Bundesregierung soll Position revidieren
Pro Asyl warnt vor massivem Abbau des Flüchtlingsschutzes in Europa
Die zwei zentralen Richtlinien zum Asylverfahren und zum Flüchtlingsbegriff sollen in den nächsten Monaten auf EU-Ebene verabschiedet werden. "Deutschland trägt die zentrale Verantwortung, inwieweit die Schaffung eines gemeinsamen Asylsystems überhaupt noch gelingt oder ob Europa sich von seiner Verantwortung Flüchtlinge aufzunehmen, weitgehend verabschiedet", meint Pro Asyl.
Ursprünglich war die rot-grüne Regierungskoalition angetreten, um auf nationalstaatlicher Ebene das Reformprojekt Zuwanderungsgesetz auf den Weg zu bringen und gleichzeitig in den EU-Verhandlungen für ein gemeinsames europäisches Asylrecht mit hohem Schutzniveau einzutreten. Mittlerweile, so Pro Asyl, verkehre sich dieser Anspruch ins Gegenteil. Seit Monaten blockiere die Bundesregierung gegen alle anderen EU-Mitgliedstaaten die Verabschiedung der Flüchtlingsrichtlinie mit dem Hinweis, zuerst solle das bundesdeutsche Zuwanderungsgesetz beschlossen werden.
Doch der aktuelle Entwurf der Richtlinien darf nach Ansicht der Flüchtlingshelfer nicht beschlossen werden. Die Regelungen seien extrem restriktiv und gingen noch über das bisher in Europa zu findende Recht hinaus. Ein Asylsuchender solle etwa in ein beliebiges Drittland zurückgewiesen werden können, ohne dass er es jemals betreten habe. Selbst Staaten, die die Genfer Flüchtlingskonvention nicht ratifiziert haben, dürften als "sicher" qualifiziert werden.
Pro Asyl fordert die rot-grüne Bundesregierung auf, ihre Position zu revidieren. "Wer auf Biegen und Brechen um eine völkerrechtswidrige Konzeption auf EU-Ebene kämpft, trägt maßgeblich dazu bei, dass das Asylrecht in Europa kaputt harmonisiert wird", so Kopp.
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Am 30. Sep. 2003 unter:
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Restriktive US-Abtreibungspolitik gefährdet Frauen in Afrika »

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