unsachlichen Sommerloch-Populismus kritisiert. "Die Ausweisung von Meeresschutzgebieten bedeutet nicht - wie behauptet - Wettbewerbsnachteile, sondern im Gegenteil Planungs- und Investitionssicherheit für die potenziellen Nutzer", so NABU-Bundesgeschäftsführer Gerd Billen. Die geplanten Schutzgebiete wären ein echter Fortschritt und erlaubten eine naturverträgliche und gesellschaftlich akzeptierte Nutzung der Nord- und Ostsee.
Datenschutz abgehängt?
Für die "Globale Informationsgesellschaft" muss Datenschutz aufholen
Vom 10. bis 12. Dezember 2003 wird in Genf die erste Phase des World Summit on the Information Society (WSIS) stattfinden, welcher unter dem Dach der UNO einen Konsens über den Weg in die globale Informationsgesellschaft erzielen soll. Die Agenda ist anspruchvoll: Das zukünftige Management des Internet, freier Zugang zu Information und Informationstechnologie, aktiver Abbau von Diskriminierungen, Gendermainstreaming, Förderung benachteiligter Gruppen und Länder, Partizipation durch Informationszugang, Sicherheit im Internet u.a. Nach dem Vorbereitungstreffen in Paris vom 15. bis 18 Juli 2003 treten auch die Auslassungen auf dieser Agenda deutlich zu Tage.
Arjan Erkel
Engagement der russischen Regierung zur Aufklärung der Entführung gefordert
Ein Jahr nach der Entführung ihres Mitarbeiters Arjan Erkel hält Ärzte ohne Grenzen die laufenden Ermittlungen des Falles für gescheitert. Die Organisation ist entrüstet darüber, dass der Fall noch immer nicht geklärt ist und fordert die russischen Behörden auf, eine aktivere Rolle bei der Lösung des Falls zu übernehmen. Der Niederländer Erkel wurde am 12. August 2002 in Dagestan, einer Republik der Russischen Föderation, entführt.
Hitzewelle
Erfahrung des Klimawandels muss zu globaler Verantwortung führen
Die Hitzewelle über Mitteleuropa führt dem industrialisierten Norden vor Augen, wie eng das eigene Wohlergehen mit dem Wetter und dem Klima verbunden ist. Nach Ansicht von Germanwatch sollte dies zur aktiven Solidarität mit anderen, schwächeren, Betroffenen führen. Denn wo sich Europäer mit Technik gegen schlimmste Wetter-Auswirkungen schützen, sind Menschen im armen Süden sehr verwundbar - allein in Indien starben bereits 1.300 Menschen an den Folgen einer seit Wochen andauernden Hitzewelle.
Aus für Homöopathika?
Verband der Krankenversicherten warnt vor Ende für rezeptfreie Medikamente
Versteckt hinter den Zuzahlungen für den Arztbesuch, dem geplanten Wegfall der Erstattung für Zahnersatz, der Extraversicherung für Krankengeld und weiteren Einschränkungen kündigt sich eine Beschränkung der Behandlungsmöglichkeiten an. Der Verband der Krankenversicherten Deutschlands (VKVD) hat daher am Montag in Berlin Alarm geschlagen. Vorgesehen sei laut dem Eckpunktepapier der Konsensverhandlungen zur Gesundheitsreform auch der Ausschluss der rezeptfreien Arzneimittel aus der gesetzlichen Kassenerstattung. Betroffen von dieser Regelung sind auch die Arzneimittel der besonderen Therapierichtungen, wie beispielsweise Homöopathika.
Gesundheitsreform
Billigkassen und Kopfpauschalen gefährden Behandlung der Patienten
"Die Kassenärzte behandeln jeden Patienten gleich gut, egal bei welcher Krankenkasse er versichert ist. Für uns ist das eine ethische Selbstverständlichkeit." Mit diesen Worten hat heute in Köln der Sprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) auf Vorwürfe reagiert, einzelne Doktoren diskriminierten Mitglieder so genannter Billigkassen. Dr. Roland Stahl machte aber auch klar: "Am Kopfpauschalsystem muss sich etwas ändern. Durch den Wechsel von einer Krankenkasse zur anderen geht bisweilen ein Drittel des Geldes verloren, das die Ärzte zur ambulanten Versorgung eines Patienten zur Verfügung gestellt bekommen.
Energieversorgung
Hitzeperiode führt zur Drosselung der Stromerzeugung
Die seit Wochen andauernde Hitzeperiode in Deutschland wirkt sich zunehmend auch auf die Stromerzeugung aus. Insbesondere der niedrige Wasserstand in zahlreichen Flüssen Baden-Württembergs und die witterungsbedingt deutlich höheren Gewässertemperaturen führen zu Einschränkungen bei der Stromproduktion. Gleichzeitig ist der derzeitige Stromverbrauch ebenfalls witterungsbedingt überdurchschnittlich hoch. Um die angespannte Erzeugersituation zu entlasten, die sich in Folge des momentanen extremen Klimas auch für das Stromnetz in Baden-Württemberg ergibt, ruft die EnBW Energie Baden-Württemberg AG die Bevölkerung im Land auf, sorgsam und sparsam mit Strom umzugehen.
Wasserschutz
Algenpest durch Hitze und Überdüngung gefährdet die kränkelnde Ostsee
Baden in der Ostsee ist unangenehm, vielleicht auch gefährlich geworden. Die Behörden von Großenbrode und Heiligenhafen haben Anfang August ein Badeverbot verhängt. Der Grund: Algenblüte durch Cyanobakterien, auch Blaualgen genannt. Sie haben sich explosionsartig vermehrt und können giftig sein. Die Algen profitieren vom üppigen Sonnenlicht und den Nährstoffen, die ihnen vor allem die Landwirtschaft liefert. Während Nitrate und Phosphate von Natur aus sogenannte Minimumstoffe sind, die das Algenwachstum einst begrenzten, sorgen die Düngemittel der modernen Landwirtschaft mit ihrer Massenproduktion für "Eutrophierung" oder Überdüngung - in fast allen Gewässern.
Afghanistan
Journalisten wegen Gotteslästerung zum Tode verurteilt
Reporter ohne Grenzen kritisiert aufs Schärfste die Verurteilung der beiden Journalisten Sayeed Mahdawi und Ali Reza Payam von der Wochenzeitschrift Aftab und fordert die Aufhebung der Urteile. Die beiden Journalisten hatten kritische Artikel zur reaktionären Ausrichtung des Islam und zur politischen Funktionalisierung von Religion durch konservative Führer veröffentlicht. Der Präsident des Obersten Gerichts, Maulavi Fazl-e Hadi Shinwari, folgte der Entscheidung der islamischen Gelehrten des Landes und bestätigte die Todesstrafe wegen Gotteslästerung. Sayeed Mahdawi und Ali Reza Payam halten sich versteckt.
Artenschutz
NABU-Wildhütergruppe meldet Erfolge beim Schutz von Schneeleoparden
Die NABU-Wildhütereinheit Gruppa Bars hat in Kirgisistan einen deutlichen Rückgang beim illegalen Handel mit Schneeleoparden festgestellt. Die Wildhüter sind in dem zentralasiatischen Land seit mehr als vier Jahren zum Schutz von Schneeleoparden aktiv und konnten dabei 150 Wilderer festnehmen, 200 illegale Waffen einziehen, 450 Fallen sicher stellen und 17 Schneeleopardenfelle beschlagnahmen. Außerdem retteten sie fünf lebende Schneeleoparden sowie einen Wolf und konnten 30 seltene Greifvögel befreien und wieder auswildern. "Die Wildhütereinheit hat in Kirgisistan mit ihrer Arbeit gegen die Wilderei neue Standards gesetzt", betonte Birga Dexel, Leiterin des NABU-Schneeleopardenprojektes.
Chemiegifte
Greenpeace protestierte gegen elbnahes Chemiewerk Spolana in Neratovice
Auf dem Gelände des umstrittenen tschechischen Chemiewerks Spolana im mittelböhmischen Neratovice haben am Sonntag Mitglieder der Umweltschutzorganisation Greenpeace für Entschädigungszahlungen des Unternehmens an Landwirte und ehemalige Mitarbeiter protestiert. Acht Mitglieder, unter anderem aus Deutschland und Österreich, hatten am frühen Morgen einen rund 200 Meter hohen Schornstein bestiegen und ein Transparent mit der Aufschrift "Stopp Dioxin-Quecksilber" enthüllt, bestätigte ein Polizeisprecher. Nach Angaben der Organisation waren in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Mitarbeiter des Werks durch Quecksilber, Chlor und Dioxin krank geworden.
WDR-Dokumentation am Dienstag
Hollywood Stars 1954 bei Dreharbeiten verstrahlt
In den 50er-Jahren pilgerten Heerscharen von Atomtouristen in die unmittelbare Nähe des Atombomben-Versuchsgeländes in den Wüsten von Utah und Nevada. Die Nuklear-Touristen starrten völlig gebannt durch rußgeschwärzte Gläser auf die imposanten Atompilze, die nach der Zündung der Atombomben in den Himmel aufstiegen. Kaum einer ahnte die große Gefahr, denn die Atom-Energie-Kommission (AEC) hatte mit makabrem Zynismus behauptet: "Radioaktivität ist nicht gefährlicher, als mit einer Frau ins Bett zu gehen." Dieser Meinung war auch Haudegen John Wayne, der 1954 als Hauptdarsteller die Dreharbeiten zu einem teuren Kostümschinken über Dschingis Khan ("Der Eroberer") genau in jene Wüstengegend verlegt haben wollte, in der noch ein Jahr zuvor elf Atombomben gezündet worden waren.
Hochwasserschutz
NABU begrüßt Pläne zur Renaturierung der Havel
Der Naturschutzbund NABU hat die Pläne von Bundesumweltminister Jürgen Trittin zur Renaturierung der Unteren Havel durchweg begrüßt. "Schon während der Elbeflut vor einem Jahr wurde deutlich, dass an der Unteren Havel ein enormes ökologisches Potenzial vorhanden ist", sagte NABU-Vizepräsident Christian Unselt. Elementar für die Entwicklung natürlicher Strukturen in der Havel sei die Zurückstufung des Flusses in der Wasserstraßenklassifizierung, zu der sich der Bundesumweltminister klar bekannt habe und wie es die Koalitionsvereinbarung der Bundesregierung vorsehe.
Unterstützen Sie uns, damit wir ohne störende Werbung gelesen werden können. Ihre freie kostenlose Internetzeitung!
Setzen Sie Banner und Links auf Ihre Seite. Bookmarken Sie uns, und helfen Sie so mit der Verbreitung der wichtigen Inhalte.
Wir suchen Journalisten bzw. Autoren, die Lust haben, die Internet-Zeitung ngo-online gemeinsam zu einer starken Alternative zu den Mainstream-Medien aufzubauen. Machen Sie mit ..MITMACHEN
Platzieren Sie
Ihre Werbung hier

