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Humanitäre Hilfe für Bevölkerung im Irak akut gefährdet

Nach dem Krieg

Die Aktion Deutschland Hilft (ADH) - das Bündnis der Hilfsorganisationen - warnt vor den humanitären Folgen fehlender Sicherheit in großen Teilen des Irak. "Aus dem Kreis unserer Mitgliedsorganisationen, die trotz der immer unsichereren Lage im Irak fast alle weiter vor Ort arbeiten, erreichen uns dramatische Berichte über die Sicherheitslage in den Hilfsgebieten," so Manuela Roßbach, Vorstand der Aktion Deutschland Hilft. "Unsere Helfer arbeiten zur Zeit in einer außergewöhnlichen Bedrohungssituation. Auf den Straßen Iraks, besonders in der Hauptstadt und in südlicheren Gebieten Iraks herrscht Angst, schwerste Kriminalität und Terror.

Gewaltsame Übergriffe auf Helfer, bewaffnete Angriffe auf Hilfsbüros, der Raub und die Entführung von Fahrzeugen, Einschüchterung der Bevölkerung durch Kriminelle, Überfälle auf Medikamenten-Depots und auf Lager für Hilfsgüter gehören zum aktuellen täglichen Bedrohungsszenario unserer Mitarbeiter vor Ort", so Roßbach. Die fehlende Sicherheit beeinträchtigt mittlerweile massiv die humanitäre Arbeit für die unterversorgte Bevölkerung.

Alle Organisationen müssen einen bedeutenden Teil ihrer Zeit und ihrer Ressourcen dafür verwenden, das Risiko der Mitarbeiter und Helfer zu verkleinern. Dazu werden zum Teil ganze Büros evakuiert, andere hinter Sandsack-Barrieren verschanzt. So verzichten die meisten Organisationen mittlerweile auch auf den Einsatz ihrer gekennzeichneten Fahrzeuge, kontrollieren die Bewegungen aller Helferteams laufend über Funk und reduzieren längere Fahrten und Transporte auf ein Minimum. Internationale Helfer sind angewiesen, mit Anbruch der Dunkelheit ihre Hotels nicht mehr zu verlassen.

Zur Zeit sind folgende Mitglieder der Aktion Deutschland Hilft im Irak mit lokalen oder internationalen Helfern tätig: ADRA, AWO, CARE, HELP, Malteser Hilfsdienst, World Vision, Parität. Hauptfelder der humanitären Hilfe sind die medizinische Versorgung, Nahrungsmittel-Verteilung, Instandsetzung von technischer Infrastruktur Wasserleitungen), Minenräumung, und soziale Projekte des Wiederaufbaus. "Die Gewalteskalation im Irak bedroht nun auch unsere humanitäre Arbeit und damit eine Versorgungsstütze für die notleidende irakische Bevölkerung", betont Manuela Roßbach. "Viele Maßnahmen, die nötig wären, lassen sich zur Zeit nicht mehr sicher durchführen."

Eine völlige Einstellung der humanitären Arbeit kommt zur Zeit für die vor Ort tätigen Hilfsorganisationen der Aktion Deutschland Hilft allerdings nicht in Frage. "Alle Organisationen prüfen laufend das Risiko für ihre Mitarbeiter und lokalen Helfer. Wir hoffen nicht, dass die Entwicklung weiter eskaliert. Allerdings schließen wir aber auch die Einstellung unserer Hilfsaktivitäten, wenn es die Situation erfordert, nicht aus."

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