Asyl
Kriegsdienstverweigerer aus der Türkei demonstrieren in Frankfurt/Main
Das Menschenrecht Kriegsdienstverweigerung gilt in der Türkei als Straftat. Wer sich weigert, im Militär zu dienen, muss mit rigoroser Verfolgung und Folter rechnen. Wer diese politische Verfolgung vermeiden will, dem bleibe oftmals nur die Flucht ins Ausland.
"Die Bundesrepublik weigert sich aber beharrlich, Kriegsdienstverweigerern Asyl zu gewähren. Stattdessen werden sie abgeschoben - direkt in die Hände Ihrer Verfolger, direkt in die Hände des Militärs. Diese menschenverachtende Praxis der Auslieferung von Kanonenfutter muss sofort beendet werden", fordert Gerit Ziegler, Bundessprecherin der DFG-VK.
Die rund 30 Kriegsdienstverweigerer, die heute demonstriert haben, wurden vom Konsulat aus gefilmt. Das Risiko für sie ist erheblich, da die Mehrzahl von ihnen akut von Abschiebung bedroht ist. Ihre Asylanträge werden häufig abgelehnt, weil die Bestrafung der Kriegsdienstverweigerung "nicht asylrelevant" sei.
Auch der Sprecher der Gruppe der türkisch-kurdischen Kriegsdienstverweigerer, Zeynettin Er, muss jederzeit mit seiner Abschiebung rechnen. Im Hinblick auf die bevorstehende Beteiligung türkischer Truppen an der Besetzung des Irak erklärte er auf der Kundgebung, dass abgeschobene Kriegsdienstverweigerer auch mit ihrer Verwendung bei dieser völkerrechtswidrigen Kriegshandlung rechnen müssten -und sei es zu Strafzwecken.
"Tagtäglich werden mit menschenverachtenden Praktiken Hunderttausende von jungen Menschen gezwungen, das Töten und Sterben zu lernen und sich so an der verbrecherischen Politik des türkischen Staates zu beteiligen", kritisierte Zeynettin Er in seinem Redebeitrag. Unterstützt wurde die Aktion von connection-ev und der DFG-VK.
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