headerquote

Seite 1 bei Google kann so einfach sein.

unabhängige Autoren mit eigener Meinung

Deutschland größter Absatzmarkt für Wildtiere und -pflanzen

Ungeschützt

Insgesamt 14 Arten- und Umweltschutzverbände schlossen sich in einem gemeinsamen Schreiben der Forderung der Tierschutzorganisation Pro Wildlife an, zukünftig die Importe ungeschützter Wildtiere und -Pflanzen nach Deutschland zu erfassen. Bislang scheitert die Unterschutzstellung von bedrohten Arten häufig am Fehlen dieser konkreten Handelsdaten. Trotzdem sähen die zuständigen Minister Trittin und Eichel, in deren Ressorts der Artenschutz und die Zollbehörden fallen, bisher nur wenig Handelsbedarf. Sie wollten lediglich den Import von Echsen und Schlangen für 12 Monate registrieren. Für Artenschützer sei das eine halbherzige und willkürliche Maßnahme, da Echsen und Schlangen nur einen kleinen Teil der gehandelten Wildtiere ausmachten. Dabei sei Deutschland einer der größten Absatzmärkte für Wildtiere und -pflanzen.

So würden in jüngster Zeit zunehmend exotische Säugetiere wie Gürteltiere, diverse Kleinbären, Raub- und Beuteltiere als "Haustiere" verkauft, Tropenholzprodukte und Arzneien aus Wildpflanzen werden immer beliebter, der Handel mit tropischen Fischen, Vögeln und Fröschen boome. Immer neue Arten seien von der anhaltenden, teilweise steigenden Nachfrage in Deutschland betroffen. Die 15 Verbände warnen vor den Folgen dieser massenhaften und nahezu unkontrollierten Wildentnahmen für die Artenvielfalt.

1999 hatte die Bundesregierung schon einmal für sechs Monate die Importdaten für ungeschützte Vögel und Reptilien erfasst und ausgewertet. Schon diese begrenzte Maßnahme hätten für einige Arten prompt zu ersten erfolgreichen Schutzinitiativen innerhalb der EU geführt. Die Artenschützer fordern deshalb eine Wiederaufnahme der Erfassung - und zwar nicht nur für willkürlich ausgewählte Artengruppen, sondern auf alle Wildtiere und -pflanzen. Die Organisationen betonen auch, dass eine generelle Erfassung aller Importe sogar eine Arbeitserleichterung für die Zollbeamten bedeuten würde: Ein einheitliches Erfassungsverfahren würde den Arbeitsablauf auch ohne spezielle Artenkenntnisse jedes einzelnen Zollbeamten ermöglichen.

"Während unsere heimischen Arten weitgehend über das Naturschutzgesetz geschützt sind, können viele Wildtiere und -Pflanzen aus fernen Ländern immer noch hemmungslos geplündert werden", kritisiert Sandra Altherr von Pro Wildlife. Die derzeit anstehende Novellierung der Bundesartenschutzverordnung schaffe erneut keine Abhilfe dieses eklatanten Widerspruchs.

Zu den Unterzeichner gehören Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), Bund gegen Missbrauch der Tiere, Care for the Wild, Deutscher Naturschutzring (DNR), Eurogroup against Birdcrime, Greenpeace Deutschland, Internationaler Tierschutz-Fond (IFAW), das Jane Goodall Institute, Komitee gegen den Vogelmord, Naturschutzbund Deutschland (NABU), Pro Regenwald, PRO WILDLIFE, Rettet den Regenwald, Umweltstiftung WWF und Vier Pfoten.

Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!