Afghanistan
Journalisten wegen Gotteslästerung zum Tode verurteilt
In einem Brief an Präsident Hamid Karzai bedauert die internationale Organisation zur Verteidigung der Pressefreiheit den Einfluss der Konservativen auf das juristische System. Sie setzten ihre Macht ein, um das Recht auf freie Meinungsäußerung einzuschränken. Reporter ohne Grenzen fordert den Präsidenten auf, die Sicherheit der Journalisten zu garantieren und das Oberste Gericht zu reformieren. Es müsse als unabhängige Instanz gelten und grundlegende Rechte und Freiheiten der afghanischen Bevölkerung verteidigen.
Die Todesstrafen gegen Sayeed Mahdawi und Ali Reza Payam waren vor einigen Tagen vom "Rat der Ulamas", der sich aus 13 islamischen Gelehrten zusammensetzt, gefällt worden. Die zehnseitige Urteilsbegründung trägt die Unterschrift des Präsidenten des Obersten Gerichts, Maulavi Fazl-e Hadi Shinwari. Bei dem Verfahren wurde der vorgeschriebene Rechtsweg nicht eingehalten. Zunächst hätte eine niedrigere Instanz, die mit dem Fall bereits beschäftigt war, ein Urteil fällen müssen.
Hintergrund der Anklagen ist ein am 11. Juni in der Wochenzeitschrift Aftab veröffentlichter Artikel mit dem Titel "Heiliger Faschismus". Die beiden Journalisten fragten "Wenn der Islam die einzige und vollendetste Offenbarungsreligion der Welt ist, warum liegen die muslimischen Länder dann hinter der modernen Welt zurück?". Aftab wurde nach der Veröffentlichung geschlossen.
Die beiden Journalisten waren bereits über ein Woche in Haft als sie, auf Präsident Karzais Intervention hin, wieder auf freien Fuß gesetzt wurden. Sie sollten sich vor einem Gericht wegen des Artikels verantworten. Als jedoch Islamisten wegen ihrer Freilassung demonstrierten, fürchteten sie Repressalien und tauchten unter. Afghanische Zeitungen hatten Fatwas mit Todesdrohungen veröffentlicht.
Reporter ohne Grenzen hat sich ebenfalls an den UN-Sonderbeauftragten in Afghanistan, Lakhdar Brahimi, gewandt und ruft die internationale Gemeinschaft auf, ihr politisches Gewicht für das Recht auf freie Meinungsäußerung in Afghanistan einzusetzen.
Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!
Unterstützen Sie uns, damit wir ohne störende Werbung gelesen werden können. Ihre freie kostenlose Internetzeitung!
Setzen Sie Banner und Links auf Ihre Seite. Bookmarken Sie uns, und helfen Sie so mit der Verbreitung der wichtigen Inhalte.
Wir suchen Journalisten bzw. Autoren, die Lust haben, die Internet-Zeitung ngo-online gemeinsam zu einer starken Alternative zu den Mainstream-Medien aufzubauen. Machen Sie mit ..MITMACHEN
Platzieren Sie
Ihre Werbung hier
- NRW Justiz: Die Landesregierung ist gefordert
- Senioren: Alt ist, wenn man Seniorenresidenz googelt
- Christian Wulff - Wenn Machtmenschen menscheln
- Diskurs der Rechtspopulisten über Israel
- Photovoltaik-Zubau in Deutschland
- Versammlungsfreiheit - ausschlaggebende Grundlage der Verfassung
- „Cottbus Nazifrei!“ - DASS ist ein MUSS
- Arbeitsrecht: EuGH Urteil enttäuscht
- Finca Mallorca und andere Schnäppchen
- Windenergie wieder auf gutem Weg
