Für soziale Gerechtigkeit

Künftiger IG-Metall-Chef kritisiert "neoliberale Denke" in der SPD

Die jüngste Entwicklung in der SPD stößt beim designierten IG-Metall-Chef Jürgen Peters auf scharfe Kritik. Die "neoliberale Denke" fresse sich immer weiter durch die Partei, sagte Peters, der sich auf dem bevorstehenden Gewerkschaftstag in Frankfurt am Main zum neuen Ersten Vorsitzenden der IG Metall küren lassen möchte, in einem am Mittwoch vorab veröffentlichten Interview des Magazin "stern".

Wenn die SPD das Thema soziale Gerechtigkeit aufgebe, "entsorgt sie einen wichtigen Teil ihrer Geschichte, ihres Wesens", warnte Peters. Wenn diese Entwicklung so rasant weitergehe, unterscheide sich die SPD nicht mehr von der FDP und der CDU/CSU. "Ob sich dann noch die natürliche Bindung zwischen uns aufrechterhalten lässt, bezweifle ich", fügte Peters hinzu.

Der Gewerkschaftsfunktionär sieht seine Organisation als "Bastion gegen den Neoliberalismus" und gegen den "grassierenden Privatisierungswahn". Die IG Metall sei eine "politische Gegenmacht, eine außerparlamentarische Kraft, die über die Parteien und andere Organisationen versucht, Einfluss zu nehmen", sagte er weiter. Peters kündigte an, dass die Gewerkschaft "politischer" werde, "denn der Kampf um den richtigen Weg gegen die Massenarbeitslosigkeit wird härter".

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