Gesundheitsreform
Chronisch kranke und behinderte Menschen einseitig belastet
Bezeichnenderweise werden die beiden Spitzenorganisationen der Selbsthilfe bei den Beratungen im Bundestag diesmal auch nicht beteiligt. Das Gesetz begründet keine echte Gesundheitsreform, sondern den Abbau von Leistungen und die Gefahr der Entsolidarisierung in der Gesellschaft. "Eine solche Politik ist nicht nur zutiefst unsolidarisch, sondern wird auch die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung nicht langfristig sichern", sagt Christoph Nachtigäller, Geschäftsführer der BAGH.
Der Wegfall von Leistungen wie Krankengeld, Zahnersatz, Fahrtkosten und kumulierende Zuzahlungen für Krankenhausbehandlungen, häusliche Krankenpflege, medizinische Rehabilitation, Medikamente, Heil- und Hilfsmittel sowie die Praxisgebühr treiben chronisch kranke und behinderte Menschen in die Armut.
"Einziger Lichtblick des Gesetzentwurfes ist, dass die Beteiligungsrechte der Selbsthilfeorganisationen in den Gremien des Gesundheitswesens ausgebaut werden", dies sagt Prof. Dr. Gerhard Englert, Erster Sprecher des FORUMS chronisch kranker und behinderter Menschen im PARITÄTISCHEN. Aus Sicht der Selbsthilfeorganisationen chronisch kranker und behinderter Menschen ist es ein gefährlicher Irrweg, ohne weitergehende Strukturveränderungen immer mehr Geld in ein ressourcenverschwendendes Gesundheitssystem zu pumpen.
BAGH und FORUM fordern daher mit Nachdruck eine echte Gesundheitsreform, die sich an der Schaffung eines qualitäts- und nutzenorientierten Wettbewerbs im System und an der Schaffung integrierter Versorgungsstrukturen für chronisch kranke und behinderte Menschen ausrichtet.
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Hilfe für Behinderte (BAGH) e.V. und das FORUM chronisch kranker und behinderter Menschen im PARITÄTISCHEN sind die maßgeblichen Spitzenorganisationen der Selbsthilfe behinderter und chronisch kranker Menschen in Deutschland. Sie vertreten weit über zwei Millionen Betroffene und ihre Angehörigen in mehr als 150 Mitgliedsorganisationen.
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Am 22. Sep. 2003 unter:
gesundheitStichworte:
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Kampagne: Schluss mit Fettleibigkeit bei Kindern »

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