Weltgipfel zur Informationsgesellschaft
UNO erkennt Freiheit der Software als schützenswert an
Freie Software bezeichnet Computerprogramme, die vier essentielle Freiheiten bieten: Die Freiheit der Nutzung zu jedem Zweck, die Freiheit des Analysierens und der Modifikation, die Freiheit der Weitergabe und die Freiheit der Weitergabe von Anpassungen. Diese Freiheiten können unentgeltlich oder kommerziell wahrgenommen werden.
Bekannte Beispiele für Freie Software sind der Windows-Konkurrent GNU/Linux, der Web-Browser Mozilla und das Büro-Paket OpenOffice. In vielen Bereichen ist Freie Software leistungsfähiger als proprietäre, also herstellerspezifische geschlossene Software.
"Durch Freie Software haben Entwickler in anderen Kulturräumen die Freiheit, Programme an ihre Sprache und Gegebenheiten anzupassen, um sie dann kommerziell oder nichtkommerziell weiterzugeben. Bei proprietärer Software ist dies generell verboten und von der Gnade des Herstellers abhängig", erklärt Georg Greve, Präsident der Free Software Foundation Europe und Vertreter des zivilgesellschaftlichen WSIS Koordinierungskreises in der deutschen Regierungsdelegation. Spezielle Anpassungen oder Fehlerbehandlungen für exotische Sprachen und andere Kulturräume lohnten sich für große Softwarekonzerne aber oft nicht. "Freie Software bietet hier andere Möglichkeiten und essentielle Chancen insbesondere auch für Entwicklungsländer, die durch die gewonnene Freiheit in die Lage versetzt werden, ihre Gesellschaft und Wirtschaft nachhaltig aufzubauen", so Greve weiter.
Einige Länder wollten Freie Software komplett aus dem WSIS-Prozess heraushalten, insbesondere um die eigenen Monopolisten vor Wettbewerb zu schützen. Im aktuellen Entwurf der Deklaration werden nun alle Software-Varianten gleichberechtigt erwähnt. Laut Greve trage vor allem Freie Software substantiell dazu bei, die sogenannte digitale Spaltung zwischen arm und reich, Nord- und Südländern, zu überwinden - eines der Hauptziele des UNO-Gipfels.
"Die Fortschritte der WSIS-Dokumente sind durchaus beachtlich", so Greve weiter, auch wenn im Moment der Mut für eine Entscheidung zugunsten des Wettbewerbs, der Wissenschaft und der persönlichen Freiheit zu entscheiden zu fehlen scheine. Markus Beckedahl, Vorsitzender des Netzwerk Neue Medien, ergänzt: "Nun ist es Zeit, eine ähnlich positive Entwicklung auch bei der Sicherung offener Standards zu finden." Darüber hinaus werde für die Zukunft entscheidend sein, ob man zu einer ausgewogenen Balance zwischen den Interessen der Autoren und Erfinder auf der einen Seite und dem öffentlichen Interesse an freiem Zugang zu Wissen auf der anderen Seite zurückfinde. "Dies ist auch ein wichtiger Punkt bei der Überwindung der digitalen Kluft", meint Beckedahl. Neben finanziellen Mitteln für den Aufbau ihrer Infrastrukturen bräuchten die Ärmsten der Welt auch einen freien Zugang zum gesamten Wissen der Menschheit.
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Am 26. Sep. 2003 unter:
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