Atommüll
Castor-Transport aus La Hague nach Gorleben gestartet
Weltweit ist bis heute keine sichere Entsorgungsmöglichkeit für Atommüll gefunden, auch der Gorlebener Salzstock ist als Endlager völlig ungeeignet. Greenpeace fordert von der Bundesregierung, nach einer anderen Möglichkeit der Entsorgung zu suchen.
"Die Atomtransporte sollen vertuschen, dass niemand weiß, wohin mit dem gefährlichen Müll", sagt Greenpeace-Atomexpertin Susanne Ochse in Valognes. "Umso fahrlässiger ist, dass die Bundesregierung das Problem immer noch aussitzt." Im oberirdischen Zwischenlager Gorleben bleibt der Atommüll nur rund 40 Jahre zum Abkühlen, danach soll er in ein Endlager. Bisher ist dafür der Salzstock Gorleben vorgesehen, dieser ist aber nicht ausreichend vom Grundwasser getrennt. Es besteht langfristig die Gefahr, dass das Grundwasser in der Region verstrahlt wird.
Auch die so genannte Wiederaufarbeitung des Atommülls in La Hague ist keine Lösung: Dort wird der Müll keinesfalls "aufgearbeitet", sondern lediglich chemisch in seine Bestandteile zerlegt. Dabei entstehen große Mengen strahlender Abwässer, die die Wiederaufarbeitungsanlage in den Ärmelkanal einleitet: täglich 1,4 Millionen Liter. Die hoch radioaktiven festen Bestandteile des deutschen Atommülls werden verglast, in Castorbehälter verpackt und nach Gorleben geschickt.
Gegen die Atomtransporte gibt es in Frankreich zunehmend Proteste. Die Regierung versucht diesen jetzt mit undemokratischen Mitteln zu begegnen: Sie erließ im August 2003 ein Dekret, das die Veröffentlichung von Informationen über Atomtransporte mit Gefängnis oder hohen Geldstrafen bedroht. Yannick Rousselet, Atomexperte von Greenpeace Frankreich, fordert: "Die Bevölkerung hat ein Recht darauf zu erfahren, welche hoch gefährliche Fracht Woche für Woche an ihrer Haustür vorbei rollt. Mit einem Maulkorb lässt sich das Atommüllproblem nicht lösen. Die einzige Lösung ist die Abschaltung der Reaktoren." Greenpeace wird in Frankreich und Deutschland weiter über die Atomtransporte informieren.
Der diesjährige Castor-Transport nach Gorleben wird voraussichtlich morgen gegen Mittag bei Wörth die deutsche Grenze erreichen. In der Nacht zum Dienstag könnte er dann im niedersächsischen Dannenberg eintreffen, von dort werden die Atommüllbehälter mit Schwertransportern zum Zwischenlager Gorleben gebracht.
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Am 10. Nov. 2003 unter:
politikStichworte:
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