Atomstrom
Betreiberpläne des AKW Cattenom für mehr Radioakrivität in der Mosel kritisiert
Nach Auffassung des NABU passten die Betreiber die Grenzwerte damit jedoch lediglich den tatsächlichen Einleitungen an. "Die Absenkung einiger Grenzwerte soll darüber offensichtlich hinwegtäuschen, dass das Atomkraftwerk Cattenom weit vom technischen Standard beim Strahlenschutz entfernt ist", so Heintz. Der NABU kritisierte, dass die Bevölkerung nicht ausreichend vor der Strahlenbelastung des Wassers aus Cattenom geschützt werde.
"Die Cattenom-Betreiber wollen die verstärkte Einleitung von Tritium durch die Senkung anderer Grenzwerte schönfärben", sagte der rheinland-pfälzische NABU-Vorsitzende Siegfried Schuch. Komme der Antrag durch, könnten zukünftig mehr radioaktive Abwässer als je zuvor in der Mosel landen. Besonders problematisch sei dabei, dass die Mosel einerseits vergleichsweise wenig Wasser führe und andererseits bei Überschwemmungen recht häufig Wohngebiete überflute, so Schuch.
Der NABU forderte die Landesregierungen von Saarland und Rheinland-Pfalz auf, ein Monitoring-Programm für radioaktive Stoffe in der Mosel aufzulegen. "Besonders geeignete Indikatoren hierfür sind Fische, zumal sie als Speisefische in großen Mengen von Moselanwohnern und Touristen verzehrt werden", so Ulrich Heintz. Zudem gebe es in der Fachwelt unterschiedliche Auffassungen über die strahlenbiologische Wirksamkeit von Tritium. Dies sei ein Grund mehr, die Strahlenbelastungen zu senken, statt jetzt Grenzwerterhöhungen zu genehmigen.
Im Antrag wird davon ausgegangen, dass die von der französischen Atomaufsichtsbehörde für drei Jahre zur Abkühlung aus dem Verkehr gezogenen Brennstäbe wieder verwendet werden, obwohl an diesen bereits Risse entstanden. "Wir appellieren an die französischen Genehmigungsbehörde, das Atomkraftwerk Cattenom vom Netz zu nehmen, bis es in Sachen Strahlenschutz technisch auf der Höhe ist", so Heintz. Dieses Beispiel zeige erneut, dass Frankreich gut daran täte, mehr auf regenerative Energien zu setzen und mittelfristig aus der Atomenergienutzung auszusteigen.
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