Nicht artgerecht

Massentierhaltung in Ostdeutschland einschränken

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ruft die Agrarminister von Bund und Ländern auf, alle Agrarbeihilfen in Flächenprämien zu überführen. Innerhalb von zehn Jahren sollten die Prämien für Acker- und Grünland einander angeglichen werden. Der Verband warnt vor dem Ausbau von Massentierhaltungsanlagen in Ostdeutschland. Tierhaltung dürfe nicht weiter in Anlagen mit Zehntausenden Schweinen oder Hunderttausenden Hühnern betrieben werden. Beispielhaft seien dagegen Neuland-Betriebe. Sie hätten Gülleprobleme gelöst und Geruchsbelästigungen abgeschafft, sie vermieden gentechnisch verändertes Futter und schafften neue Arbeitsplätze. Mit artgerechter Tierhaltung nach Öko- und Neulandkriterien könne auch in Naturschutz- und Tourismusregionen erfolgreich bäuerlich gewirtschaftet werden.

Bisher seien die Landwirte zu umwelt- und tierschädlicher Überproduktion motiviert worden. "Auch die neuen EU-Beschlüsse gefährden die ökologisch sinnvolle Milchwirtschaft auf Grünlandflächen." kritisiert Hubert Weiger, agrarpolitischer Sprecher des BUND. Hier müssten die Agrarminister jetzt eingreifen. Grünland- und Beweidungsprämien honorierten die Freilandhaltung und die Pflege der Kulturlandschaft. Erforderlich seien außerdem bundeseinheitliche Standards im Bereich Umwelt-, Boden- und Tierschutz. Gentechnik-Bauern dürften keine Beihilfen erhalten.

Prüfstein für die Glaubwürdigkeit der Agrarminister sei, ob sie den durch die EU-Agrarreform geschaffenen Spielraum zur Umverteilung der Beihilfen nutzten. "Erst wenn die Zahl neu genehmigter industriell wirtschaftender Mastbetriebe sinkt, kann von einer umwelt- und tiergerechten Verwendung der Agrarbeihilfen gesprochen werden.", so Weiger. Grünland- und Beweidungsprämien sowie höhere Standards sorgten dafür, dass mehr Rinder, Schweine und Hühner in bäuerlicher Freilandhaltung leben würden.

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