Weltkindertag am 20. September 2003
Mehr Hilfe gegen Kinderhandel gefordert
Nach Deutschland gehandelte Kinder werden vielfach sexuell ausgebeutet oder für illegale Aktivitäten, wie zum Beispiele Diebstähle, missbraucht. "Diese Kinder sind jedoch Opfer, nicht Täter, und müssen auch als solche behandelt werden", so Boris Scharlowski, Koordinator der terre des hommes-Kampagne gegen Kinderhandel, auf einer Pressekonferenz am Dienstag in München. "Kinderhandel stellt eine der eklatantesten Verletzungen von Kinderrechten dar, wie sie in der UN-Kinderrechtskonvention niedergelegt sind." Diese haben seit 1989 alle Staaten mit Ausnahme der USA und Somalias ratifiziert.
An die Adresse der Beauftragten der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe, Claudia Roth, forderte Scharlowski in München eine uneingeschränkte Umsetzung der Bestimmungen der Konvention im Umgang mit den Opfern von Kinderhandel. Diese sind häufig als so genannte unbegleitete Minderjährige mit illegalem oder ungeklärtem Aufenthaltsstatus im Land und geraten durch - erzwungene - Straftaten ins Visier der Behörden. Damit sind sie von Abschiebung bedroht. Denn Deutschland hat die UN-Konvention nur mit einem Vorbehalt unterzeichnet, wonach Flüchtlingskinder keinen Anspruch auf die gleichen Schutzrechte haben wie ihre deutschen Altersgenossen.
Mit einer Unterschriftenaktion, die auch zahlreiche Bundestagsabgeordnete unterzeichnet haben, appelliert terre des hommes an die Bundesregierung, diesen Vorbehalt endlich zurückzunehmen. Die Opfer von Kinderhandel brauchten Rechtssicherheit, Betreuung und eine Lebensperspektive. "Bestehende Zeugenschutzprogramme müssen kindgerechter gestaltet werden, um eine Verurteilung der Hintermänner zu erreichen", so Scharlowski.
Mit der Kampagne gegen Kinderhandel ist terre des hommes in mehr als 30 Ländern aktiv. In Ländern wie Mosambik und Bolivien konnten bereits verbesserte Gesetze zum Schutz vor Kinderhandel auf den Weg gebracht werden.
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