Atommüll
Proteste gegen Castortransporte ins Wendland - Gorleben kein Endlager
Greenpeace fordert von der Bundesregierung, die Castor-Transporte zu beenden,denunsicherenSalzstock Gorleben als Standort für ein Atommüll-Endlager aufzugeben und mit der Suche nach einer anderen, weniger gefährlichen Möglichkeit der Entsorgung zu beginnen.
"Der Salzstock in Gorleben ist geologisch für die Lagerung von Atommüll völlig ungeeignet", sagt Greenpeace-Atomexperte Mathias Edler. "Wenn die Bundesregierung dort Atommüll vergräbt, setzt sie die Trinkwasserversorgung kommender Generationen aufs Spiel." Der Salzstock ist nicht komplett vom Wasserkreislauf getrennt. Radioaktive Partikel könnten langfristig ins Grundwasser gelangen. Wenn Menschen dieses Wasser trinken, würden sie innerlich verstrahlt werden. Die medizinischen Folgen von Verstrahlung sind bekannt: Immunerkrankungen, Krebs, Tod.
1977 hatte der damalige Ministerpräsident von Niedersachsen, Ernst Albrecht (CDU), den Salzstock nahe der Grenze zur DDR aus rein politischen Erwägungen als möglichen Endlagerstandort ins Spiel gebracht. Bereits 1981 stellten Wissenschaftler fest, dass sich über dem Gorlebener Salzstock keine durchgehende wasserdichte Tonschicht befindet. Das heißt: Esgibtkeine geologische Schranke zwischen Salz und Grundwasser. Atomindustrie und Politik halten dennoch bis heute am Standort fest - und schaffen Tatsachen: Direkt über dem Salzstock nahm die Bundesregierung 1995 schon mal ein oberirdisches "Zwischenlager" für Atommüll in Betrieb.
32 Behälter mit hochradioaktiven Abfällenwurden seitdem dort eingelagert. Greenpeace erwartet für die Woche ab dem 10. November 2003 einen weiteren Transport mit zwölf Castoren aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague. Im Zwischenlager muss der Atommüll rund 40 Jahre lang abkühlen, anschließend soll er in ein Endlager. Ein solches ist aber bis heute weltweit nicht gefunden. Mathias Edler: "Jeder weitere Castor im Zwischenlager Gorleben erhöht das Risiko, dass auch das geplante Endlager dort in Betrieb genommen wird - mit unkalkulierbaren Risiken für die Region."
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Am 21. Okt. 2003 unter:
politikStichworte:
« Weiterentwicklung der Ökosteuer gefordert
Bundesweiter Aktionstag gegen Sozialabbau »

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