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Deutsche Auto-Hersteller verweigern sich Innovationen

Ausländer bieten Rußfilter und Hybrid-Autos

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) zieht zum Ende der Internationalen Automobilausstellung (IAA) am Wochenende eine enttäuschende Bilanz. Die größte Autoschau der Welt biete keinen Anlass, die deutsche Autoindustrie als Innovations- und Konjunkturmotor zu feiern, wie es bei zahlreichen Produktpräsentationen und Politikerauftritten geschehen sei. VW, Mercedes und BMW investierten beispielsweise Millionen in die Präsentation teurer Luxusmodelle mit hohem Verbrauch. Spitzenprodukte, die intelligente Umwelttechnik, praxisnahe Ausstattung und verbraucherfreundliche Preise miteinander in Verbindung brächten, fänden sich dagegen anders als bei Peugeot oder Toyota nur in der Nische.

"Die Industrie feiert nach wie vor die Spritschlucker", beschwerte sich Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD. "Sie schämt sich nicht, Fahrzeuge als Synthese aus Luxusauto, Sportwagen und Geländefahrzeug anzupreisen, die in der Dieselversion so viel Dreck aus dem Auspuff blasen, dass sie als Pkw gar nicht zugelassen werden können." Statt dessen wichen die Hersteller bei Kolossen wie dem VW Touareg oder dem BMW X5, die über zwei Tonnen wiegen und mehr als 40.000 Euro kosten, auf die weniger strengen Grenzwerte für Nutzfahrzeuge aus.

Für eine langfristige Sicherung des "Autostandortes Deutschland" müsse die deutsche Autoindustrie Spitzenreiter bei der Umwelttechnik werden und sich nicht länger von der ausländischen Konkurrenz vorführen lassen, wie es den Franzosen beim Rußfilter oder den Japanern bei der Hybrid-Technik gelungen sei. Erst durch massiven öffentlichen Druck hätten sich die deutschen Hersteller beim Thema Partikelfilter bewegt.

Einen "großen Erfolg für die Umweltbewegung, die bei diesem Thema nicht locker gelassen hat" nannte Lottsiepen den Umstand, dass jetzt auch deutsche Pkw serienmäßig mit Partikelfilter angeboten werden. Allerdings bestätige sich der Verdacht, dass einige Hersteller "Apothekenpreise" für die gesundheitsschützende Technik verlangen wollten. "So soll der Filter für den Golf V stolze 565 Euro extra kosten, obwohl VW-Chef Pischetsrieder die Kosten in dieser Fahrzeugklasse im Februar noch auf 200 bis 400 Euro beziffert hat", berichtet der VCD-Experte. Mercedes verlange sogar 580 Euro Aufpreis für den Filter.

Erst wenn alle Dieselfahrzeuge serienmäßig mit dem Filter ausgestattet seien und den Kunden keine Aufpreise mehr zugemutet würden, könne der Kampf gegen den krankmachenden Dieselruß für beendet erklärt werden. Um diesen Prozess zu beschleunigen und Autokäufern Entscheidungshilfe zu geben, hat der VCD eine aktuelle Liste von Dieselfahrzeugen zusammengestellt, die bereits jetzt oder im Laufe des kommenden Jahres mit Rußfilter erhältlich sind. In der Liste, die der Verband auf seiner Website veröffentlicht, finden sich außerdem Angaben zu Aufpreisen für den Filter und zur Bewertung der Fahrzeuge in der VCD Auto-Umweltliste.

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